Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1900-01-01 · 4 (1900) London, 13. bis 16. August 1900 · p. Seite 32

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
4 (1900) London, 13. bis 16. August 1900
Date
1900-01-01
Page
Seite 32 (sequence 32)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
93% known words query
IRI
…/3476254-3476262--1104-3477240
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Oiseussionen oder mit anderer jüdischer Literatur. In der Nachbarschaft von Bouth Street Buildings in Wlutechapel (dem Häuser-Gomplex. welches vielleicht mehr als andere von ausländischen sogenannten „Grünen" bei ihrer Ankunft bewohnt werden, ist ein „ehovra" oder ein jüdischer (Hub und eine kleine Synagoge, welche den Versammlungsort der russischen und polnischen Juden bildet, und welche unähnlich anderen „ehevras* den ganzen Tag offen ist. Die Wohnungen sind im Herzen des Schneidergeschaftes und die benachbarten Gebäude sind voll kleiner jüdischer Arbeitsläden. In der flauen Zeil der Schneidergeschäfte findet man diese „ehevras" voll von den ärmsten der ausländischen Juden, eifrig bestrebt Talmud zu discutieren, welcher von einem in «1er Mitte des Zimmers sich befindlichen Pulte ab. von einem ihrer Anzahl gelesen und erklärt wird. Dieses Doppelleben des Juden, die Coneentration der einen Hälfte seiner Gedanken auf Gewinn und die andere Hälfte auf sein Volk, «Jessen Literatur und Geschichte muss m<m verstehen, um die Stellung zu fassen, welche er in der industriellen Welt einnimmt. Es ist ihm somit ermöglicht, zu überleben und Interesse am Leben unter Bedingungen zu linden, welche für einen englischen Arbeiter unerträglich wären, während das furtwahrende Studium während vieler Generationen der (Kasuistik des rabbinischen Gesetzes nach der Meinung deier, die zu urtheilen berechtigt sind, kein geringes Mittel war, seine Facultäten zu schärfen und ihn einen formidablen industriellen Goncurrenten werden zu lassen. Der englische in seinem Fache bewanderte Arbeiter findet oft in seiner Trade Union mit ihren Idealen der Amelioratiou der Bedingungen der Arbeit die Genugthuung einesgrossen Theibs seiner socialen und selbst religiösen Instinkte. Bei dem ausländischen Juden werden die beiden Seiten fern gehalten — im Geschäft ist er blosser ökonomischer Üoncurrent, während seine communistischen Gefühle in ganz andere Cauäle laufen, viz.: „Kace patriotism" anstatt rtrade Organisation*. Alle scheinen übereinzustimmen, dass der moralische Charakter der jüdischen ärmeren Gassen Englands ein guter ist. (Lebhafter Beifall.) Ihre Sobrietät würde wahrscheinlich genügen, dies zu erklaren, wie man gestehen muss, sie vieles andere erklärt, was sie betrifft, z. B., dass sie leben und unter Lohnbedingungen vorwärts kommen können, geringer als die, auf welchen der gewöhnliche Arbeiter stehen bleibt oder anfängt. Diese Nüchternheit erklärt gewiss auch, dass es ihnen möglich ist, anhaltender und länger, ohne müde zu werden, zu arbeiten, als diejenigen, welche sich auf alkoholische Getränke verlassen. Vielleicht ist es dieser Nüchternheit zuzuschreiben, was das House of Commons Committee über Einwanderung allgemein über den Ausländer sagt. Es sagte: „Ihr physischer Zustand ist niedriger als der des britischen Arbeiters, aber ihre Gesundheit scheint dem ungeachtet gut zu sein, obgleich sie die Sanitätsgesetze vernachlässigen." Aber was immerhin der directe oder indirecte Einfluss ihrer Nüchternheit sein mag, die Thatsache bleibt, dass jede angestellte Untersuchung in die Lage der

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.