Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 4 (1900) London, 13. bis 16. August 1900
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 273 (sequence 273)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 273 — beschlossen, die in Palästina wohnenden Juden zu unterstützen. Ich habe selbst die dortigen Arbeiter kennen gelernt. Sie haben die ganze Last der Colonisation auf ihren Schultern getragen. Alle diese Arbeiter sind dem Elende preisgegeben, wenn der Congress keinen Beschluss fasst. Ich bin aber der Meinung, dass die Bank dabei unberührt bleiben soll. Präs. Dr. Herzl: Es liegen zwei Aufforderungen an das Actions- Comite vor, die Colonisation Jerusalems durch Zuwendungen zu unterstützen. Dies wird jedoch abhängen von den Mittein, welche von der Lebensnothwenditfkeit abgesehen noch zur Verfügung bleiben. Da wir mit einem fixen Budget nicht arbeiten, sondern erst nach einem Jahre anfangen, die Mittel zu kennen, so lässt sich jetzt eine Verfügung nicht treffen. Del. Rabbinowitsch: Ich glaube, meine Herren und Damen, dass die Hilfe, die wir den Arbeitern gewähren, nicht bloss ein spontanes Werk sein soll, wir sind verpflichtet, dieselben zu unterstützen und zwar auf Grund des Baseler Programmes. Dieses bestimmt, dass die Erwerbung einer Heimstätte durch Besiedlung der Juden in Palästina stattfinden soll. Wenn aber unser Programm in der Besiedlung besteht, müssen wir umsomehr verhindern, dass eine Entsiedlung stattfindet; denn die Rückwanderung der Arbeiter aus Palästira ist ein Schlag für unsere ganzen Jde*». Dem muss mit aller Macht vorgebeugt werden. Wo eine Emigration stattfindet, kann niemals eine Immigration vor sich gehen. Wenn die Bank erklären würde, dass ihre erste Operation, sobald sie activ sein wird, zugunsten der Arbeiter geschehen soll, so würde ihr dies viele Adepten verschaffen, und diese erste praktische That würde der ganze zionistischen Sache viele Sympathien und Anhänger erwerben, so dass die aufgewendeten Kosten hundertfach wieder hereingebracht würden. . Ich bitte die Versammlung, das Project der Colonisations-Commission ohne Debatte anzunehmen. Dr. Steinberg (spricht russisch und fährt dann fort): Unser Fond wird helfen, er muss Opfer bringen. Wenn wir nicht helfen, helfen andere und davor möge uns Gott bewahren. (Beifall.) Diese Präge ist •so wichtig, wie die Rumänen frage. Präs. Dr. Herzl: Ich erlaube mir, zu bemerken, dass wir bei verschiedenen Gelegenheiten Geld nach Palästina geschickt haben — für Zwecke, die uns zugänglich waren. Wenn Sie einen solchen Antrag stellen wollen, so bitte ich, uns den Fond dafür zu schaffen, Dr. Steinberg: Davon habe ich schon einmal gesprochen. Der Fond muss privat geschaffen werden. Jeder mu^s geben, was ihm möglich ist und jeder soll zuhause in dieser Richtung wirken. Präs. Dr. Herzl: Es wird sehr erwünscht werden, wenn Sie zuhause in dieser Hinsicht wirken. Sie wissen, dass wir concurrierendo Gesellschaften auf diesem Felde haben, insbesondere das Odessaer Comite. Wir werden es gewiss mit Freude begrüssen, wenn Sie eine Einigung mit diesem Comite zustande bringen, und ich kann Sie versichern, dass wir gerne die Executive für dieses Comite sein werden. Vielleicht werden wir uns nach dem Congresse aussprechen und Sie, Herr Doctor übernehmen es, das Einvernehmen mit den Herren in Odessa herzustellen. Herr Dr. G aster macht mich aufmerksam, dass gewiss auch die Ica zu einer Cooperation zu haben sein wird. Die Verantwortung hiefür muss ich allerdings Herrn Dr. Gaster überlassen. Das Mitglied des Odessaer Comites Herr Barbasch hat das Wort. 18