Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 4 (1900) London, 13. bis 16. August 1900
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 153 (sequence 153)
- Language
- German, English, Hebrew
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- V>:\ ^ehe und ersuche das Präsidium, die Sache zur Abstimmung zu ]»ringen. Erst wollen wir sehen, ob die Herren dafür sind oder nicht: dann bin ich bereit, über die Details Aufklärungen zu geben. {Lebhafter Beifall.) Del. Lebenhart: Wenn ich im ersten Moniente nicht ganz deutlich sprechen werde, so ist daran die Eigentümlichkeit der Tribüne schuld. Die Tribüne ist so eigenartig, sie ist so einzig in der ganzen Welt, dass ich ihre Eigenschaften denn doch einigermassen schildern muss. Hier sehen wir beinahe den ganzen bewohnten Continent. Hier seilen wir Oesterreich, Kussland. Amerika, Afrika. Ich kann also mit gutem Recht sagen, dass es eine einzig dastehende Tribüne ist. und diese Tribüne hat der Zionismus geschaffen. Hatte er nur das Einzige geschaffen, dass es eine Stelle gibt, von wo Juden zu Juden sprechen — er hätte genug gethan. (Lebhafter Beifall.) Aber ausserdem hat er etwas zustande gebracht, was in seiner Eigentümlichkeit ebenfalls einzig dasteht. Einige Männer kommen zusammen, beschliessen eine Versammlung auf einem Punkte der Erde, und sofort erheben sich tausende von Wählern aus der ganzen Welt, entsenden Deputierte, und diese kommen zusammen. Diesem Comitr steht keine Executive zugehote. und doch folgt jeder Einzelne seinen» Gebote so wie einem Gesetze. Auch dies ist grossartig in seiner Art. und auch dies hat der Zionismus geschaffen. (Erneuter Beifall.) Aus diesen Uniständen lässt es sich erklären, dass er gewisse .Rechte beanspruchen muss, und es wäre vollständig falsch, zu sagen, dass er sie nicht hätte. Selbst jene Gemeinschaften, die sich ganz feindlich dem Zionismus entgegenstellen, folgen unmittelbar dem Einflüsse dieser Gemeinschaft. Der Zionismus zwingt selbst jene, die sich sonst um Juden nicht bekümmern, den jüdischen Standpunkt mehr hervorzukehren, als sie es früher gethan haben. Dies ist auch eine That des Zionismus. Der Zionismus hat sich durch seine Thätigkeit das Recht erworben, dass seine Bestrebungen überall in der von Juden bewohnten Welt Anerkennung linden. Aber, meine geehrten Anwesenden, diese Rechte, die er zu fordern verpflichtet ist, haben auch Pflichten zur Folge, und diese Pflichten sind meiner Ansicht nach nicht minder gross und wichtig, als die Rechte. Eine jede Gemeinschaft und eine jede Partei, die die Leitung eines Volkes anstrebt, hat die PMicht. einen Roden zu schaffen, auf welchem sich sämmtliche Schichten des Volkes versammeln können, und da erhebe ich meine bescheidene Stimme und bitte die leitenden Persönlichkeiten in der zionistischen Bewegung, darauf zu achten, dass nichts geschieht, was die einzelnen Schichten des jüdischen Volkes von dieser Bewegung abstossen könnte. Selbst jene, die sich heute feindlich entgegenstellen, sind es tatsächlich nicht: sie sind es nur rieshalb, weil ihre Vergangenheit in einem anderen Lager steht, von dem sie sich nicht entfernen können. Wenn sie dies werden thun können, werden sie es tatsächlich thun. Ich komme aus einem Lande, welches in seiner Eigentümlichkeit einzig dasteht. Da sehen wir in unmittelbarer Nähe, dass selbst Männer, i\\e uns nicht entgegenstehen, durch die Verhältnisse gezwungen, sind, es nicht in die Welt hinauszuposaunen, dass sie Zionisten sind. Diese Männer fühlen sich häutig durch die Angriffe, die in der Presse erscheinen, beleidigt. Das ist nicht notwendig. Diese Schichten wollen nur aufgeklärt werden.