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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1900-01-01 · 4 (1900) London, 13. bis 16. August 1900 · p. Seite 84

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
4 (1900) London, 13. bis 16. August 1900
Date
1900-01-01
Page
Seite 84 (sequence 84)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— St — Del. Dr. Schlaposchnikoff: Ja wohl! (Rufe: Da hört denn doch alles auf!) Del. Schenkin (spricht russisch. — Hufe: Das gehöre nicht zur Sache!) Vors. Dr. Nordau : Ich bitte die Herren Redner, die doch beiläufig die Reihenfolge, in weicher sie zum Worte kommen sollen, kennen» sich in der 'Nähe der Rednertribüne aufzuhalten. Wir können den Rednern nicht immer eine Pause von fünf Minuten geben, wennjwir den Reden selbst nur fünf Minuten einräumen. Del. Prof. Dr. Mandelstarnm (übersetzt): Herr Schenk in vermisst in dem Berichte des Actions-Comites die Mittheilung, dass in Odessa für die Heranbildung der Jugend viel geschehen sei. Er führt eine ganze Reihe von Schulen an. welche durch die Zionisten ins Leben gerufen worden sind, wobei er eonstatiert, dass hierbei zwischen den verschiedenen Parteien, auch denen nichtzionistischer Färbung, wie Chowewe Zion, keinerlei Misshelligkeiten bestanden, sondern dass alle nach einer und derselben Richtung einmüthig für die Hebung derCultur thätig waren. (Beifall.) Del. Dr. Levin (spricht russisch). Del. Prof. Dr. Mandelstarnm (übersetzt): Der Herr Vorredner sagt, dass nicht nach der Zahl der Sehekel, nicht nach der Ouantität der Shares, die gezeichnet worden sind, die Bewegung in Russland zu bemessen sei. sondern dass der Zionismus an und für sich eine colossale Gährung hervorgerufen habt», von der bis jetzt keine Spur vorhanden gewesen sei. Weira das Aetions-Comite als Parole ausgegeben hat. dass wir die Gemeinden erobern sollen, so hat es damit nicht eine gewaltsame Eroberung gemeint, sondern eine solche durch unsere moralische Einwirkung und durch die Einwirkung auf die .Jugend, l'nd dieses Ziel hat der Zionismus auch vollkommen erreicht. Die Literatur hat dank unserer Bewegung einen unerhörten Aufschwung genommen, und wenn sie auch nicht von Zionisten selbst betrieben wird, so haben die Zionisten doch diesen Aufschwung veranlasst, desto besser. Die Schulen, welche errichtet worden sind, sind auch nicht ausschliesslich von Zionisten gegründet worden, aber der Antrieb, der Sporn dazu gieng von den Zionisten aus. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Wir dürfen unsere Bewegung nicht vom kleinlichen Standpunkte der Sehekelzahler oder Actienzeichner beurtheilen und können dreist behaupten, dass dieselbe von Tag zu Tag einen colossaleren l'mfang annimmt. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Del. Dr. J. L.Landau: Verehrte Versammlung! Man hat nicht immer Ursache, darauf stolz zu sein, dass man jahrelang an einem Gedanken haftet, ohne Fortschritte gemacht zu haben. Diese paar Worte sollen dazu dienen, meine weiteren'Ausführungen, zu welchen ich soeben angeregt wurde, zu rechtfertigen. Seit dem Jahre Lsst, als meine erste Broschüre über den jüdisch-nationalen Gedanken erschienen war, habe ich an dem Gedanken festgehalten, dass die 1'liege der jüdischen Cultur, was man heute Jüdische Cultur* nennt, das einzige Mittel sei. wodurch der Zionismus sich zum Siege werde durchringen können. Dieser Ueberzeugung bin ich selbstverständlich noch immer, das heisst in einem bestimmten, eingeschränkten Sinne. Ich will damit denjenigen Herren entgegentreten, welche von dem Aetions-Comite etwas verlangen und fordern, was das Actions-Comite momentan zu erfüllen nicht in der Lage ist. Und darin besteht der Fortschritt, den ich durch die Erfahrungen, die ich seit wenigen Jahren zu sammeln Gelegenheit hatte, gemacht habe. Die Aufgabe des Actions-Comites, dieser Centralstelle, ist es in erster Reihe, zunächst und zuvörderst, die

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