Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 8 (1888)
- Issue
- Heft 40 (14.12.1888)
- Date
- 1888-12-14
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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— e — zum Redner gewählt, ich glaube, mit Rücksicht darauf, daß ich als einer deiner ältesten Freunde vielleicht das herzlichste Wort für dich treffen könnte. Wir alle sind u ns dessm bewußt, dass der^Wa^en- Hast schöne Tempel, der von unserem Kunstsinn und unserer Melgedtzkeit der Welt Wrmder erzählt, in erster Reihe Deiner eifrigen und opfekwÄigsten Bemühung seine' Entstehung und Vollendung verdank. Du, mein hochzuverehrender Freunds weißt es äni besten, wie teuer uns dieser Tempel, wie teuer uns Deine Kunstliebe: geworden. Unsere Nachkommen sosten rwH durch Dein Bildnis däran genuchnt werden — sollen mit Stolz des" Mannes gedenken, ' der alles aufgeboten hat, um das Bewusstsein der Genteinde. zu heben. Möge es. uns noch viele Zahre vergönnt sein, Dich an der Spitze unserer Gemeinde zu' sehen, der Du zum Ruhm -und zur Zier gereichest. Darum bringen wir Dir aus ganzem Herzen ein dreimaliges Hoch! aus. ' ' ' Präses Marcus M. Rus so dankte hierauf mit fotzenden Worten:," , _׳' ._;.׳־־W:.. Tief ergriffen von den wahrhaft herzlichen Worten,. d ie,Die socheu Mmms der Gemeinde an mH richteten, , fühle ich mich außer Stände) meinem innigsten Danke' den gebührendsten Ausdruck zu lriheü. Hh will Mer^demwchchew^t^^He^enSUersuöZen,׳zunächst den gechNten Herren des Comitäs Hr' die Anregung dieser mich so ehrerwen Aufmerksamkeit melnÄ besten Dank äuszusp rechen. Ich erblicke Ar derselben ein 'HnHen ^der'ÄKMuMmg'HrHie'Munstritzep. Aufgabe, die zwar mühevoll war, ׳' deren Ueberwätttzüng über nur durch die in jeder Beziehung opferwillige und thatkräftige Unterstützung Mer unserer Gemeindewitglieder möglich w/r. Jnsbesonders -muß ich bei dieser Gelegmheit meinen Meund Henst Josef Esknäsy sdwie-iauch Äe Herren BcirHd .ErMLHüen^^ M^mir stets treu^ und aufopsemd zur Säte geftantien fuib:‘1Seiber ist e§ mir durch die Discretion des verehrten ComilL verwehrt, jedem /einzelnen für seine' . MitwirLmg die Hand zu drucken; rHbitte <&1t ba$t. *teilte• , selbst der DolmHch׳ meiner 'aufrichitzen Gesuhtz / gMnüber unseres' ganzen Gemeinde'zu sein, und' ihr׳ meinen innigsten''ußd wärmsten .Dank uberdrütgen) Mt der Velsichkrüng) dass' diese An^rkenmm^?? mich in meinem Streben bestärken''wird) das Beste für die Gemeinde! zu erringen, und ihr Wohl stets zu fördern. Nochmals Allen aM .! Achttgsten Dank! ,j; .. £j%|;־ ־: ■ Dieser Feier schstffs sichrem vom GmttL zu Ehrewde^ Präsech veranstaltetes Bangüet an, bei welchem die. Hären FkriH^ Lgzar de Majo? "Sussin, Lazarus, EHacham Papo und zun^chluffe Ober«' cantvr Bauer sehr gelungene ^astesprachen.>X׳xD : £ : SLraLoMtz' Asi ersten Abend des ,GMckktWch -Hersammelke sich die Schuljugend mit ׳ihren Lehrern in dem- ׳ftsttich beleuchteten Gotteshause, wo Oberkantor Frankel in weihevoller Weise das׳ CHauukalicht anzündete. 'Die' Gesänge, Zcdedecstejoust und Äaneros L3I010 von Sulzer, Noaus E von RüMn, wurden voml Chore mit DkgelbegleitANg recht wirksam vorgetragen? Säbbath-Chanuky erhielt durch die Kaiserfeier eine besondere Mähe. Rabbiner Dr. Dankowrtz Hielt eine sehr schöne und'ttef durchdachte Predigt, Cantor und Chor leisteten ihr Bestes. Erwähnt sei hier noch,׳! dasH beim Dlussak rine Leäu8cI13. von Obercantor ׳Freisinger in Pilsen :zur AuMhrunggelangte, die allgememkn BeifaÜ 'sand. Wie wir vernehmen, wird Freisinger in Bälde ein Shnagogen-Gesangswerk dxr Oes sentlichkeit übergeben. — Herr Dr. Dankowrtz dürfte uns bald verlaffen; seine Ernennung' zum Landesrabbiner von Bulgariens ist an die Svbranje behufs gesetzlicher -Sanktion geleitet' worden und, die Gemeinde von Sofia ist bereits um seine Naturalisation als ButziM eingeschritten. — Zn New-Iork starb vor Kurzem-der einstige Cau-, tor von Proßnitz, Hohenems und Jchenhausen (Baiern). Herr Stark.: Seine Sohne wurden in Amerika reiche Leute - und - bereiteten dem greisen Vater einen herrlichen Lebensabend. ,"־ 5 -•׳ ■• : X Der Baai-T ephilla. ' Von M. I. R ä bbinowitsch. Aus dem Russischen von A. L e v i n - S a g ä n.. (Autorifirte Uebersetzuttg.) (Nachdruck verbaten.) (23. Fortsetzung.) Schlüße der; Jubiläums - Gewerbeausstellung wurde^ der osterr. ungar. Cantoren-Seituvg, welche, sich, wie-unseren Lesern' bekannt, ebenfalls an der Ausstellung, betheiligte,, von, Seiten des AusstellungsPräsidiums׳:M.Diplom und eine Medaille! übermittelt.?<!״ Bald nach Meiner Ankunft erschien auch Reb Zoske. Er ludmich jovial ein, an dem Tische Platz zu nehmen und bat seine Frau Dworko mir etwas vorzusetzen. Diese wühlte , in der Kommode umher und brachte bald ein Stück vertrockneten Honigkuchen und einige Nüsse an s Tageslicht, legte dies Alles auf eine Untertasse, wobei ' sie gleichsam als Entschuldigung bemerkte, dass, wenn ich an den Feiertagen komme, sie mich besser bewirthen werde, da momentan alle ' Vorräthe nach dieser Richtung hin erschöpft seien.; / >,Unb was wirst Du mir heut' zum Früstück geben, Dworke?" frug Reb, Zoske, seine Frau mit der Zärtlichkeit eines, Kindes an-- blickend. . .. ״Was. soll ich Dir geben? Dasselbe wie sonst", antwortete sie. ״Und ist die Suppe׳ füp Reb Awnern fertig?" frug er wieder. - ׳;. - ׳ ״ ’זן,׳• •Gleich^ ste soll nur: noch einmal überkochen, r Ich habe soeben; Zwiebel hineftiHethari. Ja, xichtig,,777 fügte sie, nach einem Momente - hinzu. ״Laus zu den' Weibern (s? nannte sie' die Händlerinnen) und kauf', bltte, für eiüen Pseftning Petersilie —aber nur.frische, und bei der Gelegenheit auch M frisches Brötchen bei Keiren oben" (vermuthlrch der Name der /Frau, am^Kellereingang). , Mt hem. .Gchorsam^ejne^Mndes 'lief, oder 'richtiger, humpelte Reb Zoske unyerzüglich davÄ^Iund^'kam nach kaum hrei, Minuten Zurück mit Petersilie, Brvt 'UNd'' aüßerdem mit Weintrauben, - deren, größere Hälfte er mir:MsttzD?Debora warf ihm einen beifälligen. i'BKck^^der x-- - •׳•י .ffi Wtzemejyellwar es an . den zärtlichen Blicken? die er ^seiner Frau häußg /znrvarf, ׳°<m ,.dlM^Döne,.. in^wekchem., er zu ihr. IMaH syMe W ftrsiem kindlichen Mchorsäm gtzen sie ersichtlich,^ däss er sie vergötterte und dass unter den Gatten, eine friedliche,!stille Liebe und völlige Uebereinstimmung walteten^ Und wann Reb 'Joske sich bemühete) )einer Frau in Allem gefällig zu sein und im: Allgemeinen auf. sie sah, .wie auf- ..ein unerreichbar hohes Wesen, sogeschah dies, nicht etwa d§rum, weil Deborah bemüht gewesen wäre,, ihm solche Ideen einzustößen, sondern darum, weil dieser Gehorsam Und. diesMPerehl ung ihm Beseeligung "und! Befriedigung gewährten. Es?1WU d.sts, eine von jenen freiwilligen ״Unterwerfungen, die der Mensch Mchk tauscht gegen ' eine Herrschaft'; über die ganze Welt. DebMah deckte den Tisch — an der einen Ecke für ihren Mann, an .Mi-ändern für Reb Awner. Beide . Eckey waren mit Handtüchern gedickt, aus denen alles Nöthige lag. Es versteht sich von selbst, dassdas frische Weißbrödchcn auf denjenigen Platz gelegt .wurde, der für Reb Äwnern! bestimmt war. Reb Zoske half seiner Frau : er brachte Reb Awner alles Nothwendige ״zum Waschen" und setzte sich nicht eher, his Reb Awner schon am Tische saß. und. Deborah ihm in einem Teller schöne, gelbe Bouillon und ein halbes Hühnchen, wasin dem ganzen Raume einen angenehmen Geruch verbreitete, gebracht hatte. — Für ihren Gatten aber zerschnitt.-Deborah einen halben Häring auf einem Teller, schnitt Zwiebel upd goß etwas Essig., darüber. — Zum Schluffe wurde Thee. seryirt in einer rauchge- ׳schwärzten Theekanne, Reb Zoske füllte die Gläser und reichte sie- Herum, .mit der Bemerkung: ״Ein wenig blaß, schadet aber nichts, es-wird noch gehen", der Thee war aber mehr als ״ein wenig blaß" roch dazu noch stark nach Steinkohlen. Nichtsdestoweniger ,tranken wir. Alle ihn mit: Behagen, besonders! aber Reb Zoske selber^ Nach dem Thee wurde gesprochen über die . verstossenen und bevorstehenden.Feiertage; über den, Ruf den die ״Stüpperschul" — bank Reb Awnern — erlangt; von der Menge, die sich gestern um die Synagoge gedrängt, um! ihn. ztt höreitt . T>ännIam Reb Zoske auf das Fest zu sprechen, das er in. seiner Eigenschäst als ״Gabbai" ׳seiner Gemeinde am Simchath-Thorah zü geben gedenke. und nur Gott bstte, dass Reb.Awner׳ völlig genesen , itnd. diesem - Feste bei« wohnen möge, da dieses sonst den ganzen. Reiz ' verlieren würde. ן• 1• 'S fiifn: