Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 45 (sequence 45)
- Language
- German, English, Hebrew
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gesichert sein wird. (Stürmischer Beifall und Händeklatschen.) Ferner sei noch erwähnt, dass das Actionscoinite. um seine Intervention angegangen, auch bei der Gonfcrcnz der bulgarischen Zionisten durch Herrn Carl Bringer vertreten war. Wenn wir noch hinzufügen, dass die Mängel und Lücken unserer bisherigen Einrichtungen das Actionscoinite veranlassten, auf Grund der im Verlauf seiner Thätigkeit gesammelten Erfahrungen einen neuen und. wie wir glauben, verbesserten Organisationsentwurf auszuarbeiten und diesem Gongresse vorzulegen, so haben wir in grossen Zügen die Hauptmomente unserer Bestrebungen im Sinne des ersten der zwei früher erwähnten Gesichtspunkte geschildert. Als zweites Hauptziel der Bestrebungen des Aetionscomites nannten wir die Gründung der j ü d i s c h e n G o 1 o n i a 1 b a n k. Diese ist die unmittelbare logische Gonsequenz der neuen, erweiterten Form, die der Zionismus seit dem ersten Gongresse angenommen hat. Die nationale Wiedergeburt eines Volkes und radicale socialpolitische Reformen sind Dinge, die man nicht mit Hilfe der Barmherzigkeit durchführt. Eher ist kein Feld für Bethätigung der Wohlthätigkeit. Damit soll dieser ihre sonstige Berechtigung nicht abgesprochen werden. Die Wohlthätigkeit ehrt den Spender, aber sie entehrt und entwürdigt den Beschenkten, wenn sie diesen ans Nehmen gewöhnt. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Nicht ein Volk von Schmarotzern soll auf dem heiligen Boden unserer Väter erzogen werden, sondern ein Volk von unabhängigen, auf eigenen Füssen stehenden, freien Männern. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Unser Volk will keine Almosen, arbeiten will es. im Schweisse seines Angesichtes will es sich den Boden erwerben, zu dessen Erlangung nur es Hilfe braucht. Darum fort mit der Almosenwirtschaft, fort mit der Wohlthätigkeit dort, wo sie nicht am Platze ist! Die Erlangung der vom Zionismus angestrebten Heimstätte ist eine politische und wirtschaftliche Frage und als solche bedarf sie ganz anderer Mittel als der bisher üblichen. Wirtschaftliche Ziele werden nur mit wirtschaftlichen Mitteln erreicht, und ein solches ersten Ranges soll die jüdische Golonialbank werden. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Dieses Institut, nach welchem der Volkswille schon seit 15 Jahren lechzt, das aber wegen der engen und kleinen Fassung des zionistischen Gedankens, trotz mehrfacher Versuche nie zustande kommen konnte, ist die unumgängliche ökonomische Vorbedingung für eine gedeihliche Entwicklung unserer Sache. Darum hat das Actionscoinite der Gründung der jüdischen Golonialbank seine ganze Aufmerksamkeit, zugewendet, und wir können mit Freude constatieren, dass schon der Wiederhall, den unser erster Ruf im jüdischen Volke gefunden hat, eine glückliche Lösung dieser Frage in Aussicht stellt. Wir haben heute mit