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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1896-12-11 · Heft 30 (11.12.1896) · p. Seite 7

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
16 (1896)
Issue
Heft 30 (11.12.1896)
Date
1896-12-11
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nr, 80 GesterperchiM-pMAriMeAantyren-Zeitung. Seite 7, Budweis, -am 2. Deeemker 18g6. (Chanukafeier). Der Chanukaverem Vegieüg Heuer deü Anfang des Chanukafestes in höchst seierlicher Meise. Sonntag- ^deu ßd.November 1896 Nachmittags wurden 54 arme jüdische Schülkinder mit Schuhen und Winterkleidern beschenkt. Hierauf fand im ist Tempel ein festlich er Gottesdienst statt, -bei welchem-der Rabbiner Dr. Adam Wunder,die Bedeutung des Festes mit beredten Worten schilderte. Beim Gottesdienste functionirte Herr. Obercantor Wilhelm Speiser,, der mit seiner schönen Baritonstimme die ritualen Weisen mit richtigem Verständniße zum Vortrag brachte. -Hiebei wurde er aufs beste unterstützt von dem unter der^bewährt trefflichen Leitung des Ehordirigerrten Hugo Gans stehenden-gutgeschulten Tempelchöre. Abends fand im großen Saale des deutschen Hauses ein Familienabend mit Tanzkräuzchen statt: An den Vorträgen betheiligten sich unter vielem Beifalle Damen und Herren der hiesigen Gesellschaft. Auch hier hatten wir Gelegenheit,׳ Herrn Obercantor Speiser als Cöncertsänger zu hören- 8er den Prolog aus Bajazzo sang und lebhaft acclamirt wurde. . TaÄxaUj 30. Nov. MH a n ü k a - F eier). In höchst festlicher Weise wurde gestern zur Erinnerung an die Heldenthaten der Makkabäer über Anregung und unter der Leitung unseres Obercantörs und Lehrers, Herrn Josef Hill er, eine Feier ab geh alten, än welcher sich der Cultusvorstand, die Schuljugend, die Gemeindemitgliedermit ihren Frauen so zahlreich betheiligten, dass der Sitzungssaal und das daran anstoßende Schulzimmer die erschienenen Festgäste, gar nicht fassen konnten. Nach Anzünden der Chauukälichter und der begeisternden Festrede des Herrn Dr. Schidloff wurden an hie Schulkinder Festgeschenke vertheilt. Hierauf.wurden einige Lieder und Declamationen zum Vorträge gebrächt. Den Schluss bildete die Volkshymue, in welche alle Anwesenden einstimmten. Die Feier verlief so erhebend und erbaulich, dass dem, um ba§ schöne Fest so viel verdienten Obercantor Hilter wiederholt von den erschienenen Gästen der Dmik ausgesprochen wurde mid auch 8er Vorstand brachte seine Anerkennung durch eine neuerliche Aufnahme des beliebten Functionärs zum Ausdruck. Troppau. In unserer Gemeinde herrscht - gegenwärtig eine Festesstimmung, wie sie nicht schöner und inniger gedacht werden kann, denn der neue Tempel, der eine Zierde unserer Stadt ist, wird am 8. December eingeweiht werden. Das Programm ist folgendes: Nachmittags Abschied vom alten Tempel/um 3 Uhr Einzug in den Neuen. Präludium. Anzünden öer Ner Tomid, Weihe-Gebet, Volkshymne. Umzug mit den Ittoras. Weihe-Rede. Weihe-Chor. Reeitativ des Ps. 100 durch den Obercantor. Chor Halleluja Ps. 111. Nachmittag Bankett, abends Ball.- Wir/werden ausführlich über die seltene Festlichkeit.berichten. Trvppau- Dienstag, den 8. d. M. 3 Uhr nachmittags fand hier die Einweihung des neuerbauten israelitischen Tempels statt, der seit der im vorigen Jahre erfolgten Grundsteinlegung in prächtiger Weise erstanden, nun als eine Zierde ׳der Stadt vollendet ist und seinen Schöpfern- Architekt Gärtner in Wien, Baumeister Josef H r u sch kä in Troppaü, sowie der hiesigen Cültusgemeinde, welche die nicht unbedeutenden Kosten ausbrachtezur Ehre gereicht. Lange vor Beginn der Feierlichkeit versammelte sich eine bedeutende Menschenmenge vor dem Umfriedungsgitter des Tempels- und als um halb-3 Uhr Einlass gewährt wurde, entstand ein ganz respektables Gedränge und in kürzer Zeit war der sehr geräumige Tempel in allen Theilen bis auf das letzte Plätzchen gestillt, da wicht nur die Milglieder der israelitischen Cultusgemeindesondern auch eine stattliche Anzahl von!Anhängern anderer Confessio neu der Einladung, gefolgt waren! Kurz vor 3 Uhr erschienen der Landesches Graf El a r y - Al d r i n gen und Mehrere hohe.. Regierungsbeamte, der Brigadier GM. Paul T o ß mit den Obeksten : C0Mad v. H-ö tz e n P o r st und v. G r-wst-sowie Wielen Stab^nndoOW- Offizieren, Landesrath H amp el in. Vertretung, des Laichesaüsschusses, das Präsidium der Handels- und Gewerbekämmer, Handesgerichtspräsident AürW mitMehrerWLandMekichtsräWr imd^StaatsgPMltEIDr-.׳ , Uochow Lnsiir rDlk.eNrgeMeister . Dr׳ Hr UMM er. Wd die Ge'meiüderäthe Läckich, Oderskh üttd Strauch. Unter den vielen auswärtige Gästen bemerkten wirhie Herren Rabbiner Dr: Spiro-Ostrau, Dr. Schorn st er n-Magstadt, Doctyr W sch!dwitz-Jägsrndorf uM die Herren CantoreN Türk- Ostrau, G r ü n b lat t - Jügerndors, Schlesinger- Olmütz, Pudolfer- Hotzenplotz, W ei ß - Friede?. Lieb el- Leobschntz, Die Vorstände der Cultusgemeinde, Herr Dr. Snune n s ch e i n Ünd Herr Sigmund Spitzer, empfingen die Festgäste am Portal und geleiteten dieselben an ihre Plätze. Um 3 Uhr kamen die Rabbiner und Cantoren, begleitet von mehreren BorstanW Mitgliedern der Gemeinde, die die Thoraröllen ans dem alten Tempelin den neuen übersührten. Beim Erscheinen dieM fiierkchen Zuges, der unter einem Baldachin einzyg, setzte W Orgel Mit Wem feierlichen Präluduyn ein, daun sorgte der Umzug iw Tempel mit den Ttzorärollen. Während dessen sang ein großer, vorzüglich, geschulter gemischter Chor mit Orgelbegleitung einige sehr schöne Lieder und Psalmen, in welchen der Obercantor Sing ermann, der auch den Gottesdienst celebrirte, mit seiner sympathischen und vorzüglich geschulten Baritonstimme die Solostellen, die einen sehr feierlichen Eindruck machten, sang. Hierauf zündete der hiesige Rabbiner Dr. Blüh das ״ewige Licht" an und sprach vor dir offenen Bundeslade ein Gebet für das Wohl des Kaisersdes Vaterlandes, der Behörden und aller Gemeindemitglieder. Der Chor sang dann die Volkshymne, in die das Publikum kräftig mit einstimmte. Nun hielt der-Rabbiner Dr. Feuchtwang aus Nikolsburg die Festrede, die' formvollendet und geistvoll, einen mächtigen Eindruck Hinterließ. Der Chor -sang hierauf noch zwei Psalmen. Ungemein sympätisch berührte dabei ein trefflich vörgetragenes Äst- und Sopränsölygesungen von Fräulein Grethe Spitzer iinb Fräulein Fritzi Sperber. Den Schluß bildete ein vom Chore sehr exact vorgetragener großer Halleluja. Die ganze würdevolle und schöne Feierlichkeit dauerte 1*/2 Stunden.. Nach derselben sprachen der Herr Landesches Graf Elary- Al dringen und Bürgermeister Dr: Rochowanski den Herren Vorstehern Dr. Sonn en s ch ein und. Spitzer die Anerkennung für die Vollendung des schönen Werkes aus und ebenso dem Herrn Architekten Gärtner, nach dessen Plänen der Tempel erbaut worden. In der Promenaderestauration fand sodann ein Banguett und abends bei ״Drei Hahnen" ein Festball statt. Petersburg. (Eine N e o -jü di s ch e S e c t e.) Der vor einigen Jahren in Kischines gemachte Versuch, eine neojüdische Secte zu gründen, die sich aus der Fusion der Bibel Mit dem Evangelium ausbaut, ist jämmerlich gescheitert. Der neue Eultus hatte die Juden nicht, gelockt trotz dem eifrigen Proselytismus seiner Apostel; dieselben kehrten schleunigst züm Judenthüm zurück.. Aber unter der christlichen Bevölkerung hatten sich zahlreiche, Anhänger gefunden. Eine Seete der ״Soubbotniki" hatte sich gebildet, beobachtete die Sgbbatruhe und erkannte, zu gleicher Zeit die jüdischen Profeten und die christlichen Apostel an. Die Mitglieder einer jüdischen Familie, namens Dimoff hielten den Gottesdienst ab und leiteten die Gemeinde. Vor Kurzem wandte sich Dimoff an den Senat, um -die . Berechtigung zu ,erlangen, einen. Tempel zu bauen und. daselbst öffentliche Gebete zii verrichten. Er wollte die neue Religion vom Staate öfficiekk anerkannt sehen. Der Senat hat das . Gesuch nicht genehmigt: Er hat sogar den Minister des Innern damit beauftragt, eingehende Vorkehrungen zu treffen, um das Ueberhandnehmen des neuen Cnltüs zu hemmen. Daraufhak sich Dimoff direct an den Kaiser gewendet. Aber ein Kabmetsbesehl hat kürzlich der . neuen Secte ausdrücklich den Baw eines Tempels und die öffentliche AusKung der neuen Religion untersagt. Dimoff hat zudem vowderPolizei den Befehl erh aktßn-. schleunigst; seine Heimäth Asträkhan aufzusuchen. MsläMMe 6K8re: 80N, Peeitätk/e für den 6antör, Iiiscker ML Gebete^ LKÜgisM^MittsMsw., ׳Ws» der ganzef GältiwäeVai CasuaHen Gegen Einsendung von & fl. 0. W. oder per Nachnahmerzn. beziehenvöan -Beraasgeber. M. linln0r - Csrntor nnd Leiser in Bnnalan:

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