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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1898-01-01 · 2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898 · p. Seite 96

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898
Date
1898-01-01
Page
Seite 96 (sequence 96)
Language
German, English, Hebrew
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- 93 — Schriftführer Wl. Temkin (übersetzend) : Redner meint, dass verschiedene Formalitäten uns nicht stören sollen, wenn wir bei einer solchen Frage sind und dass wir aus solchen Gründen die Beurtheilung der Frage nicht aufschieben sollen. Er meint, dass, wenn wir das auf die letzte Sitzung aufschieben, mit dieser Frage das geschehen wird, was mit den Culturfragen im vorigen Jahre geschehen ist. Dr. Theodor Herzl: Es ist ja selbstverständlich, dass das Präsidium des Congresses nicht eine andere Tagesordnung einrichten kann, als die, welche der Congress haben will. Diese Befugnis des § 23 bezieht sich nur darauf, dass, wenn irgendwelche deutliche Wünsche nicht vorhanden sind, das Präsidium die Tagesordnung feststellt. Wenn Sie heute in die Discussion über die Colonialbank eintreten wollen, wird es nothwendig sein, dass sie sich nicht nachmittags versammeln um 4 Uhr, sondern eine Nachtsitzung abhalten. Es müsste in diesem Falle die öffentliche Sitzung am Nachmittag entfallen, in welcher wir in die Discussion über das Programm des Herrn Prof. Mandelstamm eintreten wollten, und es müsste auch die Colonisationsdebatte, welche heute nachmittags stattfinden sollte, verschoben werden. Ich vermuthe, dass, wenn eine andere Eintheilung der Tagesordnung stattgefunden hätte, gesagt worden wäre, wir wollen die Colonisationsdebatte ersticken. Da wir nun geglaubt haben, dass Sie sich in der Colonisationsdebatte, wo es verschiedene Standpunkte gibt, ausbreiten wollen, haben wir eben die Tagesordnung so angeordnet. Will aber der Congress die Colonisationsfrage auf morgen verschieben oder die Culturfrage als letzte behandeln, so werden Sie einfach darüber zu entscheiden haben. Wir haben die Tagesordnung festgesetzt, weil wir geglaubt haben, dass es so am praktischesten ist und wir dabei unsere Bankconferenz in Ruhe hätten zu Ende führen können. Ich stelle übrigens den Antrag, dass der Herr Vorsitzende die Abstimmung in dem Sinne leite, dass zuerst darüber abgestimmt wird, ob die Herren mit dem Vorschlage des Präsidiums einverstanden sind. Wenn dies nicht der Fall sein sollte, werden die anderen Anträge zur Abstimmung gebracht werden. Vorsitzender Vicepräsident Dr. Nord au : Ich stelle an den Congress die Frage, ob er wünscht, dass die Tagesordnung in der vom Vorsitzenden vorgeschlagenen und jetzt geänderten Weise festgesetzt werde, dass die Bankfrage dann vorgenommen werde, nachdem der Berichterstatter des Bankausschusses erklärt haben wird, dass er in der Lage ist, Bericht zu erstatten. Schriftführer Lag. W. Temkin übersetzt den Vorschlag des Präsidiums ins Russische. Vorsitzender Vicepräsident Dr. Nordau : Das Präsidium beantragt, dass zuerst die Colonisations- und dann die jüdischen Culturfragen, an dritter Stelle die Organisation und an vierter Stelle die jüdische Colonialbank vorgenommen werde. Diejenigen, die für diese Reihenfolge sind, wollen die Hand erheben. (Geschieht.) Ich bitte um die Gegenprobe. (Nach einer Pause): Der Antrag des Präsidiums ist mit 85 gegen 46 Stimmen angenommen. (Lebhafter Beifall.) Del. Dr. D. Neumark: Ich halte das jetzige Vorgehen des Präsidiums für unrichtig und illegal. Die Tagesordnung liegt vor und wenn ein Antrag auf Aenderung der Tagesordnung gestellt wird ...... Vorsitzender Vicepräsident Dr. Nordau : Ich bemerke, die Aenderung der vorliegenden Tagesordnung wurde bereits angenommen. Ich kann eine Discussion über einen Beschluss nicht zulassen. Del. Dr. D. Neu mark: Ich constatiere nur, dass die vollzogene Abstimmung null und nichtig ist und nicht zurecht besteht.

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