Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 36 (sequence 36)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/3476254-3476264--1410-3477547- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
36 nicht über den Bcvneht. aber es ist zu viel Gutes darin. Geklagt wird ga: nicht, als ob alles glatt und gut wäre. Ist denn wirklieh alles glatt und gut? Wir haben auch ganz andere Berichte gehört und haben gehört, dass dem nicht so ist. Wir möchten auch darüber Bericht bekommen, wo es nicht gut geht Wir müssen wissen, dass der Congress für uns ist, dass die Arbeit für uns ist, dass die Berichte für uns sind. Der Herr Vorredner hat erwähnt, dass das A.-C. für die. "Literatur und Culturarbeit wenig gethan hat. Ich beschuldige das A.-C. nicht. In Wirklichkeit hat der Zionismus sehr viele Aufgaben, und es würde vielleicht das A.-C. zu sehr belasten, wenn man ihm zu viel zmiiuthen würde. W i r müssen arbeiten, das ist wahr. Aber es wundert mich, dass das A.-C. von unserer Arbeit gar nichts weiss. Schon auf dem vorigen Congresse wurde der Beschluss gefasst. dass das Comite allwöchentlich!M-ittheilungen veröffentliche. Die Mittheil iiiigen sind erschienen. Sie haben sie gelesen; ab^r haben Sie den Charakter von 3aittheilungcn? Was steht darin? In irgend einem Städtchen ist ein Verein gegründet worden und dergleichen. Jeder,, der die „Welt'' liest, müssle daraus über den Geist, über die Strömungen unterrichtet werden. "Dieser Beschluss ist nicht erfüllt worden. Es ist eine förmliche Ironisierung. Ich möchte also., dass im nächsten Jahre das Comite die Noth nach jeder Richtung wenigstens studiere und uns darüber berichte: das wird auch sehr viel zur Aufklärung beitragen. Unsere Bewegung* befindet sich noch in einem sehr rohen Stadium. Wir wissen nicht nur nicht, was wir arbeiten sollen, wir wissen noch gar nicht, was wir wollen, wir sind in dem Stadium des babylonischen Thurmbaues^ so viele verschiedene Richtungen und Strömungen haben wir vor uns. Wenn wir wüssten. was das A.-C*. gethan oder studiert hat, so würden die Vereine wissen, was sie zu thun haben. Bisher ist das nicht der Eall. Ich wünsche also, das das A.-C. den Zionismus in allen Phasen und allen Riehtungen studiere und genau Bericht darüber gebe, ungefärbt und ungekünstelt, und zwar für uns und nicht zum Fenster hinaus. (Beifall.) De], Herbst: Verehrte Congressmitglieder! Bulgarien zählt nur 30.000 Juden, nnd wenn ich hier einen ergänzenden Bericht über die Thätigkeit in Bulgarien gebe, so thne ich dies mir deshalb, imi Sie zu überzeugen, dass die Juden, die in jenen Ländern leben, wo unsere Gegner behaupten, dass die Lage der Juden sich durch die zionistische Bewegung verschlechtern könnte, keineswegs vom Zionismus abstehen. Die bulgarischen Juden waren vor 20 Jahren noch türkische Juden. Ihre nächsten Verwandten leben in der Türkei, und die bulgarischen Juden arbeiten muthig im Zionismus. Natürlich unterstützt uns hierin, das Actionscomite kräftig. Wir haben vom Actionscomite eine Subvention von 2400 Francs jährlich zur Erhaltung unserer Zeitung, der einzigen Zeitung in spanischer Sprache, die dazu bestimmt ist, die Agitation im Orient zu besorgen. Aber wir thun auch unser Möglichstes, um dein Actionscomite gegenüber unsere Pflicht zu erfüllen. Von den 30.000 Juden, unter welchen nur 6000 Männer sind, von welchen 6000 Männern, wie man ruhig sagen kann, 4000 in Armut leben, sind 2000 Sehekelzahler. (Lebhafter Beifall.) '