Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 4 (1900) London, 13. bis 16. August 1900
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 148 (sequence 148)
- Language
- German, English, Hebrew
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— li-S - unseres Volksstammes unterstützt werden muss. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Was mich persönlich anbetrifft, erinnere ich mich sehr \vohIr dass ich schon in meiner frühesten Jugend mit dem grössten Interesse meinen Oheim Sir Moses Montefiore (Jubelnder Beilall. — Die Versammlung erhebt sich.) von seiner innigen Liebe zum Lande unserer Väter habe sprechen hören. Meine Gefühle und Gedanken sind stets diesem Heiligen Landezugewandt gewesen — diesem Lande, für welches aller guten Juden Herzen schlagen müssten. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Sie werden mich deshalb, meine Verehrten, gewiss verstehen, wenn ich sage, dass ich ein ergebener und überzeugter Zionist bin, dass ich alles, was in meinen Kräften steht, thuu werde, um das Gedeihen unserer geheiligten Sache fördern zu helfen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Wir dürfen nicht vergessen, dass der Zionismus eine Bewegung ist, welche alle Juden interessieren sollte, und dass es nicht der Wahrheit entspricht, wenn unsere Gegner sagen, der Zionismus habe nur für diejenigen Israeliten einen Sinn, die in Ländern leben, wo sie unglücklicherweise übel behandelt werden. Nein, meine Verehrten, der Zionismus . ist die Sache aller Juden (Stürmischer Beifall und Händeklatschen.), einerlei, welches auch ihre weltlichen rmstände und Verhältnisse sein mögen. l'nd ich bin überzeugt, dass ich den Gefühlen aller hier Anwesenden Ausdruck verleihe, wenn ich sage, dass ich als Jude jede Beleidigung eines Juden geradeso schmerzlich emptinde, als ob. diese Beleidigung mich selbst träfe. (Lebhalter Beifall und Händeklatschen.) Ausserdem müssen wir bedenken, meine Verehrten, dass, wenn auch die Juden gegenwärtig in vielen Ländern eine gute Behandlung erfahren, dies uns keineswegs zu der Hoffnung berechtigt, dass diese gute Behandlung immer dieselbe bleiben werde. (Allgemeine Zustimmung.) — Thatsächlich ist ja schon öfter nach einiger Zeit das Gegentheil eingetreten. Nehmen wir zum Beispiel Spanien: niemals gab es ein Land, wo die Juden mit mehr Freundlichkeit und Achtung behandelt wurden. Dort war die Duldung gegen die Juden so gross, dass viele von ihnen zu den höchsten und angesehensten Stellungen gelangten. Und docli wissen wir nur zu gut, dass der Tag erschien, au dem die spanischen Juden sehr übel behandelt und sogar mit äusserster Grausamkeit gemartert wurden. Gegenwärtig gibt es kein Land in der Welt, wo die Juden freundlicher behandelt werden als in England. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Und sicherlich schulden wir diesem Lande eine Dankbarkeit, die wir niemals völlig abtragen können. (Erneuter Beifall und Händeklatschen.)