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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1883-11-03 · Heft 37 (3.11.1883) · p. Seite 7

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
3 (1883)
Issue
Heft 37 (3.11.1883)
Date
1883-11-03
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Rabbiner verfaßten Mischeberach in würdiger Weise vor. Mit j l einem vor offener Bundeslade für den Jubilar gesprochenen Gebete < schloß diese schöne Feier. 1 Krag, im October. Die hiesige Cultusgemeinde bewies im * Jahre 5643 eine Opferwilligkeit, die jedes Lob verdient und für die < fast alle hiesigen Synagogen Zeugniß ablegen. In Folge der Ring» J th eate: katastrvphe mußten an allen größeren Gotteshäusern Sicherheits- 1 bauten vorgenommen werden, und diese Gelegenheit benützten die l einzelnen Synagogengemeinden, auch gleichzeitig den ästhetischen An- י forderungen Rechnung zu tragen. Was jedoch bei allen andern 1 Synagogen von nur localem Interesse ist, gewinnt bei der Altneu-! Synagoge, diesem ehrwürdigen Nationalmonumente, allgemeine Bedeutung. Es mag wenig Glaubensgenossen geben, welche diesen Bau! nicht dem Namen nach kennen, viele haben ihn gesehen und fanden nichts Merkwürdiges an ihm, nur einige Sach- und Kunstverständige fanden ihre Mühe belohnt, die sie auf seine Besichtigung verwendeten. Heute wird auch der Laie, in das Haus tretend, ergriffen und überwältigt von der Pracht der Bauart. Jahrhunderte alter Stand und Schmutz mußte entfernt werden, um die Schönheiten dieses im gothischen Style erbauten und in seiner Art einzigen jüdischen Gotteshauses zu Tage treten zu lassen. Zweierlei Einwürfe wurden gegen dieses Vorgehen geltend gemacht. Man führte zunächst die Traditioil in's Treffen, nach welcher.seit dem Pöbelaufstande im Jahre 5149 (1389), geschildert in einer Selicha von Avigdor Karo, wobei Märtyrerblut Wände und Boden röthete, ein Uebertünchen pietätlos, folglich unstatt- Haft wäre; ferner könnten die Inschriften au den Wänden Namen enthalten, deren Vernichtung verboten ist. Als jedoch die Nisse, wie die behördliche Untersuchung ergab, gefahrdrohend wurden, und eine Restaurirung vorgenommen werden mußte, wurden die Inschriften mittelst der aufgestellten Baugerüste zugänglich. Eine hebräische Inschrift an der Südwand belehrt uns, daß die Synagoge im Jahre 5378 (1618), also 229 Jahre nach dem obigen Pöbelaufftande, neun Jahre nach dem Tode des hohen Rabbi Löb übertüncht worden sei. In diesem Sinne muß auch Podiebrad (Alterthnmer der Prager Josephstadt) berichtigt werden, der dieser Inschrift gar nicht erwähnt und die an der Nordwand mißverstand. Dort finden wir nämlich eine Inschrift, welche das Jahr 378 angibt, während Podiebrad 352 las, ein Irrtbum von 26 Jahren, durch den er in's 16. Jahrhundert gelangte, in welchem freilich nichts vorgenommen wurde, da die Uebertüncbnng erst im 17. Jahrhundert stattfand. Die Cultnsgemeinde-Repräsentanz, die den einzelnen Synagogen volle Autonomie gewährt und auch in die Verwaltung der in Rede stehenden nicht eingreift, mußte diesmal eine nur zu billigende Ausnahme machen, da für diese Synagoge, als der ganzen Gemeinde angehörig, auch die ganze Cultusgemeinde interessirt ist (der jeweilige Oberrabbiner hat hier seinen ständigen Sitz). Die Cultusgemeinde-Repräsentanz sparte daher keine Kosten, berufene Männer bildeten die Baueommission, die Altneusynagoze ist nicht mehr ein düsteres dunkles Gemäuer, sie erscheint jetzt Jedem als die würdige Erinnerungsstätte mächtig ergreifender Ereignisie, als das; würdige Denkmal großer und opferwilliger Vorfahren. Wenn Steine sprechen könnten, würden die Steine dieses Hauses die Geschichte der Prager Juden während des vergangenen Jahrhunderts erzählen, von Druck und Drangsal, von Kummer und Freude. Kann doch nur ein fröhliches Geschlecht einen solcher: Bau aufgsfnhrt haben. Diese Steine würden erzählen von blutiger Verfolgung und neu belebender Auerkeunuug. Im Gotteshause hängt eine aus dem 30jährigen Kriege herstammende Kriegsfahne, die der Prager Judenschaft als Anerkennung und Lohn für ihre Tapferkeit von dem schwedischen Feinde vom damaligen Kaiser Ferdinand bewilligt wurde. Dank den Bemühungen einer reinigenden Hand bildet diese Fahne ein sehenswerthes, schönes Schaustück. Ein Prachtstück ist das Tabernaculum, welches die Aufmerksamkeit der Conservatoren in hohem Grade auf sich gelenkt hat und der Conservator Herr Mocker beantragte bei der Commission zur Erhaltung der Kunstdenkmäler im Königreiche Böhmen eine Subvention. Von der Höhe der zu gewährenden Subvention wird das Maß der am Tabernaculum vorzunehmenden künstlerischen Arbeiten abhängig sein. Erwähnenswerth sind auch die Verschönerungen in der Klaus-, Hoch-, Zigeuner- und Neusynagoge. Die Klaussynagoge wurde nicht nur verschönert, sondern auch bedeutend vergrößert, besonders die Frauengalerie erhielt die gebührende Ausdehnung. In der Zigeunersynagoge erhebt sich über der Estrade ein höchst kunstvolles, formvollendetes Gitterwerk aus geschmiedetem Eisen, Renaissancearbeit, weit über 100 Jahre alt. In der Neusynagoge hat sich Herr Grab durch eine großherzige Spende, welche die Hauptkosten der baulichen Veränderung an jener Synagoge deckte, ein Verdienst erworben. Gründnngs- und Vereinsdeitrage. M. Wodak, Goding, halbjährigen Beitrag; H. Lemberger. Kuttenplan, halbjährigen Beitrag; L. Friedländer, Szilos-Balos, vierteljährigen Beitrag; H. Bermann, B. Leipa, halbjährigen Beitrag: A. Nähnadel, Libochowitz, vierteljährigen Beitrag; S. Pollak, Turnau, ganzjährigen Beitrag; Leop. Spiegel, Gr.-Bittse, halbjährigen Beitrag; I. Feldbauer. Semlin, ganzjährigen Beitrag; M. Schlesinger, Otrakring, halbjährigen Beitrag; L. Weiß, Simoniornya, halbjährigen Beitrag; S. Weiß, Nng.-Brod, halbjährigen Beitrag; S. Friedmann, Piwnitza, vierteljährigen Beitrag; L. Blum. Schlan. vierteljährigen Beitrag; I. Bauer, Wien, halbjährigen Beitrag; S. Fränkel, Nng.- Weißkirchen, halbjährigen Beitrag; A. Kornitzer, Taploeza, halbjährigen Beitrag; M. Kulka. Kolin. vierteljährigen Beitrag; N. Singer, Neubidschof, halbjährigen Beitrag; A. Adler, Unz.-Hradisch, vierteljährigen Beitrag; M. Schorr, Großwardein, vierteljährigen Beitrag; C. Grünfeld, Gaudenzdorf, halbj. Beitr. (fl. 2.50); A. S. Schirmann, Lemberg, halbjährigen Beitrag; A. Schrecker, Piesling, vierteljährigen Beitrag; I. Körner, Smichow bei Prag, halbjährigen Beitrag; I. Weiß, Tobitschau, halbjährigen Beitrag; H. Pimseustein, Weitentreberitsch, ganzjährigen Beitrag; Ed. Freisinger, Stnhlweißenbnrg, G.-B u. dreiviertlj. Beitr; I. Hirsch, Favoriten, halbjährigen Beitrag; D. L. Roiter, Wien, halbjährigen Beitrag; M. Petersilka, Wien, halbjährigen Beitrag; A. Hahn, Teschen, dreivierteljährigen Beitrag; A. Lederer, Kaunova, vierteljährigen Beitrag. Stellenveränderungen. College Scborr :ft von Steinamanger nach Kaschau, College I. Nettel von Prostavlk nach Königinhof übersiedelt. College M. Goldstein aus Jassy hat über die hohen Feiertrage in Lckeinamanger vorgetragen und wurde daselbst als Cantoc angcstellt. (Unsere herzlichste Gratulation. Die Redaction.) Correspondenz der Nedaetion. Collegen B. in Hau., Z. in B.. F. in P., H. in B-. G. in F., Sch. in P-, Bin P., S. in B-, B. in P., G. in F., L. in B., B. in T-, E. in D., T. in Ded., Sch. in K., 11. in W., Sch. in T-, N. in K-, Schl, in E-, St. in Pr., Kr. iu Kl., Cultg. Zn., R. in W-, H. in W. bestätigen dankend die eingesandien Beträge. Gruß. Fr. in Pivn. Sie sind noch für 3 Quartale im Rückstände, hoffen, daß Lie ihre Schuld in kurzer Zeit beglichen haben werden, wenn sie pünktlich bleiben. — G. in Schl. Lind noch für das laufende Quartal im Rückstände. Gruß. Kl. in Sz. Sie haben bereits 75 kr. für da? Jahr 1884 gntgebucht. Gruß. — B. in P. Wir haben Ihnen die bis jetzt 6 erschienenen Musikbeilazen einzescndel. A. in Ltr., Für diesmal wegen Raummangel unmöglich. Gruß. Sch. in K. Wir sind nicht im Jrrtbnm. wollen Sie nur einsenden. L. in Hürb. Haben bereits Verlangtes abgesendet. Gruß. B. in H. Unsere Voraussage hat sich in diesem Falle wieder bestätigt. B. in K. Ihr Artikel ist leider nicht zu verwenden, weil er nicht fachlich gehalten ist. Gruß. An jene Herren Collegen und Abonnenten, welche bereits über ein Jahr mit dem Abonnementsbetrage im Rückstände sind, ohne ein Lebenszeichen von sich zu geben, hingegen das Blatt pünktlich zugesendet erhalten, richten wir nochmals das dringende Ersuchen, ihren Verpflichtungen nachzukommen, widrigenfalls sie sich manche Unannehmlichkeiten bereiten könnten.

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