Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 4 (1900) London, 13. bis 16. August 1900
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 204 (sequence 204)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 201 — das natürliche Forum für die Austragung aller Fragen, welche die jüdische nationale Rettung betreffen, er ist der grösste allgemein-jüdische suggestive Factor. Meine Herren! Die mächtigen Eindrücke, die von hier ausgehen, arbeiten in der Stille fort. Die Theorie werden wir schon in die entsprechenden Thaten umsetzen, aber laut muss die Theorie ausgesprochen werden. Da hilft kein Schwanken und kein Zaudern, kein Tüfteln und kein Deuteln. Weil wir den Congress hochschätzen und weil sein Wort so schwer und wuchtig in die Wagschale fällt, deshalb muss von hier aus verkündet werden, dass national-jüdische Volksbildung nicht Auch-Zionismus, sondern eigentlicher Zionismus ist. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Die Executive möge den Landesorganisationen überlassen werden, nichts soll gegen die Eigenart der Ortsverhältnisse geschehen. Jedoch nur technisch sind diese Fragen local. Grundsätzlich sind sie für den Zionismus, für die Nationalität, tür das Judenthum allgemein obligatorisch. (Betfall und Händeklatschen.) Meine Herren! Es kann ja gar nicht anders sein. Wir stehen ja auf dem Boden des Baseler Programms, in dem die Stärkung des jüdischen Geistes und des nationalen Bewusstseins einen Cardiualpunkt bildet. Nicht wir sind die Neuerer; wir verfechten ja nur das Programm in seiner Totalität. Nicht einen einzigen Punkt könnte man wegstreichen, ohne dass eine Lücke entstünde; denn alle einzelnen Theile greifen wie die Sparren eines wohlgefügten Dachgebälks ineinander. Wer wagt es zu behaupten, ein Theil des Programms sei in alle Winde verweht? Oder haben wir nur leere, hohle Worte gemacht? Denn wie können wir den Geist stärken und das Nationalbewusstsein wecken, ohne dass wir zu den entsprechenden Factoren greifen? (Allgemeine Zustimmung.) Sind das nicht die integrirenden Elemente, durch deren Wechselwirkung das zionistische Ideal erreicht werden kann? Meine Herren! Man sagt uns: die Volksbildung, der Fortschritt, die feineren Lebensformen, der edlere Geschmack, sie werden schon kommen. Laisser aller, laisser faire. Aber hier eben liegt das Schlimme, das Unerwünschte, das Antinationale. Denn würde man die Ausschliessung des Zionismus aus der allgemeinen civilisatorischen Arbeit genehmigen, so müsste der jüdisch-nationale Einfluss in dieser Richtung ganz stocken, und der Schaden, welcher für das jüdische Volksthum entstehen müsste, würde ganz unermesslich sein. Wenn wir schadenfroh wären, so würden wir eine solche Eventualität mit Freuden kommen sehen, da sie den Bildungsfeinden recht eindringlich das Thörichte ihrer Opposition zu Gemüth führen würde; wir haben aber allzusehr das Interesse unserer Gesammtheit im Auge, .um