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Die Welt · 1901-12-13 · 50 (13.12.1901) · p. 13

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Journal
Die Welt
Volume
5 (1901)
Issue
50 (13.12.1901)
Article
Erste Vorlesung aus jungjüdischer Dichtung
Date
1901-12-13
Page
13 (sequence 2)
Language
German
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Nr, 50 „Die # Welt Seite 13 Gedichtband von Adolf Donath unter dem Titel „Mensch und Liebe" erscheint. — Nun las Martin B u b er zwei seiner Gedichte, den „Vierwaldstätter-See" und den in der vorigen Nummer abgedruckten „Ackersmann". Zum Schlüsse las Heinrich York-Steiner drei Capitel aus M. J. Berdyczewskis unseren Lesern bekannten „Geschichte vom steifen Kragen" mit feiner Pointierung vor» Von unserer Volksbildungsbewegung. Wochen-Programm der Toynbee-Halle. XX., Karajangasse 20. Sonntag den 15. December: Pt. Berliner: Cultur und Cultus in vormosaUcher Zeit. Montag den 10. December: Dr. Engländer: Aus dem Gebiete der Naturwissenschaften. Dienstag den 17. December: Arthur Schwarz: Die Juden in 1001 Nacht. Mittwoch den 18. December: Adolf Steinschneider: Wohlthätigkeitsanstalten in Wien. Donnerstag den 19. December: Dr. S. Kornfeld: Ans der Seelenlehre. Freitag den 20. December: Aron Fürst: Bibel, Erklärung der Sidra. Samstag den 21. December: Concert: Musik, Gesang. Anmeldungen zu Vorträgen sind zu richten an Doctor Leopold Kahn. VII., Lindengasse 11. * Am 7. December concertierten in der Toynbee-Halle die Fräulein Jeanne Bloch und Valerie Wirth. Durch die echt künstlerische Wiedergabe einiger Stücke von Chaminade und Scarlatti führte sich Frl. B 1 o c h als gediegene classische Clavierspielerin ein. Frl. Wirth fesselte die Zuhörer durch den Vortrag einiger Lieder von Meyer-Hellmund und Böhms und entzückte namentlich durch das Dialectlied „'s Maidle" von Bischof. Ihr sympathischer, einschmeichelnder Sopran, die deutliche Aussprache und das lebhafte Mienenspiel zeigten uns die vollendete Sängerin. Beide Damen wurden seiten des Publicums durch stürmischen Beifall ausgezeichnet. Noch müssen wir zweier jugendlicher Pianistinnen, der Fräulein Fritzi Steiner und Camilla Wa s s e rvogel, lobend erwähnen, die beim I. Kinderfeste in der Toynbee-Halle am 8. December Stücke von Schubert, Brüll, Fischhof und Thern spielten und der Schule ihrer Meisterin, der bekannten Musikpädagogin Fjau Regine Stern alle Ehre machten. R. F. ${üs dct) \)ei*eirKt)* Voranzeigen. Mülhausen. Am Vorabend des Congrosses, am 25. December, veranstaltet der Verein „Zion" in Mülhausen eine Versammlung, in ckr die Herren Dr. Max N o r d a u und Dr. A. Marmorek sprechen werden. Herr Max N o r d a u wird über das Thema : „Der Zionismus und die Zionisten-Congresse", Herr A. Marmorek über das Thema: „Der volk-erzieherische Einfluss des Zionismus" sprechen. Die Versammlut g lind et abends 8 Uhr im Börsensaale statt. Der Verein „Zion" in Mülhausen wird es sich zur grossen Ehre anrechnen, an diesem Abend die am 25. December in Basel anwesenden Congress-MUglieder empfangen zu können. Den Herren, die an der Mülhausener Versammlung theilnehmen wollen, diene zur Nachricht, dass sie am besten mit dem 5 Uhr-Zug Basel verlassen; sie kommen dann um y26 Uhr in Mülhausen an und können um 10 Uhr 33 Minuten, beziehungsweise 11 Uhr nach Ekuel zurückfahren. Dr. Elias. Wien. (Verein j ü d. Mädchen „Hadassa4,) Sonntag den 15. December rindet im Schulsaale der Cultusgemeinde I.. Seitenstettenga^se 2, 2. Stock, ein Vortrag des Herrn Dr. J. Sadger „Zur Psychologie des Tneater- Publicums*' statt. Beginn präc 4 Uhr nachmittags. Gäste heiz'ichst willkommen. Wien. (Einzelverein „W i e nu d e s „Z i o n".) Der Einzelverein „Wien" des „Zion* gibt bekannt, dass Herr Rabbiner Dr. Grill jeden Dienstag, abends 8 Uhr im Locale des Vereines .,Oseh-Chesed", IL, Schiffamtsgasse 5, einen äusserst, interessanten Vortrags-Cyclus über „Jüdiscfte Geschichte und Literatur" hält. Gäste herzlich willkommen Wien. (Jüdischer Verein jugendlicher Arbeiter, XX.. Traunfelsgasse 1, I. Stock.) Sonntag den 15. d. M. im Vereinslocale Vortrag des Gesinnungsgenossen Alfred Weissberger: Der YVelt-Zionistentag. Beginn präcise halb 7 Uhr abends. — Gäste herzlich willkommen. Wien. Der Jü-Usche Verein jugendlicher Arbeiter veranstaltet Donnerstag den 26. December im Concertsaale des .Restaurant Gu'h, iL, Stefaniestrasse u\ eine volksthümliche Nachmittagsvorlesung, bei welcher unter anderen Herr Richard Grossmann Mitglied des Theaters a. d. Wien, mitwirken wird. Eintrittskarten a 30 Heller sind im Vereinslocale, in der Administration der „Welt", sowie im Restaurant Guth erhältlich. Brünn. Die jüdisch-akademische Verbindung „Veritas" veranstaltet am 14. December in Brünn einen Makkabäer- Commers, verbunden mit einer Demonstration für den Welt-Zionistentag. * Wir sehen uns leider auch diesmal genöthigt, zahlreiche wichtige Vereinsnachrichten für die nächsten Nummern zurückzustellen. Mittheilungen des österreichischen Landes-Comites „Verband Zion". Folgende Tage sind für unsere Sitzungen bestimmt: December 23. 1902. Jänner 7. und 21. Februar 4. ,. 18. März 11. „ 24. An diesen Tagen sind die Mitglieder der Leiiung von 7 Uhr abends an im Congress-Bureau, IX.. Türkensirasse 9, zu sprechen. Ebendahin sind alle Zuschriften an das Landes-Coniiie oder den Verband „Zion" za richten. Das Lande s-C omite h a t a 11 e für Oesterreich wichtigen Fragen des P r o g r a mm e s, d e r Organisation, Agitation und Presse zurBehandlung übernommen. Zweierlei Juden. Roman von Max Viola. (Nachdruck oerboten.) (Fortsetzung.) Die Stimme .seines Oheims, die aus dem Laden kam, Hess ihn auf horchen. ./Herl, Ihr seid ein Narr," hörte er Finkelstein sagen. „Achtzig Jahre seid Ihr alt und noch immer nicht gescheit geworden. Was habt Ihr diese Woche verdientV Einen Gulden und zwölf Kreuzer. Für einen Gulden und zwölf Kreuzer habt Ihr Euren schweren Stick sechs Tage lang von Dorf zu Dorf geschleppt. Und davon sollt Ihr mit Eurer Tochter und ihren sieben Kindern eine ganze Woche leben Y'" „Nun. wir leben aber doch davon," hörte Faul seinen Passagier erwidern. „Ihr sollt endlich die Wahrheit hören, Herl: Eure Tochter lebt nicht von Eurem Verdienst. Ich gebe ihr wöchentlich drei Gulden und im Winter das nothwendige Holz. Wäre, sie mit ihren Kindern auf Euren Verdienst allein angewiesen, so müsste sie verhungern. So., nun gebt endlich Hube und lasst das Dorfgehen. Ihr verdient doch nicht mehr als einen Gulden die Woche., und den will ich zu den drei zulegen., wenn Ihr mir von nun an zuhause zu bleiben versprecht."

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