Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 3 (1899) Basel, 15 bis 18. August 1899
- Date
- 1899-01-01
- Page
- Seite 184 (sequence 184)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/3476254-3476260--0993-3477128- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 184 - Del. Buber: Ich möchte bitten, dass die Vertreter des Agitations- Comites etwas länger reden dürfen, wir werden uns ohnedies thunlichst kurz fassen. Vors. Dr. Herzl: Wenn der Congress sich für 5 Minuten entscheidet, so gilt dies für alle ohne Ausnahme. Wer für die 5 Minuten ist, wolle die Hand erheben. (Geschieht.) Ich bitte um die Gegenprobe. (Dieselbe erfolgt.) Angenommen. Wer für Schluss der Rednerliste ist, wolle die Hand erheben. (Geschieht.) Ich bitte um die Gegenprobe. (Dieselbe erfolgt.) Angenommen. Del. Dr. Weizmann: Ich möchte vorschlagen, dass Generalredner gewählt werden, um die Verhandlung abzukürzen. Vors. Dr. Herzl: Dies ist jetzt schwer, da die Debatte noch nicht reif genug ist. Die Debatte ist bisher bloss eine informative ohne pro und contra. Del. Dr. Weizmann: Ich beantrage, dass vom Organisations-Ausschusse ein Herr gewählt werde, der ausreichende Erklärungen abgibt, damit Wiederholungen vermieden werden. Del. D. Trietsch: Es stehen noch drei Punkte auf der Tagesordnung: Colonisation, Initiativ - Anträge und Eventualia. Ich habe nicht gehört, dass die Absicht besteht, diese drei Themata heute vorzubringen. Vors. Dr. Herzl: Wir werden selbstverständlich trachten, alles zu erledigen : ob aber der Congress dazu kommt, weiss ich nicht. Del. D. Trietsch: Ich möchte nicht, dass über drei so wichtige Punkte ganz hinweggegangen werde. Vors. Dr. Herzl: Das hängt lediglich vom Congresse ab. Del. D. Trietsch: Meine Herren! Ich habe den Antrag zu stellen, dass für Amerika für das Jahr vier Mitglieder in das Actions-Comite gewählt werden, die, wie ich hier ausdrücklich erkläre, vor dem Weener Actions-Comite als durchaus gleichberechtigt zu gelten haben. Ich erwarte eine diesbezügliche feste Zusage. Es mag exorbitant erscheinen, wenn für ein Land, das bisher zwei Herren im Actions-Comite hatte, jetzt vier verlangt werden: aber die amerikanischen Verhältnisse bedingen es. und ich werde mit allen Mitteln darauf bestehen. Hier meine Gründe: Die Entfernungen in Amerika sind ausserordentlich gross, so dass es von selbst geboten erscheint, unsere zionistischen Centren anzuerkennen, die friedlich zusammenarbeiten sollen und auch werden, die aber nicht gegen ihren Willen gezwungen werden können, vorzugehen, wie es möglicherweise, wenn auch nicht wahrscheinlicherweise, einem einzelnen Herrn oder einem einzelnen dieser Centren belieben wird. So wie wir europäischen Landesorganisationen volle Freiheit voneinander einräumen, so haben wir sie auch Staatengruppen der Republik jenseits des Meeres zu gewähren, die grösser sind und mehr Juden enthalten und weiter von einander entfernt sind als europäische Länder. Im übrigen haben wir, was ich hier praktisch für Amerika verlange, theoretisch als unter Umständen wünschenswert von Herrn Dr. Klee erwähnen hören. Die bisherigen beiden amerikanischen Mitglieder des grossen Actions-Comites waren in New-York ansässig, unter dessen halber Million Juden sie ein schwer zu bewältigendes Arbeitspensum fanden. Die Ziffer von 2 für New-York wird also weiter als nothwendig zu erachten sein. Wir haben gehört, dass Rev. W i s e, dessen gewinnende Persönlichkeit den meisten von Ihnen noch vom vorigen Congresse in