Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 3 (1899) Basel, 15 bis 18. August 1899
- Date
- 1899-01-01
- Page
- Seite 97 (sequence 97)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 97 — Es muss aber genügendes Pflichtgefühl, Wille und Fähigkeit, etwas zu leisten, vorhanden sein, und jeder kann in seinem Lande und Sprengel genug leisten. Ich will nur streifen, dass speciell in Bezug auf Galizien als eine der grössten Schwierigkeiten bei der Agitation der Umstand bezeichnet werden muss, dass wir über keine zionistische Presse verfügen. Trotz dieser Schwierigkeiten gelang es aber doch, im Lande ein grosses Agitationsgebiet zu eröffnen. In zweihundert Versammlungen konnte ich constatieren, dass die Zahl der Schekelzahler, die Zahl der zionistischen Vereine und die Zahl unserer Freunde überhaupt bedeutend gewachsen sei, und ich kann mit Genugthuung feststellen, dass wir in diesem Jahre trotz der Störung, die durch die Subscription der Colonialbank verursacht wurde, 60 Percent mehr an Schekel erzielten als im Vorjahre. (Beifall.) Nachdem ich auf diese Weise die Anwürfe gegen das Actions- Comite auch im Namen meiner übrigen Collegen zurückgewiesen zu haben glaube, wende ich mich dem zweiten Theile der erhobenen Anwürfe zu. Dieser zweite Theil ist ein localgalizischer, und Sie werden mir gestatten, in meiner Eigenschaft als Obmann der galizischen Delegation mit kurzen Worten darauf zu replieieren. Von dem ersten Herrn Redner Dr. Werner wurde das Actions- Comite angeklagt, dass es ihm noch nicht gelungen sei, diese sogenannte Landplage, die auch schädigend auf die Entwicklung des Zionismus in der übrigen Welt wirkt, zu beseitigen, und auf der anderen Seite haben wir aus dem Munde des Herrn York - Steiner wieder eine abfällige Kritik des Ahavath-Zion gehört. Vors. Dr. Mandelstamm (unterbrechend): Ich mache Sie darauf aufmerksam, dass Ihre Zeit um ist. Beeilen Sie sich. DeL Dr. Rosenheck: Es ist dies sehr wichtig, weil gerade über die Thätigkeit des Ahavath-Zion sehr unsichere Gerüchte in die Welt gesetzt werden, die in Wirklichkeit gar nicht begründet sind. Der Teufel ist gar nicht so schwarz, wie er gemalt wird. Man muss nur ganz genau die Entstehungsgeschichte des Ahavath-Zion kennen. Man darf nicht engherzig sein und muss zugeben, dass die Führer des Ahavath-Zion bewährte, alte, tüchtige Zionisten sind. Es sind Leute, die zu der Zeit, als wir noch nichts vom Zionismus wussten, die ersten Pionniere in Galizien gewesen sind, und als in den Achtzigerjahren in Charkow der Ruf nach dem praktischen Zionismus ertönte, haben sie zuerst diese Idee erfasst und den praktischen Zionismus weiter fortgeführt — ohne Programm und ohne zu wissen, wie sie zum Ziele kommen sollen — und als das Baseler Programm erschien, haben sie es zum Scheine angenommen. Vors. Dr. Mandelstamm: Ich muss Sie unterbrechen, denn ihre Zeit ist um. (Rufe: Fortsetzen!) Ich frage die Versammlung, ob Herr Doctor R osenheck weitersprechen soll.