Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 5 (1901)
- Issue
- 50 (13.12.1901)
- Date
- 1901-12-13
- Page
- 1 (sequence 1)
- Language
- German
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Redaction und Administration: WIEN IX., Türkenstrasse Nr. 9. Telephon 14199. Erscheint jeden Freitag. Zuschriften sind nicht an einzelne Personen, sondern an die Redaction oder Administration: Wien, IX., Türkenstrasse Nr. 9, zu richten. Unfrankierte Briefe werden nicht angenommen und Manuscripte nicht zurückgesendet. Sprechstunden der Redaction täglich von VJ2~72l Uhr* Preise der Anzeigen: Die viermal gespaltene Petitzeile 20 Heller. Der Inseratentheil wird Dienstag abends geschlossen. Einzelne Nummern 30 Heller. Oesterreich- Ungarn: ganzjährig Kr. 12.—, halbjährig Kr. 6.—, vierteljährig Kr. 3.—. Für das Ausland: Deutschland ganzjährig Mk. 13.70, halbjährig Mk. 6.85, vierteljährig Mk. 3.45, England ganzjährig Shg. 14.—, halbjährig Shg. 7.—, vierteljährig Shg. 3.10, Russland ganzjährig R. 7.—, halbjährig R. 3.50, vierteljährig R. 1,75, Schweiz, Frankreich, Italien, Türkei, Rumänien, Bulgarien, Serbien, Griechenland, Aegypten ganzjährig Frcs. 17,—, halbjährig Frcs. 8.50, vierteljährig 4.25, Amerika ganzjährig Doli. 3.40, halbjährig Doli. 1.70, vierteljährig Doli. —.85 Nr. 50. Wien, 13. December 1901. 5. Jahrgang fln die Freunde unseres Blattes. Wir sind in jüngster Zeit mehrfach aufgefordert worden, Probenummern unseres Blattes zu versenden. Wir sind gerne bereit, diesen Aufforderungen in ausgiebigem Masse nachzukommen, und bitten daher unsere Freunde, uns zuverlässige, deutlich geschriebene und genaue Adressen (von Privaten, Corporationen und öffentlichen Orten) einzusenden. An diese werden dann sämmtliche Decembernummern, die in einer Auflage von 10.000 Exemplaren erscheinen, gratis und franco zugeschickt werden. meiner durch mehrjährige Studien und praktische Arbeiten auf dem Gebiete der jüdischen Socialpraxis gewonnenen wissenschaftlichen Ueberzeugung entspricht. Was die genereilen Fragen betrifft, so sehe ich davon ab, mit Farbstein auf die Entstehungsgeschichte des Zionismus zurückzugehen; wenn man vielleicht über die Ursachen und die Genese unserer Bewegung anderer Meinung sein könnte als Farbstein, über den Zweck und das Endziel derselben ist er und ich, sind alle Befürworter und Gegner einer socialen Gegenwartspolitik einig. Ich rücke das uns gemeinsame Heimstättenziel in den Vordergrund meines Referates und werde keinen Zweifel übrig lassen, dass ich die Lösung der ökonomischen Judenfrage gleich Farbstein nur in einer planmässigen Emigration und Ansiedlung auf eigenem Boden erwarte. Farbstein betrachtet als wirtschaftliche Fragen, die den Zionismus angehen, nur die auf die künftige Heimstätte bezüglichen, ich beirachte und aeeeptiere eine wirtschaftliche Gegenwartsarbeit des Zionismus nur als einen Act der Vorbereitung für das künftige Geschick unseres Volkes, einen Act, der gleichwertig ist der nach dem Wunsche Farbsteins und auch nach meinem eigenen zu leistenden Aufklärungsarbeit in Palästina. Wir haben doch nicht, nur d a s L a n d für unser Volk vorzubereiten, sondern auch das Volk für unser Land. Durch die wirtschaftliche Hebung und Organisierung der Judenheit in den jetzigen Aufenthaltsländern, die ihre von mir vollauf respectierten Grenzen in der politischen und wirtschaftlichen Situation, wie in unseren Kräften findet, wird Die wirtschaftlichen Fragen des V. Zionisten- Congresses. Von Dr. Julius Moses (Mannheim). Unter dem Titel „Die wirtschaftlichen Fragen des IV. Zionisten-Congresses" hat Gesinnungsgenosse Doctor Farb stein (Zürich) in Nummer 41 dieses Jahrganges der „Welt" einen Aufsatz veröffentlicht, der, wie schon aus dem Zusätze der Redaction erkennbar, sich in einen gewissen Gegensatz zu der allgemeinen Anschauung über unsere wirtschaftliche Gegenwartsarbeit setzt. Auf dem IV. Congresse trat diese letztere Anschauung in einem beifällig aufgenommenen detaillierten Programme zutage, dessen prmcipiclle Berechtigung sowohl, wie dessen Einzelvorschläge Dr. Farbstein in dem genannten Artikel einer ablehnenden Kritik unterwirft. Bei der Bedeutung des Verfassers, nicht nur als Socialpoiiliker, sondern auch in der zionistischen Bewegung, hielt ich es für meine Pflicht, als Referent über die Wirtschaft liehen Fragen auf dem bevorstehenden V. Congresse die abweisenden Gesichtspunkte Farbsteins ebensowohl in den Bereich meiner Vorstudien einzubeziehen, wie das im Widerspruche mit demselben stehende stürmische Verlangen nach einer Gegen wartsaeüon, das nicht nur aut dem IV. Gongresse, sondern vor und nach demselben in der zionistischen Tages-Literatur und in zionistischen Versammlungen erhoben wurde. Ich stehe nicht an zu erklären, dass ich einen initiieren Standpunkt zwischen beiden Anschauungsweisen einnehme, nicht etwa, weil ich mich zu einer Versöhnerrolle berufen glaube, sondern weil er