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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1900-01-01 · 4 (1900) London, 13. bis 16. August 1900 · p. Seite 102

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
4 (1900) London, 13. bis 16. August 1900
Date
1900-01-01
Page
Seite 102 (sequence 102)
Language
German, English, Hebrew
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— Uh> — Präs. Dr. Herzl : Diejenigen, die für die Wahl von Generalrednern sind, wollen die Hand erheben. (Geschieht.) Ich bitte um die Gegenprobe. (Dieselbe erfolgt.) Der Antrug Bode nheimor isD angen o m in e n. Ich bitte nunmehr die Heiren, deren Namen Herr Dr. Friede mann vorgelesen hat, jetzt sich hier zu versammeln und die Generalredner zu wählen. Zu diesem Behüte unterbreche ich die Sitzung auf fünf Minuten. (Die Sitzung wird um <*> Uhr 10 Minuten unterbrochen — nach Wiederaufnahme derselben um *» Uhr r.."> Minuten.) Viceprüs. Dr. Mandelstamm: Als Generalredner wurden gewählt; Pro Herr M e n c z e 1. contra Herr Dr. B r a g i n. Ich ertheile Herrn Dr. B r a g i n das Wort. Del. Dr Bragin: Meine Herren! Ich muss zunächst die traurige Thatsache constatieren. dass alle Redner ausgeschlossen sind, weil das Präsidium den einzelnen Herren gestaltet hat. nicht zur Sache zu reden. Es thut mir leid, dass die übrigen Herren, dank der Schuld des Präsidiums, ausgeschlossen sind, vielleicht hätten sie uns doch etwas interessantes mitgetbeilt. Ich werde Halb russisch, halb deutsch sprechen, d. h. ich werde meine russischen Worte übersetzen, denn es gibt manchen Russen, der noch nicht deutsch versteht. (Spricht rtrssisch und fährt dann fort) : Wir sind nicht dazu versammelt, um mit den Händen zu klatschen — ich glaube, Sie werden schon müde geworden sein — sondern damit wir mit dem Geiste arbeiten. Unsere Arbeit kann man in zwei Theile theilen. (Spricht russisch — Rufe: Deutsch reden!) Vors. Dr. Mandelstamm : Entweder Sie sprechen Deutsch, oder Sie sprechen Russisch. Del. Bragin (fortfahrend) : Unsere Arbeit kann man in zwei Theile theilen. 13er eine ist die Agitationsarbeit, der andere ist die wahre Arbeit im engeren Sinne des Wortes. Als wir uns Sonnabend in jener Halle — ich haben den Namen vergessen — versammelten, da ist es zum Zwecke der Agitation gewesen. Es waren Tausende und Abertausende dort versammelt, die keine Ahnung vom Zionismus hatten, und dort mussten wir agitieren. (Rufe: Zur Sache!) Hier aber müssen wir arbeiten. Haben wir gearbeitet? Ich glaube nicht. Haben wir von unserem Actions-Comite gesprochen, wie wir es eigentlich sollten? Sehr wenig. Was hat das Actions-Comite geleistet, wird gefragt. Ich habe keinen Sonderbericht bekommen und aus diesem Berichte ist es nicht zu ersehen. Meiner Ansicht nach hat das Actions-Comite, wenn es etwas geleistet hat, uns darüber keine Rechenschaft gegeben. Wir wissen nicht, was das Actions-Comite geleistet hat. Wenn man uns darüber berichtet hat, dass in Russland und in anderen Ländern Vereine und Lesehallen u. s. w. gegründet wurden, so frage ich : hat das das Actions-Comite geleistet? Nein. Wir haben es gethan. Das Actions- Comite gibt uns nur einen Bericht darüber. Entweder hat also das Actions-Comite nichts zu leisten gehabt, wozu haben wir es dann gewählt?! oder wir haben das Action>- Comite gewählt, aber es thut nichts. Dann bin ich einverstanden, dann ist der Bericht prachtvoll, denn er schildert genau die Leistungen des Actions-Comites. Es wurde heute gesagt, wir müssen das Actions- Comite schonen. Ich bin dieser Meinung nicht. Wäre dies notawendig, dann — entschuldigen Sie, meine Damen und Herren — hätte man sie nicht hereinlassen dürfen und hätte in geschlossener Sitzung sagen müssen: Meine Herren! Wir haben nichts geleistet, weil wir nicht imstande waren, etwas zu leisten, oder weil die Verhältnisse so sind dass wir nicht imstande waren, etwas zu leisten.

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