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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1900-01-01 · 4 (1900) London, 13. bis 16. August 1900 · p. Seite 70

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
4 (1900) London, 13. bis 16. August 1900
Date
1900-01-01
Page
Seite 70 (sequence 70)
Language
German, English, Hebrew
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- 70 — solche welche am meisten leiden und schmachten und für welche die Bestrehungen des Zionismus eine wahre Heils- und Erlösungsbotschaft bedeuten — dass gerade solche Volksmassen noch immer keine Ahnung davon haben, dass in der Judenschaft die dumpfe Lethargie und Indolenz einem neuen, frischen und muthvolien (Jeiste gewichen ist, der nicht, davon zu überzeugen ist, dass es von der Vorsehung und für alle Zeiten bestimmt sei, dass Jude sein gleichbedeutend sein müsse mit leiden. Und dieser neue Geist im Judenthum, er will alle, auch die weitverschlagensten und zerstreutesten Splitter unseres Volkes, nicht vergessen. Ein notabler Jude aus Marokko, wo;»üü.000 unserer Stammesbrüder unter einem furchtbaren Joche, unter einer barbarischen Tyrannei seufzen, schrieb uns erstaunt und erfreut: Alle sind wir Zionisten und bcgrüssen es jubelnd, dass auch unsere Brüder im freien Europa von der gleichen Sehnsucht nach Zion erfasst sind. Auf dem nächsten Kongresse wollen wir es Euch mündlich sagen lassen durch unsere Abgesandten. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Doch nicht nur im \veltabge>chiedenen Marokko, nein, mitten unter uns erklären llabbinen und Laien noch immer, nichts vom Zionismus gehört zuhaben, oder sie haben von unserer Bewegung noch immer die irrigsten, verkehrtesten und falschesten Begriffe. Wo immer nur uns die Möglichkeit zur richtigen und ehrlichen Darlegung unseres Programmes gegeben war, hatten wir bei allen jenen, die noch dem .ludenlhum nicht abgestorben sind und die sich nicht mit aller Macht überzeugenden Argumenten, unwiderlegbaren Thatsachen und zwingenden (!runden veischliessen wollen, stets Erfolg. Die Gelegenheit zur Propaganda zu suchen und zu finden, war unsere grösste Sorge, unser heisses Bemühen, dem wir nur genügen konnten mir. Hilfe der stetig zunehmenden Zahl der freiwilligen Agitatoren, die sich, selbst begeistert, begeisternd in den Dienst der Volkssache stellen.;Soch immer aber ist die Zahl derjenigen zu gering, welche sich nicht damit begnügen passive Zionisten zu sein, sondern auch activ theilnehmen wollen an der Propaganda der Idee, die sie selbst moralisch erhoben und befreit hat, und unser arg vernachlässigtes Volk allein aus seiner kaum erträglichen Lage zu befreien imstande ist. Die wirksamste Agitation ist die von Mund zu Mund, von Herz zu Herz. Dabei darf die Wiiksamkeit des gedruckten Wortes natürlich nicht vernachlässigt werden. Durch Broschüren und Zeitungen haben wir unsere Ideen auch in jene Kreise zu tragen gestrebt, in welche wir persönlich nicht einzudringen vermochten. Die zionistische Presse hat an Umfang und Bedeutung auch im heurigen Jahre zugenommen, aber wir möchten Ihnen vorschlagen, in .dieser Versammlung, welche Kenner der Verhältnisse in der

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