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Die Welt · 1901-12-13 · 50 (13.12.1901) · p. 11

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
5 (1901)
Issue
50 (13.12.1901)
Article
Jüdische Kunst
Date
1901-12-13
Page
11 (sequence 2)
Language
German
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Nr. 50 „Die # Welt*' Seite 11 dürften, hoffen wir, einer grösseren, weiteren, die Form und die Art der heimlichen Beseelung zunächst in Betracht ziehenden Auffassung der jüdischen Kunst die Wege bahnen zu können. Unsere ersten Meister, an ihrer Spitze Jozef Israels und Lesser Ury, haben uns Beiträge zugesagt. Das gibt uns die frohe Hoffnung, dass unsere kleine Congress-Ausstellung ein wenn auch bescheidener, so doch würdiger Anfang sein wird. Martin Buber. Der Welt-Zionistentag. Die ersten Kundgebungen des Welt-Zionistentages liegen bereits vor. Dem ursprünglichen Plane, die Feier allerorts an einem Tage abzuhalten, stellten sich unüberwindliche Hindernisse im Arrangement entgegen; es wurde daher den Landes- und District-Comites die Wahl des Tages freigelassen. Es wird sich daher die Serie von Veranstaltungen bis zum Gongresse hinziehen, eine Reihe Denksteine in der (»eschichte unseres Volkes. Die bis jetzt vorliegenden Resolutionen tragen den frischen Hauch der Begeisterung, die durch das Wesen dieser einzig dastehenden Freiheitsdemonstration vollauf begründet ist. Wir geben im Folgenden Auszüge aus einem Theile der telegraphischen Meldungen : Bukarest, 8. December: Massenmeeting. Gruss allen Gesinnungsgenossen. Hoch die Führer! Joseph Gaster, Stern, Schwarz fe ld. Galatz, 9. December: „Bnei Zion Kadimah". Glänzende Versammlung scnliesst mit: Hoch den Führern. P i n e 1 e s, S p i r e r. P1 o e s t i, 9. December : Zionisten-Versammlung von 800 Leuten drückt den Führern Sympathie und volles Vertrauen aus. R'o senblüth, Rosen. Bialystok, 8. December: Meeting von über 3000 Mann. Anerkennung und Ergebenheit den Führern. Bialystok, 8. December: Verein „Schoschanath Jericho". Volles Vertrauen und Hoch den Führern. Stawitsche (Russland), 9. December: Gratulation den Führern der zionistischen Bewegung. Koplewatsky. Borissoglebsk (Russland), 8. December: Hiesige Ziönisten danken und gratulieren. Zeichneten weitere vierzig Actien. Ponewesch (Russland), 8. December: Zionsverein. Herzlichen Gruss. Immer vorwärts. Briczany (Russland), 10. December: 200 Ziönisten unserer kleinen Stadt feiern Bankeröffnung und begrüssen und beglückwünschen die Führer. Rostow (Don) 9. December: Rostower und Nachitschewaner Ziönisten wünschen Glück zur Bankeröffnung. Volles Vertrauen der aufopfernden Thätigkeit der Führer. K a i n a r s k y. Nizny-Nowgorod, 9. December: Zionsverein feiert Makkabäer-Fest und Bankeröffnung. Gratuliert und drückt den Führern sein Vertrauen aus. Wilna, 9. December: Literarischer Zions-Verein sendet Festgruss mit unerschütterlichem Vertrauen an die Führer. K a t c h e w a t o (Russland), 8. December: Reichsten Erfolg dem jüdischen Volke! Odessa, 9. December: Central-Comite von 40 Zionsvereinen sendet dem A.-C. Glückwünsche mit vollem Vertrauen. Obmann Saphir. Odessa, 10. December: Verein „Schaare Zion\ Vertrauen dem Actions-Comite" und Wünsche für Erfolg. Odessa, 9. December: Verein „Beth Chana" gratuliert mit vollem Vertrauen. O de s a, 8. December: Verein „Goale Zion" gratuliert mit vollem Vertrauen. ßrest-Lito wsk (Russland), 8. December: Massenversammlung. Circa tausend Personen. Redner: H o r odischz, Chasan, Rabinowicz und Schereschewski. Neue Actien gezeichnet. Vertrauen den Führern mit grösstem Enthusiasmus votiert. Isaac Lipo wski. B i s t r i t z (Ungarn), 8. December: Vom Makkabäer- Fest der Jugend Gruss den Führern. Kahan. Varn a (Bulgarien), 8. December: Voll Enthusiasmus drücken die hiesigen Ziönisten den Führern Vertrauen aus und geloben Treue der Fahne Zions. Dr. S c h ö n i n. Baltimore (V. St. A.): Am 1. December 2 Massenversammlungen hiesiger Ziönisten in der Manhattan Hall, First Baltimore Street, und in der Synagoge „Anshei EmunahGrosser Enthusiasmus. In einer Resolution Vertrauenskundgebung an die Führer. Dr. Schaffer. Der Judische Nationalfonds. Die Schaffung eines Jüdischen Nationalfonds bildet bekanntlich einen der Hauptprogrammpunkte des V. Gongressesi Es ist unseren Lesern bekannt, dass schon jetzt an vielen Orten Sammlungen für diesen Fonds veranstaltet werden. In den letzten Tagen sind uns nun diesbezüglich einige beachtenswerte Anregungen zugegangen, von denen wir zwei, die gegenwärtig besonders actuell sind, hier folgen lassen: 1. Aus Anlass des Welt-Zionistentages, der in den meisten Städten Russlands und in vielen anderen Ländern erst am Vorabend des Congresses abgehalten werden wird, sollen Sammlungen für den Jüdischen Nationalfonds eingeleitet werden. 2. Diejenigen Gesinnungsgenossen, die zur Zeit des Congresses am Sabbath zur Thora gerufen werden, sollen, wo dies angeht, eine Spende für den Jüdischen Nationalfonds geloben. Wir empfehlen diese beiden Vorschläge allen Gesinnungsgenossen aufs wärmste zur Ausführung. ^Hbüi)e. Aufruf! Stimmbegabte und sangeslustige Damen und Herren werden ersucht, ehestens ihren Beitritt zur Gesangs- Section des „Jüd. Verein jugendlicher Arbeiter", XX., Traunfelsgasse 1, anzumelden. Mit Zionsgruss Die Gesangs -Section des „J. V. j. A.tt in Wien. Bücher- und Zeitschriften-Rundschau. Exil Drama aus dem jüdischen Leben von H e i n r i c h Grünau. (E. Piersons Verlag, Dresden und Leipzig.) Als Ibsen einst bei den Wiener Literaten zugaste war, stattete er an festlich heiterem Tische, vor schönen Frauen und geistreichen Männern, den Willkommrednern seinen Dank in einem einzigen Satze ab: „Was ich sehe und höre wird in mir zum Gedicht/* Damals war's die Freude, die einen Dichter auf mächtigen Schwingen in die Einsamkeit des Parnass trug, ein andermal tluit's der Schmerz. Den Blick auf Juden und Judenthum gerichtet, im Ohr die Weherufe der Gequälten, wird sich der jüdische Dichter bewusst: Was er sieht und hört, Avird in ihm zur Tragödie. Wir regen uns über nichts Neues auf, wenn wir Grünau folgen. Nimm alte und auch die neuesten Zeitungen, suche das Wort Jude in der Uebersehrift, und im'trockenen Stil des Berichterstatters wirst du stüekchenweise das lesen., was der Autor des Buches lebendiger und im Zusammenhang seine Gestalten erleben lässt. Als Ort der Handlung ist ein Bergwerksort in Galizien angegeben. Da hast du die dreifache Steigerung des Elends: Jude, Jude im Ghetto, Jude als Arbeitssclave. Kanns noch mehr werden? Ja! Der Arbeitssclave wird entlassen, er wird zum Bettler! Und dann .,— — die einen, sie weinen, die andern, sie wandern — verdorben, gestorben-- Das Schicksal der Arbeiter ist die Ursache des tragischen Conflicts, der die Familie Joachim Weidenbaums in eine lichtlose Zukunft herausstösst aus dem Glück im Winkel, das sie in sympathischer, echt jüdischer Fainilienliebe genoss. Wie aus unserer eigenen Erinnerung heraus konnte der Dichter die Herzlichkeit ihres Lebens wiedergeben; es sind nur andere Namen, aber den alten, frommen Weidenbaum kennst du, kennst den männlichen, braven Sohn und dessen liebenswürdige Frau und die Tochter mit Unerfahrenheit und hochtrabenden Redensarten gegen das Judenthum. Der junge Weidenbaum ist Beamter beim Grubenbesitzer Baron Littmann, einem Juden, dem für Weihrauch, wenn er nur

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