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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1900-01-01 · 4 (1900) London, 13. bis 16. August 1900 · p. Seite 68

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
4 (1900) London, 13. bis 16. August 1900
Date
1900-01-01
Page
Seite 68 (sequence 68)
Language
German, English, Hebrew
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— *;s — aber sobald unsere Organisation vollständig ausgebildet sein wird, hoffen wir jeden zu erreichen. Wir sind selten auf eine Weigerung gestossen, wenn wir jemanden aufgefordert haben, sich uns anzuschHessen. Bezüglich der „Jüdischen Colonialbank" sind wir infolge des vorgerückten Zeitpunktes, zu dem wir die Subscriptions-Formulare erhielten, erst vor kurzem imstande geweseu. die Sache ernstlieh zu betreiben. Trotzdem haben wir bereits über 1000 Subscribeuten gesichert und hoffen, im nächsten Jahre diesen noch viele Namen hinzuzufügen. (Heifall und Rufe: Bravo Cnnada!) Was die allgemeine Lage der Juden in Canada betrifft, so ist sie eine ausserordentlich günstige. Es ist kaum nothwendig. anzuführen, dass, nachdem Canada einen Theii des britischen Reiches bildet, die Gesetze unseres Landes den Juden alle Rechte geben, deren sich die anderen Confessionen erfreuen. Man erhebt keine wie immer gearteten Verdächtigungen gegen sie, das wäre unmöglich unter der britischen Flagge. Die Juden Canadas stehen bei ihren Mitbürgern in hoher Achtung. Seit dem Ausbruch der Verfolgungen in Russland und Rumänien kamen viele .luden nach Canada. Viele hatten nicht einen Kreuzer in der Tasche und mussten unterstützt werden. In erstaunlich kurzer Zeit wurden diese Leute selbständige nützliche Bürger, die jetzt selbst zu den Institutionen beisteuern, die ihnen zuerst geholfen haben. Einige dieser Einwanderer haben in Moosemin in der Provinz Manitoba mit Hilfe der Baron Hirsch- Stiftung eine Ackerbau-Colonie gegründet. Obwohl sie am Anfange die gewöhnlichen Schwierigkeiten zu überwinden halten, hat sich doch schliesslich der Erfolg bei ihnen eingestellt. Man muss gestehen, dass diese Immigranten es durchwegs verstanden haben, den Erfolg auf ihre Seite zu hiingen. Aus ihrer Mitte giengen Arbeiter, Aerzte, Advocaten, Industrielle, Kaufleute, Handwerker aller Art hervor. Nun behaupte ich, wenn sich schon dieses Rohmaterial zu einer geachteten, wohlhabenden Classe von Bürgern emporgeschwungen hat, zu Bürgern, die eine Quelle der Kraft und des Wohlstandes Canadas bilden, so würden sie doch eine gleiche, vielleicht noch grösser«» Quelle von Wohlstand und Gedeihen für das Ottomanische Reich bedeuten, wenn man ihnen in Palästina dieselben Chancen und dieselbe Freiheit der Entwicklung bietet wie in Canada. Diesen liegenstand haben wir im Auge, wenn wir uns auf diesem Congresse versammeln. Unsere Hoffnung, unser Streben geht dahin, ein rechtlich gesichertes Heim in Palästina für diejenigen Juden zu schaffen, welche auswandern, um der Verfolgung zu entfliehen, damit sie, anstatt ein Heim in Ländern zu suchen, die sie nicht kennen, stets ein ihnen offenstehendes Heim finden im Lande ihrer Ahnen! Meine Freunde! Es mag geraume fZeit in Anspruch nehmen, bis wir unser Ziel erreichen, doch lasst uns unerschütterlich mit vereinten Kräften fortarbeiten! Lassen wir uns durch kein Hindernis schrecken, durch keine Verzögerung entmuthigen, und es wird uns gelingen, unser grosses Ideal zu verwirklichen, unser Ideal, welches, die einzig logische, die einzig ausführbare, die einzig anstrebenswerte Fortsetzung unser ruhmvollen Vergangenheit darstellt. (Langanhaltender Beifall.) Del. Schenkin (spricht russisch). Del. Dr. Mandelstamm (übersetzt): Herr S c h e n k i n hatte Gelegenheit, in Palästina zu sein, und da bringt er nun dem IV. Congresse im Kamen der Landarbeiter von Palästina herzliche Grüsse. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Del. Gewitsch (zur Geschäftsordnung): Ich frage das geehrte Präsidium an, warum es nicht hei der von früheren (Kongressen her gewohnten Uebung bleibt, dass jede in einer anderen Sprache vorgetragene- Rede wenigstens auszugsweise ins Deutsche übersetzt wird.

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