Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 4 (1900) London, 13. bis 16. August 1900
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 219 (sequence 219)
- Language
- German, English, Hebrew
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werden •wir mich die Kinder nicht nur nicht religionslos erziehen, sondern an der religiösen Erziehung festhalten. Was Deutschland in seinen-Schulen, was Oesterreich gemacht hat, das können und müssen auch wir thun. Ganz besonderes Gewicht ist auf die Erziehung in nationaler RieWung gelegt worden. Sie wissen sehr gut, meine Herren und Ram'ün, dass schon in den abgelaufenen Jahren sich vielfach tierartige Bestrebungen geregt, dass sie vielfach,, eine bestimmte Gestalt angenommen haben, dass sie vielfach in die That übergegangen sind, und wenn ich Ihnen einen kleinen Bericht über die' westlichen Länder abgeben soll, muss icli im grossen und garzen sagen, dass das Erwecken des nationalen Judenthums nach verschiedenen Richtungen auch im Westen vor sich gegangen ist, wenn manchmal auch nicht von berufener Seite. Unsere Gemeindebonzen haben es, nachdem der Antisemitismus ein gewisses Fiömmeln und Augeuverdrehen mit sich gebracht hat, für recht befunden, auch von ihrer Seite den religiösen Standpunkt zu betonen und infolge dessen in den allgemeinen öffentlichen Schulen dieses Moment höher zu lieben. Sie sind auch von den Regierungen unterstützt worden. Das gab aber keine Hebung des jüdischen Geistes. Uebersetzt ist nicht mehr der Erdgeruch der Heimat vorhanden, der allein auf das Gemüth des Kindes von besonderer Wirkung sein kann. Gearbeitet wurde in den zionistischen Vereinen für die Verbreitung des Hebräischen. Diese haben auch ohne Schutz der Polizei und ohne Furcht, aus purer Liebe manche Anstalten ins Leben gerufen und wach erhaltei: und es ist thatsäclilich ein ziemlicher Fortschritt auf diesem Gebiete zu verzeichnen, wenn wir auch nicht sagen können, dass das gewünschte Resultat erreicht oder auch nur in die Nähe gerückt worden sei. in dieser -Resolution wird ausdrücklich gesagt, dass es wünschenswert erscheint, dass Landesorganisationen geschaffen werden; denn der einzelne kann nie etwas besonderes ausrichten, nur das Zusammenthun der Kräfte aller kann etwas Erspriessliches vollbringen. Da haben freilich auch die Rabbiner sich etwas geleistet. Sie haben gefürchtet, dass Sie zuhause verdächtigt werden können. Sie sind ausgezogen, um zu fluchen, und jetzt sollen Sie segnen. Allein, meine verehrten Herren und Damen, ich bitte Sie, nicht zu vergessen, dass es verschiedene Länder gibt, wo dein Juden der Zutritt in die Allgemeine Volksschule versagt ist, ich bitte nicht zu vergessen, dass, wenn sie auch da und dort Aufnahme finden, dies mit vielfachen Schwierigkeiten geschieht und in erster Linie mit dem Opfer der nationalen Erziehung, mit dem Opier, dass die Kinder in der Folge weder von hebräischer Sprache, noch von der Geschichte, noch vom Judenthum die geringste