Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 3 (1899) Basel, 15 bis 18. August 1899
- Date
- 1899-01-01
- Page
- Seite 106 (sequence 106)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 106 — nachdem es auch Einblick in die Rechnungen des vorhergegangenen* Jahres gehabt, geprüft und sie in Ordnung gefunden hat. Da& Comite wünscht zugleich seine Anerkennung betreffs der von Herrn Dr. Kokesch geleisteten Dienste und der sorgsamen Art und Weise, in welcher die Schekelsammlungen controliert worden,, auszusprechen. Deleg. Dr. Freudenberg spricht russisch. Schriftführer Dr. Tschlenow: Herr Dr. Freudenberg hat soeben Folgendes gesagt: Sehr geehrte Versammlung! Als Vorsteher einergrossen jüdischen Gemeinde, als Senior der Delegierten, die mit der grössten Spannung ille Ausführungen über den Rechenschaftsbericht verfolgt haben, erlaubt sich Herr Dr. Freudenberg zu constatieren.. dass alle diese Bemerkungen durchaus nicht aus dem Grunde der Opposition oder des Misstrauens stammen, sondern nur aus dem Wunsche, unserer heiligen Sache nach besten Kräften zu dienen und uns eine allgemeine Klarheit über alle Fragen zu schaffen. Herr Dr. Freudenberg behauptet, dass die Mitglieder des Actions-Comites^ und insbesondere der hochverehrte Herr Präsident im Laufe des Jahres, nach besten Kräften zum Nutzen der Sache gearbeitet haben. Herr Dr. Freudenberg schlägt der Versammlung folgende Resolution vor: Der Congress beschliesst, dem hochverehrten Herrn Präsidenten, Dr. Theodor Herzl (Stürmischer, langandauernder Beifall, und Händeklatschen, die Versammlung erhebt sich), dem grossen Actions-Comite und dem Wiener Comite für ihre rastlose und zweckdienliche Thätigkeit im Laufe des verflossenen Jahres sein vollstes* Vertrauen und das Absolatorium auszusprechen. (Stürmischer Beifall, und Händeklatschen.) Vors. Dr. Herzl (das Präsidium übernehmend, stürmisch acclamiert) Bevor ich Mr. Bentwich das Wort ertheile, will ich noch zu einer persönlichen Bemerkung das Wort ergreifen. Es ist mir aus dem Plenum mitgetheilt worden, dass einige meiner Bemerkungen der Abwehr, die ich heute »vormittags gegen Herrn M o t z k i n gebraucht habe, den Glauben erwecken konntem als wäre ich nicht davon überzeugt, dass Herr M o t z k i n nach bestem Wissen und nach bester Ueberzeugung gesprochen hat. Ich lege ein besonderes Gewicht darauf, zu betonen, dass es mir gänzlich ferne gelegen ist, die guten Intentionen des Herrn M o t z k i n irgendwie in Zweifel zu ziehen. Es wäre mir ausserordentlich unangenehm, wenn eine so ausserordentliche Kraft, wie Herr M o t z k i n, der uns schon wiederholt bei mancher Arbeit, geholfen hat, der voriges Jahr nach Palästina gegangen ist und den bekannten ausgezeichneten Bericht erstattet hat, durch Bemerkungen verstimmt werden könnte, die ich in $ev Polemik zu machen gezwungen war. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Del. Bentwi'ch (spricht englisch). Vors. Dr. Gaster (übersetzend): Mr. Bentwich sagt, dass er sich, soweit es sich um das Vertrauen zum Actions-Comite handelt, diesfalls den Beschlüssen anschliesst, die gefasst wurden, trotzdem die Engländer nicht so gewürdigt worden sind, wie es hätte der Fall sein sollen.