Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 18 (sequence 18)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/3476254-3476264--1392-3477529- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
18 Abend wegen Mangels an Platz zurückgewiesen werden müssen, der hat eine glückliche Stunde in seinem Leben verbracht. Diese Institution einer Erholungs- und Lernstätte für Juden hat sofort in Wien im XV. Bezirk Nachahmung gefunden, dann aber in Brünn, Prag, Lemberg, Drohobycz, Amsterdam und in vielen anderen Orten innerhalb und ausserhalb Oesterreichs. Nach anderer Richtung dem Volks Unterricht im Judenthum förderlich zu sein, waren wir bemüht, durch Herausgabe eines ersten Lehrbuches für Naturgeschichte und Naturkunde in hebräischer Sprache. (Stürmischer Beifall.) Das Büchlein, mit zahlreichen Illustrationen versehen und von Juda Grasovsky verfasst, ist bereits erschienen und lege ich hiemit die ersten Exemplare vor. (Bravo-Rufe.) Die Beschlüsse des letzten Congresses zur Unterstützung der Schule und Bibliothek in Jaffa und Jerusalem haben wir ausgeführt. (Bravo!) Schliesslich ist das Actions-Comite der wissenschaftlichen Erforschung Palästinas, des Landes unserer Sehnsucht, nähergetreten und hat seine Arbeit damit begonnen, dass es die gesammte bereits aufgehäufte, auf Palästina bezügliche Literatur zu einer Bibliographie Palästinas zusammengefasst hat, deren ersten Abzüge ebenfalls dem Congresse hiemit vorgelegt werden. (Lebhafter Beifall.) Als eine Folgeerscheinung unserer Bewegung verfolgen wir mit grosser Freude das stetige Aufblühen der jüdischen Literatur und der jüdischen Presse. Parteiorgane erscheinen jetzt in deutscher, englischer, französischer, spanischer, italienischer, bulgarischer, polnischer, russischer und rumänischer Sprache, selbstverständlich auch in hebräischer Sprache und im Jargon. (Beifall.) Als ein in der Culturgeschichte des Judenthums denkwürdiges Erreignis des vergangenen Jahres ist jenes Monumentalwerk zu begrüssen, welches in Amerika unter dem Titel ,,J e w i s h E n c y c 1 o p ce d i a" zu erscheinen begonnen hat. Sind wir auch nicht direct an der Herausgabe dieses Prachtwerkes beteiligt, so sind doch treue Gesinnungsgenossen in grosser Zahl und hervorragender Weise dabei thätig, und dürfen wir es überhaupt aussprechen, dass das Werk nur möglich geworden ist durch das lebhafte Interesse für alles, was das Judenthum angeht, welches angefacht zu haben dem Zionismus wohl niemand bestreiten wird. (Lebhafter Beifall.) Eine Frage, die in diesem Jahre in besonders dringender Weise an uns appelliert hat, ist die der jüdischen Arbeiter in Palästina. Wir haben wiederholt Versuche gemacht, denselben unter Mitwirkung der bestehenden philanthropischen Institutionen Hilfe zu bringen. Es ist leider nicht gelungen. Wir hoffen, dass es uns bald gelingen wird, diese Hilfe aus