Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 8 (1888)
- Issue
- Heft 14 (23.4.1888)
- Date
- 1888-04-23
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/1304829-3453130-3453144--2483-3456736- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
länglicher' Pulte mrt> eben solcher Bänke; einem braunen mit rothem Borhang versehenen Schranken an der Ostwand, .der als ״Orauy hakodesch" diente, einem hohen schwarzen Betpult und schließlich aus ׳ einem gerade in der Mitte des Zimmers aufgestellten polirten Tische mit gedrechselten Beinchen, mit einer grünen Decke überdeckt, worauf aus der Thora verlesen wurde. Zn der Mitte der Zimmerdecke hing ein riesiger, messingener, uni grünem Rost bedeckter Kronleuchter mit zahlreiche Armen, die zwei übereinander liegende Reihen bildeten. Außerdem hing eine Menge gleichfalls verrosteter Messing-Kandela- ׳ber an den Wänden umher. Eine gleiche Einrichtung, nur mit Ausnähme des Oraun Hakodesch, des Betpultes und des Tisches zur Verlesung aus der Thora, besaß auch die Frauenschul. Zu den aufge- ׳ zählten Gegenständen muß man sich noch dazu denken ein kupfernes 'Waschbecken, das unmittelbar an der Thüre der Mäunerschul an der Wand hing, und kleinere mit Wasser gefüllte Töpfchen, die an allen Tischen der Frauenschul standen. An Sabbathen und Festtagen wurden diese Tische mit weißen Decken v.rseheu, während die Tische in der Männerschul unbedeckt blieben. Ich vergaß nun noch der blauen Calicovorhänge 311 denken, mit denen die Fenster beider Abtheilungen versehen waren. — Das war die ״Synagoge" der armen ״Stupper". Es war gegen nenn Uhr, als ich bei meinem Baal-Tephilla erschien. Ich fand ihn in der Frauenschul,' wo er an der Ecke eines Tisches frühstückte, d. h. Brot und Pflaumen aß, die auf einem vor ihm ausgebreiteten, die Stelle eines Tischtuches vertretenden, bunten Taschentuche lagen. Ihm vis-a-vis saß der Diener der Synagoge, Reb Bärke, den ich von früher her schon kannte. Beide aßen mit solcher Feierlichkeit, als vollzögen sie irgend einen heiligenMt, und als ständen vor ihnen die ausgesuchtesten Speisen. ״Ah, da ist ja mein Kleinerl" rief der Baal-Tcphilla, mich bemerkend, erfreut ans. ״Wir sprachen gerade von Dir. Hätten wir vom Moschiach gesprochen — möglicherweise wär auch er gekommen". ״Diesen Knaben glaub* ich zu kennen", sagte Reb Bärke, ein kleines München, das stets die ausgelassenste Heiterkeit aller Knaben unseres Viertels erregte, so oft er, einige schmierige Taleßkm oder eine Sammelbüchse unter dem Arm, auf der Straße sich zeigte. Auf alle Häuseleien antwortete er nur: ״Qi, S'kozim, oi, Rangen!", mit seinem verzweifelt litthauischen Dialekt noch größere Heiterkeit und frechere Angriffe herausfordernd. ״Willst Du Pflaumen?" offerirte mir mem Baal-Tephilla. Ich lehnte nicht ab, und nach etwa fünf Minuten war das Frühstück beendet. (Fortsetzung folgt). Au die geehrten Wereinsmitgkieder. Die P. T. Vereinsmitglieder werden im Sinne des Vorstandsbeschlusses vom 12.. b. M. nochmals ausgesordert, den Pstichtbeitrag für das berufsunfähig gewordene Vereinsmitglied A. Schrecker in Piesling, umgehend an de» Vereinscaffier einzusenden. Aer WorstarrA des Ssterr »rmgar. Tantoren-BereineS. Korrespondenz der Aedaction. U in W. Ihr Tonte wurde genau geprüft und haben Sie noch eine» Rest von 2 fl. sowie fl. 1.50 pro 1888 zu begleichen. L. in Eid. Bestätigen den eingesandten Betrag Sch. in T- Bestätigen den eingesandten Betrag, alles in Ordnung. Rab. R. in S- Sie erhalten brieflich Auskunft. Wir bitten um regekmäßige Einsendung der Fortsetzung. Lev. in Sag. Betreff« Ihres Ansuchens und dessen bisherige Nichtersüllung folgt briefliche Aufklärung. Kie Redaktion. Abonnements- und Insertionsbeträge simt in Wien zahlbar. *A« *A« *A« •A« 8 «Nt- FRANZ STROMMER Orgelbaumeiste r Wien, MM Hanjtstrasse 46 empfiehlt sieh für Neubauten und Reparaturen von Tempel-Orgeln. JM JIA fin •ן• *^*f^*f**w 3ST־u.r -bei Dsuen. ijlhtt, II., OlochkNg.1sse 1 im Bärenhause. IMalen: UI., Kauptftraße Yr. 81. u. \l, Wovaragaffe Mr. 12. Sresses Dager von eleganten Herren-, Damenu. Kivdersohnhen. Herrenschuhe von fl. 8.50 Damensehuhe von fl. 3.—, Kinderschuhe von fl. 1.— aufwärts. — Keine Fabriksodei Dutzendware, sondern aus dem bestem Matriale selbsterzeugte, solide und dauerhafte Waren zu billigst festgesetzten Preisen. Illnstr. Preiseourante mit Anleitung zum Selbstmassnehmen gratis. — Proviuzaufträge prompt. Musikalische Synagogen-Bibliothek componirt, gesammelt und herausgegeben von HSercantor Z. L. Weiß, Warschau, Eingerichtet für Pianoforte, Harmonium und Orgel zum Gebrauche im Tempel und in der Familie. 6 Kefte -. 1.- ö. Wahr. Einzeluheft —.22 kr. Zu beziehen gegen Borhereinsendung des Betrages und 15 kr. Porto durch die Redaktion der östecr.-ungar. Cantoren-Zeitung. Durch Zufall sind wir in den Besitz der gesammten Ausiage dieses gediegenen Werkes gelangt und so in die Lage versetzt worden, dasselbe, so lange der Vorrath reicht, unseren geehrten Collegen zn bedeutend herabgesetzten Preisen zukomme» zn lasten. Wir sind überzeugt, dass die trefflichen Compositionen bei allen Freunden synagogaler Musik Anklang finden werden. GesohäftegriimiiHig '860. Die schönsten und billigsten aus In- und Ausländer Granit, Porphyr, Syenit, Marmor, Sandstein etc. bester Qualität, kauft man nur be M. Sonnenschein bürgert- Stadt-Steinmetzmeister u. k. k. handelsgerichtlicher beeideter Schatzmeister Wien, HI., Adamagasse 5. Kos enüberschläge und Zeichnungen verden auf Verlangen gratis und franco zugesendet.