Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 5 (1901)
- Issue
- 51 (20.12.1901)
- Article
- Wien [Nachricht]
- Date
- 1901-12-20
- Page
- 11 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 51 „Die 2$ Weit*' Seite 11 Arbeiter, Herr Dr. Hugo Benedict auf die jüdische Frau. Nach Schluss des officiellen Theiles folgte unter den Klangen einer Militärmusik der Tanz, der erst in den Morgenstunden sein Ende nahm. Wien. Die vom „Allgemeinen Jüdischen Arbeiterverein" am 7. d. im „Hötel Central" veranstaltete Makkabäer-Feier verlief ausserordentlich schön. Der Abend wurde durch eine ausgezeichnete Festrede des Herrn Architekten Oscar Marmorek eingeleitet. Nachdem Herr Obercantor Schleifer mit Chorbegleitung „Haneroth Halalu" vorgetragen hatte, spielte der Violinvirtuose Herr Leo Fiedler einige Piecen in seiner brillanten Art. Es folgten Gesangsvorträge desOpernsängers Herrn Eugen Lamberti. Herr Otto Po Hak recitierte sehr wirkungsvoll die „Chanukalichter" von Morris Rosenfeld. Zum Schlüsse sang Frau Rosa E lischer eine Arie aus der Oper „Das Glöckchen des Eremiten" und „Hinaus" von Leo Ascher. Stürmische Heiterkeit erweckten die humoristischen Vorträge des „Frosch-Quartetts" der akad. Verb. Jvria". Ein animiertes Tanzkränz hen vereinigte die Theilnehmer bis in die grauen Morgenstunden. Wien, 10. December. Vergangenen Samslag veranstaltete der „Theologische Verein der Hörer an der isr.-th^ol. Lehranstalt" eine Makkabäerfeier. Zu Beginn der Feier zündete Herr Obercantor B. Guttmann in weihevoller Weise die Chanuka-Lichter an, worauf Herr stud. theol. G. Sicher die deutsche Festrede hielt, in welcher er ganz besonders das nationale Moment hervorhob. Nachdem nun Herr Obercantor B. Guttmann eine Arie aus „Elias" von Mend elssohn künstlerisch vorgetragen hatte, hielt Herr cand. theol. S. Ar je eine Rede im vollendeten Hebräisch. Den Absehluss des Programmes bildete die Declamation zweier Gedichte („I ch habe die alten Bücher" von M. Friedländer und „Euch" von Börnes von Münchhau s e n) durch Herrn stud. theol. A. Beck. Hierauf sprachen noch der Herr Rector Dr. A. Schwarz, Herr Prof. Fried mann, Herr G. Karpeles, Präses des Curatoriums der Anstalt, und Herr Dr. LKahn (hebräisch). Den Schluss der Feier bildete ein Festcommers. Unter den zahlreichen Gratulationsschreiben wurde auch ein Brief von Herrn Dr. Th. Herzl verlesen. — t. Olmütz. Der Verein „Zion" veranstaltete am 8. December 1. J. eine grosse Makkabäer-Feier, wobei der Präses der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde es vorgezogen hatte, das vom hiesigen antisemitischen Turnvereine gleichzeitig veranstaltete Pelzmärtel-Fest zu besuchen. Nachdem der Obmann des „Zion" Herr Emanuel Fanta die Festgäste begrüsste, ertheilte er Herrn Fritz Low aus Prossnitz das Wort zur Tender-zrede. Der Rede folgte stürmischer Beifall. — Unter den Productionen sind erwähnenswert: Der Gesangs- Vortrag des Frl. Therese Freund, welche die Romanze aus „Mignon" „Nur wer die Sehnsucht kennt" von Thomas u. a. m. sang, der Gesangs-Vortrag des Herrn Sigfried H e r z, der einige Lieder vortrug, der Violinvortrag des Herrn Walter Werner, welcher das „Kol Nidrei" von Lewandowsky und eine „Barcarole" von Nesvera spielte. Herr Louis Böhm, Mitglied des hiesigen städtischen Theaters, brachte stürmische Heiterkeit hervor. Den Abschluss des Programmes bildeten die glänzenden Coupletvorträge des Herrn Siegfried E i s 1 e r. Der Dank für die Regie des ganzen Abends gebürt den Herren Otto und Karl Fischer, welch letzterer die Ciavierbegleitung in liebenswürdigster Weise übernommen. Ein animiertes Tanzkränzchen bildete den Schluss des Festes. Lemberg. Der Verein „Zion" veranstaltete am 12. d. M. im Saale des jüdischen Theaters eine Makkabäerfeier, die sich eines zahlreichen Zuspruches des jüdischen Publicums aller hiesigen Kreise erfreute. Der ziemlich grosse Saal war dicht gefüllt. Nachdem der akademische Chor „Dort, wo die Ceder" gesungen hatte, hielt der Obmann des Vereines, Dr. Po r des. eine zündende Festrede, hierauf spielte das jüdische Theaterpersonal den Iii. Act aus der Oper „Jehuda Hamachbi" von Goldfaden. Nun hielt Herr Salomon Schiller eine kurze hebräische Ansprache, die trotz ihrer Kürze, infolge ihres sinnigen Gehaltes, vorzüglich war und starken Applaus hervorrief. Zu erwähnen ist noch die vorzügliche Declamation des Akad. Flamm. Zum Schlüsse spielte noch das jüdische Theaterpersonal den V. Act aus rMesch>achs Zeiten" von Goldfaden. Der Abend machte einen guten Eindruck. I . . . Lemberg. Der Verein „Dorsche Schlom Zionu hielt seine heurige Chanuka-Feier im grossen Saale der „Jad-Charuzim" unter lebhafter Betheiligung zionistischer Kreise ab. Nach der Eröffnung durch Obmann Dr. Meier Münk hielt Rabbinats-Candidat Aron Lewin die Festrede. Hierauf wies Advocat Dr. Malz in markigen und präcisierten Worten auf die hohe Bedeutung der zionistischen Bestrebungen für den Wiederaufbau des jüdischen Volksthums hin. Zur Hebung des Frohmuthes der Versammlung trug Obercantor Baruch Schorr durch seine prachtvollen Gesänge bei. Nicht minder anregend war die Ansprache des Jargonredners Löhel Taubes und die Declamation der Chanoch- Lenaar-Schüler. So verlier der Abend in würdiger und erhebender Weise. Pbg. Krakau. Die vom akad. Verein „Przedswit-Haschachar" veranstaltete Makkabäer-Feier hatte einen äusserst glänzenden Verlauf. Ausser den Begrüssungsworten des Doctor Wahrhaftig und der Festrede des Dr, L. Freund ist noch die Declamation des Coli. Siegl zu erwähnen, der H. Grünaus „Auferstehung" und M. Rosenfelds Gedicht „Wohin" in polnischer Übersetzung zum Vortrage brachte. Grosses Interesse erweckte auch die Aufführung des III. Actes aus dem „Neuen Ghetto", wobei die Herren Mohr und Brand, der erste als Rittmeister Schromm und letzterer als Dr. Jacob und die Gg. Rieser (Rabbiner Friedender), Bloch (Wasserstein) und College Marguli es (Rheinberg) mitwirkten. Gg. E n g e 1 sang bei Orchesterbegleitung zwei Schubert'sche Lieder und unser altes „Dort wo die Ceder". Die Miliiärmusik des 100. Infanterie-Regimentes trug dazu bei, den musikalischen Theil des Abends entsprechend auszufüllen. Vom Reinerträgnisse wurden 100 Kronen für den zu gründenden Jüdischen Turnverein bestimmt. Leipzig. Am Sonntag den 8. December veranstaltete der hiesige zionistische Verein „Zionah" eine Makkabäer- Feier im gr ossen festlich geschmückten Saale des Künstlerhauses vor 400 Personen. Herr S. W i e n e r, der Vorsitzende der hiesigen Ortsgruppe, begrüsste das Publicum und wies auf die Bedeutung des Festes hin. Darauf ergriff Herr cand. phil. L. Jaffe das Wort. Voll patriotischen Geistes schilderte er in kurzen, aber markigen Worten die Geschichte der Makkabäer. Die vom gemischten Chor unter Leitung des Herrn R. Licht vorgetragene Hymne „D ort w o d i e C e d e r" leitete den musikaliscnen Theil des Abends ein. Die jugendliche Künstlerin Miss May B e a t t i e, eine begeisterte Freundin der Juden und des Zionismus, errang sich durch ihren Clavi^r Vortrag grossen Beifall. Ebenso erwarb sich die talentvolle Geigerin Miss Maud Hogg grossen Beifall. Ganz allerliebst waren die Gesangsvorträge des Fräulein Adelheid Pickert. Grossen Beifall errang sich» auch der Cellist. Herr Wilhelm Pilz e r. Fräulein stud. phil. Esther Klei n m a n n zeigte durch ihren ausdrucksvollen Vortrag der Gedichte „Euch" von Münchhausen und „Judas Makkabäus* von Ta^gerein bedeutendes declamatorisches Können. Herr L. Jaffe trug in drei Sprachen je eines seiner Gedichte vor. Ein Chor sang das Nationallied „Od lo owdo . . .u. Darauf folgte der Tanz. Nach Deckung sämmtlicher Ausgaben blieb ein Reingewinn von circa 300 Mark übrig, der zur Gründung einer jüdischen Toynbee-Halle in Leipzig verwendet werden soll. Das Zustandekommen dieses in jeder Beziehung höchst gelungenen Festes ist hauptsächlichdem Herrn Moses G 1 i k i n zu verdanken. Königsberg i. Pr. Der hiesige zionistische Verein veranstaltete am Samsttag den 7. December im . Hotel Epstein" eine Makkabäer-Feier mit glänzendem Verlaufe. Den Vorsitz führte Herr R ferendar A brahamso h n, der nach der Begrüssung der Gäste mit einer schwungvollen Rede den Abend eröffnete. Hierauf sprach Herr Neid uss über das Thema „Vier Jahre zionistischer Thätigkeit*. Nach einer musikalischen Production, an welcher sich die Herren S a n d 1 e r-Wirballen, P a gl i n-Lopatte und G i n zb erg- Köaigsberg in künstlerischer Weise betheiligten, schloss tUv oiflcieile Theil des Festes mit einem von Herrn Wolffs o h n hier gesprochenen und enthusiastisch aufgenommenen Toast auf unsere Führer. Auf den otficieilen Theil folgte eine Verlosung von Büchern zionistischen Inhaltes. A. F—n, stud. phil. Basel, (Zionistische Vereinigung). Die Zionisten Basels feierten Samstag den 7. December ihre Makkabäerfeier, verbunden mit dem Welt-Zionistentage. Das geräumige Vereinslooal war überfüllt. Die Festrede hielt Herr jur. S. B r u n s c h w ig. Eine Resolution mit Vertrauenskundgebung an die Führer wurde angenommen. Dann folgten Mu-ikvorträge, Deciamationen und Vorlesungen aus jungjüdischer Dichtung. Gemeinschaftlicher Gesang eröffnete und schloss die Feier. Während des ganzen Abends herrschte grosser Enthusiasmus. F. .-\.