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Die Welt · 1901-12-20 · 51 (20.12.1901) · p. 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
5 (1901)
Issue
51 (20.12.1901)
Article
Der jüdische Nationalfonds
Date
1901-12-20
Page
4 (sequence 2)
Language
German
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Seite 4 „Die & Welt- Nr. 51 Die Verwendung; des Fonds ist in der Weise gedacht, dass die Hälfte der genannten Summe für Landankauf verwendet werden kann, während die andere Hälfte verzinst wird. Weiterhin kann (muss aber nicht) immer nur die Hälfte der jeweiligen jährlich gesammelten Nationalfonds-Gelder zum Landankauf verwendet werden, während die andere Hälfte sowie die angelaufenen Zinsen des thesaurisierten Grundcapitals insolange unantastbar bleiben müssen, bis eine Culonisation im grossen möglich ist. Li keinem Falle, auch nicht in dem letztbezeichneten, darf der Jüdische Nationalfonds ganz erschöpft werden. Die Summe von wenigstens 100.000 Pf. St. muss immer restieren, damit der Fonds wieder anwachse. Die Sammlung für den NationalConds geschieht mit üiife eines Markensvslcmos, welches am Congresse näher dargelegt werden wird. Die Marke soll der kleinsten gangbaren Münze entsprechen. Die Markenbücher werden dem Trust, welcher nach erst noch festzustellenden Bedingungen zur centralen Verkaufs- und Depöfstdle ernannt w<rden soll, abgeliefert, und wird derselbe mit den repräsentierenden Werten der verschiedenen Markenbücher in den Hauptbüchern des Nationalfonds beim Actions-Gomite beiastet werden. Die Bank als II a u p t - C e n t r a 1 e h a t nun die Aufgabe, die Marken an die zionistische Cent r a 1 e n u n < 1 z w a r n u r gegen Barzahlung, zu verkaufen. Zum grossen Theile kann dies am billigsten durch die Zahlstelle der Bank erfolgen. Die Centralen haben für die größtmögliche Verbreitung dieser Marken bei Vereinen und Vertrauensmännern zum Weiterverkaufe an kleine Sammler zu sorgen. Wenn nun jemand dem Jüdischen Naticnalfonds eine oder mehrere kleine Münzen spendet, so gibt ihm der betreffende Sammler ebenso viele Marken als Bestätigung. Die Kosten der Anschaffung der Markenbücher, die Bezahlung der erforderlichen untergeordneten Arbeiten und das Postporto werden vom Fonds selbst getragen. Alle übrigen Arbeiten im Actions-Comiie. Revision etc., werden als Ehrenamt angesehen und unentgeltlich besorgt. Dem Trust, sowie den Landes-Centralslollen sollen je von den gekauften Marken für Postportospesen zur Verfügung gestellt werden. Sonst dürfen von den eingelaufenen und an den 'Frust zu sendenden Geldern keine wie immer gearteten Abzüge gemacht werden. Da die Hauplcenlrale Marken nur gegen Bargeid ausfolgen darf, so ist die Controle eine sehr leichle und wird die Art der Ausübung derselben im Zusammenhange mit dem Markensystem am Gongresse dargelegt werden. Die Hauptcentrale muss jeden Monat dem Actions- Comiie Mittheilimg über den Stand der einzelnen Serien zukommen lassen. Zur Controle der Bücher und aller Belege des Nationalfonds werden vom Actions-Gomite Revisoren ernannt, welche demselben ihre Wahrnehmungen mitzutheilen haben. Das engere Actions-Gomite übernimmt die Verwaltung des Nationalfonds collectiv und steht ihm die Controle der Ilauptcassa und der Bücher zu. Es hat die jeweiligen Bedingungen für die Bank als Depotstelle festzustellen und die Gelder in geeigneten Werten anlegen zu lassen. Das Actions-Gomite des Zionisten-Gongresscs ist diejenige Körperschaft, die auszusprechen hat, ob die Bedingungen eingetreten sind, die den Nationalfonds berechtigen, Ländereien anzukaufen, und die auch die Entscheidung über den Landankauf hat. Ausser dem Markensystem soll noch ein goldenes Buch angelegt werden, in welches alhi Familien oder Personen eingetragen werden sollen, welche einen Betrag von mindestens 10 Pfund für den Nationalfonds widmen. Dieses Buch wird im Aclions-Gomitu aufbewahrt werden. Wo Hers mögen uns er e b efreu i d e 1 e n Z eitun gen Beträge für den Nationalfonds sammeln. Sie .werden für die an die Centrale abgelieferten Beträge eine entsprechende Anzahl Marken erhalten, die aber gebrauchsunfähig gemacht werden. Der V. Congress. Donnerstag den 26. December, 10 Uhr vormittags, wird der fünfte Zionisten-Congress in Basel eröffnet. * Die Vertrauensmänner werden hiermit aufgefordert, den ganzen Wahlact nach vollzogener Wahlhandlung sofort an das Gongress-Bureau in Basel und eine Abschrift des Protokollen an das Secretariat in Wien zu übermitteln. Ebenso sind die gewählten Gandiclaten sofort von der auf sie entfallenen Wahl zu verständigen. Es wird berichtet, dass Delegierte Petitionen nach Basel überbringen. Ein solcher Vorgang ist im allgemeinen nicht wünschenswert. Im Interesse einer ordentlichen Registrierung und Uebersicht der Petitionen werden die Gesinnungsgenossen ersucht, diese ordnungsmässigen Belege vor der Eröffnung des Gongresses nach Basel zu senden. Im Gongresshause wird eine Postamts-Filiale und eine Telephonstelle errichtet werden. Die Delegierten mögen daher ihre Briefe nicht poste restante, sondern Basel, Filiale Stadtcasino, adressieren lassen. * Die vom zweiten Congresse in einer geringen Anzahl zurückgebliebenen Congress-Medaillen des Bildhauers B e e r sind zum Preise von 10 Frcs. in Basel erhältlich. Auf mehrere Anfragen bemerken wir ausdrücklich, dass die Congresstheilnehmer wie im Vorjahre zur Eröffnungssitzung im schwarzonFestkleid e mit weisser Ii a 1 s b i n d e erscheinen werden. Die Congresskarte hat der bekannte Maler E. M. L i 1 i e n in Berlin gezeichnet. Die Fahrpreise nach Basel stellen sieh wie folgt: W i en —In n sbr u ck—A rl berg—Z ü r i ch — B as el: I. Ciasse Schnellzug . . ö. W. 11. 47.35 IT. „ „ . . „ „ „ :]().50 III. „ Personenzug . „ „ „ J8.30 B e rl i n—Fra n k f u r t—B as el : I. Ciasse Schnellzug . . \V. fl. 4XM0 II. „ „ . , „ „ „ 34.1M) III. „ „ . . Mark 40.00 Ermiissigte Rückfahrkarten.

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