Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3476254-3476264--1382-3477519- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
8 viel ITebles nachgesagt. Aber es gab da weder Gründergewiime noch Tantiemen oder irgendwelche Vortheile für den Aufsichtsrath, und die Verwalter haben kein anderes Bestreben als die Sicherung der gesellschaftlichen Habe gegen alle Gefahren. Wir müssen auch fernerhin dafür sorgen, dass dieses Gut mit der grössten Gewissenhaftigkeit gehütet werde, sparsam und lieber zu ängstlich als zu muthig. (Lebhafter Beifall.) Der Congress übt die Aufsicht durch seine freigewählten Organe aus, und darin liegt der Wert der Einrichtung. Es muss über die Verwaltung öffentlich Bechenschaft gelegt werden. Die Mittel, welche für den Volkszweck da sind, können nicht durch die Launen oder. Fehlmeinungen einzelner Personen für etwas anderes verwendet werden. Dieses Finanziiistitut muss nach den vom Congresse vorherbestimmten Grundsätzen und mit der Sorgfalt eines guten ängstlichen Familienvaters geleitet werden. (Lebh. Beifall.) End jetzt, da es existiert, können wir auch an die Ausführung des Planes schreiten, den unser verewigter Freund, der Heidelberger ETniversitätsprofessor Schapira, dem ersten Congresse vorgelegt hat: die Schaffung des iSrationalfonds. (Lebh. Beifall.) Die Coloiiialbank in London wird die Depotstelle sein. Sie werden im Verlaufe unserer Verhandlungen den neuen Entwurf kennen lernen und darüber beschliessen. Das Volk soll nicht nur der Stifter, sondern auch der dauernde Herr dieses Zweckverrnögens sein. (Lebh. Beifall.) Dadurch sind willkürliche, von den ikbsichten des Stifters abweichende Verwendungen ausgeschlossen. (Lebh. Beifall.) So können wir in einem gewissen Sinne sagen, dass wir mit unserer ersten Aufgabe fertig sind. Die Institutionen sind vielfach nur angedeutet und verbesserungsfähig, aber sie sind vorhanden. Das jüdische Volk kann sie ausbauen, verstärken und benützen, wenn es will. In allein haben wir uns bemüht, Unpersönliches einzurichten. Xur das hat Dauer. Kein einziger von uns ist heute mehr unentbehrlich. Wer immer von uns verschwinde oder aus den Keihen falle, die Sache geht weiter. Wie schnell oder wie langsam die von uns vorbereiteten Wirkungen eintreten werden, das können wir nicht bestimmen. Von uns hier hängt es nicht ab. Wir konnten nur die Anlage herstellen, die Kraft können wir nicht liefern. Die Kraft muss vom jüdischen Volke geliefert werden — wenn es will. (Brausender Beifall und Händeklatschen. Hüte- und Tücherschwenken auf den Gallerien.) Dr. Hcrzl: Wir gehen jetzt an die Wahl der Ausschüsse. So wie in den früheren Jahren, haben sieh auch heuer vor Beginn des Congresses die Landsmannschaften eonstituiert und einen Permanenzausschuss gewählt zur Erleichterung der Wahlen. Dieser Permanenzausschuss wird dem Congresse Vorsehläge machen für die Constituierung des Bureaus. Zum Obmann des Permanenzaussehusses wurde Dr. Alexander M a r - morek gewählt. Ich bitte ihn., namens des Permanenzausschusses zu referieren.