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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1898-01-01 · 2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898 · p. Seite 4

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898
Date
1898-01-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 4 — todt und verschollen. Wir aber hatten dunkel gefühlt, bevor es in unser Bewusstseiu trat, dass dies nicht wahr sei. Der Tod ist ja das Ende aller Leiden; woher kam es also, dass wir litten? (Sehr gut!) So hat sich uns,der Spruch des Denkers gewandelt: „Ich leide, also bin ich!" Und allmählich, von Unbill zu Unbill, nahm diese Erkenntnis festere Fofrnen an, bis das Volksbewusstsein tertig dastand, auch noch nicht Gemeingut aller, aber mit einer starken Fähigkeit ausgestattet .sich zu verbreiten. Und wirklich, es drang weiter, Köpfe und Herzen ergreifend, alt und jung werbend, und der erste Congress der Zionisten war bereits eine Kundgebung dieses ins Leben zurückgekehrten Volksbewusstseins. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen). Aber es gab manches ernste und schwere Bedenken gegen die Einberufung einer solchen Versammlung von Bürgern verschiedener Länder. Würde nicht von unseren Feinden die Beschuldigung erhoben werden, dass wir einen internationalen Bund gegen." unsere christlichen Mitbürger schliessen wollten, würde dadurch nicht unsere Lage in den einzelnen Ländern noch verschlimmert werden? Dem gegenüber haben wir von Anfang an mit aller Deutlichkeit betont, haben es durch jede unserer Handlungen erhärtet, dass wir durchaus keinen internationalen Verein, sondern nur die internationale Discussion wollen. (Allgemeine. Zustimmung.) Und das sei hier noch einmal zum ewigen Gedächtnis wiederholt: es kann sich bei uns nicht um Bündeleien, geheime Interventionen und Schleichwege handeln, sondern nur um eine offene Besprechung unserer Gegenwart und - Zukunft unter der beständigen Controle der öffentlichen Meinung. (Lauter Beifall und Händeklatschen.) Es muss der Ton der Wahrheit in unseren Worten gewesen sein; denn der Congress hat vielfach Theilnahme hervorgerufen selbst bei denjenigen, die den Juden vorher gleichgiltig oder unfreundlich gegenübergestanden. Jedes ehrliche Volksthum, das sich nicht unter fremden Masken verbirgt, hat ein natürliches Recht auf Achtung* und Duldung seitens der anderen Völker, wenn es diese nicht bedroht. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Vergessen wir selbst in unseren von Antisemitismus verdüsterten Tagen nicht, dass eine grossmüthigere Zeit vorhergegangen war, in der uns alle Culturvölker die Gleichberechtigung schenkten. Der Wille war zweifellos ein guter, aber der Erfolg war kein genügender. Lag es an _unsT oder lag es an-'den anderen?1 Wahrscheinlich an beiden oder vielmehr in den von lange her gewordenen Umständen, die sich durch Gesetz und Verordnungen nicht abschaffen Hessen. Die Gesetze ■waren freundlicher als die Gewohnheiten. Und wir erlebten den Rückschlag, diese colossale Regung der Eeue bei den Völkern, die uns soeben in Gnaden aufgenommen hatten. — Aber aus der Emancipation, die ja doch nicht rückgängig zu machen und aus dem Antisemitismus, der ja doch nicht wegzuleugnen ist, ergab

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