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Die Welt · 1901-12-06 · 49 (6.12.1901) · p. 1

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Journal
Die Welt
Volume
5 (1901)
Issue
49 (6.12.1901)
Date
1901-12-06
Page
1 (sequence 1)
Language
German
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Redaction und Administration: WIEN IX., Türkenstrasse Nr. 9. Telephon 14199. Erscheint jeden Freitag. Zuschriften sind nicht an einzelne Personen, sondern an die Redaction oder Administration: Wien, IX., Türkenstrasse Nr. 9, zu richten. Unfrankierte Briefe werden nicht angenommen und Manuscripte nicht zurückgesendet. Sprechstunden der Redaction täglich von xj2\2-~xj2\ Uhr« Preise der Anzeigen: Die viermal gespaltene Petitzeila 20 Heller. Der InseratentheU wird Dienstag abends geschlossen. Einzelne Nummern 30 Heller. ■ Oesterreich- Ungarn: ganzjährig Kr. 12.—, halbjährig Kr. 6.—, vierteljährig Kr. 3.—. Für d a;» ■ Ausland: Deutschland ganzjährig Mk. 13.70, halbjährig Mk. 6.85, vierteljährig Mk. 3.45, England ganzjährig Shg. 14.—, halbjährig Shg. 7.—, vierteljährig Shg. 3.10, Russland ganzjährig R. 7.—, halbjährig R. 3.50, vierteljährig R, 1.75, Schweiz, Frankreich, Italien, Türkei, Rumänien, Bulgarien, Serbien, Griechenland, Aegypten ganzjährig Frcs. 17,—, halbjährig Frcs. 8.50, vierteljährig 4.25, Amerika ganzjährig Doli. 3.40, halbjährig Doli. 1.70, vierteljährig Doli. —.85 Nr. 49. Wien, 6. December 1901. 5. Jahrgang fln die Freunde unseres Blattes. Wir sind in jüngster Zeit mehrfach aufgefordert worden, Probenummern unseres Blattes zu versenden. Wir sind gerne bereit, diesen Aufforderungen in ausgiebigem Masse nachzukommen, und bitten daher unsere Freunde, uns zuverlässige, deutlich geschriebene und genaue Adressen (von Privaten, Korporationen und öffentlichen Orten) einzusenden. An diese werden dann sämmtliche Decembernummern, die in einer Auflage von 10.000 Exemplaren erscheinen, gratis und franco zugeschickt werden. **+++<**+*m0*4+e+++***»+++t+*+A*+*^^ Chanukah. Von Arthur Schwarz. Ich denke an die Chanukahfeicr meiner frühesten Kindheit, an das fremde Lied, das so gar nicht siegesfroh erklang, und an die Frage, die ich meinem Vater stellte: Sind das die Jahrzeitlichter für die Makkabäer? . . . Ich denke an das stolze Fest von heute, an den Chor, der brausend zum Himmel steigt, an die JMenorah, die mit ihren Strahlen unsere Welt erleuchtet. Und wenn auch der Unterschied zwischen ehemals und jetzt fast so gross ist wie der Sprung von Verzweiflung zu Glückseligkeit, so hat das Lied sich nicht geändert und die Flammen sind die" gleichen wie einst. Die nationalen Oultformen des Judenthums haben Schicksalsstürme und Zeitenwandel überdauert, weil sie nicht Erfindungen einer schlauen Priesterschaft waren, sondern gehören sind aus der Seele unseres Volkes; sie sind nicht gemacht, sondern geworden und gewachsen. Geworden in den zähen, treuen Herzen von Juden und gewachsen aus den ewig-kräftigen Schollen unserer Heimaterde Palästina ist die Sage von dem unversiegbaren Oelkrüglein; als Lied des Volkes und als Lied des Volksthums ist der Sang von unserem Fels und unserer Schutzwehr durch Jahrhunderte gegangen. Unser Licht und unser Lied, beide sind ewig. Mag die Symphonie, die man jüdische Geschichte nennt, trübe dahinsehleichen oder ihre Takte stolz und selbstbewusst hinausklingen lassen bis an die Grenzen der Erde — das Motiv bleibt immer dasselbe; der Zwciklang unserer Existenz kann variiert und umsehrieben werden, er kehrt immer wieder: Gott und Judenthum, Glauben und Sein, Erkennen und Anerkanntwerden. Wenn das.Dichterwort wahr ist, dass der beste Gruss von einem Gleichgesinnten kommt, dann hat unsere Generation mehr als alle früheren Pflicht und Recht, das Andenken der M'akkabäer festlich zu begehen. Eine Pflicht gegen uns und unsere Gegner ist es, dass wir in diesen Tagen reiflicher als jemals über die Vergangenheit unseres Volkes nachdenken. Diese Vergangenheit ist keine Todtengruft, in die wir beim Scheine der Menorah hinunter steigen; nichts von Moder und Grabeshauch; wir bleiben im vollen Leben, wir lösen uns keinen Augenblick von den Aufgaben der Gegenwart. Wenn unsere Lichter brennen, dann kommen sie, die Heldenbrüder mit ihrem Helden vater, und reichen uns die Hand. Sie loben uns für das, was wir gethan haben, und sagen uns, was wir noch lernen müssen. Matathias, dessen erlösende That der Ausgangspunkt für Kampf und Sieg gewesen, zeigt, was kraftvolle Initiative gilt. Juda, unserer Geschichte Schwert und Hammer, lehrt uns Hammerhärte und Schwertesschärfe. Jonathan, der unter den schwierigsten politischen Verhältnissen seinen Vortheil treu und anständig zu wahren verstand, ermahnt uns zur Gewandtheit und zur Vorsicht, Simon zur Mässigung, Eleasar zur Selbstverleugnung. Alle zusammen aber mahnen zu Einigkeit und Kampf. Kampf gegen die Ideale der Pseudo-Eniancipation und Krypto-Assimilation, Kampf für die Selbstkraft unseres Stammes. Gegen den Ideenwust und die Meinungsverkehrtheiten berufsmässiger Verräther des Judenthums etwas ausrichten zu können, das ist allerdings nicht unsere Hoffnung. Aber mit denjenigen von unseren Brüdern, die sich gute Juden nennen und. uns ehr-

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