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Die Welt · 1901-11-15 · 46 (15.11.1901) · p. 13

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Journal
Die Welt
Volume
5 (1901)
Issue
46 (15.11.1901)
Article
Ung.-Hradisch [Nachricht]
Date
1901-11-15
Page
13 (sequence 2)
Language
German
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Nr. 46 „Die # Welt Seite 13 glieder des „Jüdischen Turnvereines" nicht auch nichtjüdischen Turnvereinen angehören dürfen, und beschloss, eine Makkabäerfeier als Gründungsfest zu veranstalten. Troppau, 18.0ctober. Der zionistische Verein „Jeschuruntf veranstaltete verflossenen Samstag einen Vortragsabend, zu dem sich zahlreiche Gäste eingefunden hatten. Das Referat „Zionismus im allgemeinen" hatte Gesinnungsgenosse cnnd. jur. E c k s t e i n. Die sich daran anknüpfende Discussion gestaltete sich sehr rege. Hierauf folgten einzelne Vortrüge von Dilettanten, Damen und Herren, worauf noch dem Tanze gehuldigt wurde. Krakau. (Jüdisch-nationaler Mädchenverein „Ruth".) Seit längerer Zeit machte sich hier unter den jüdischen Frauen und Mädchen das Bedürfnis fühlbar, einen Verein zu gründen, in welchem durch gesellige Zusammenkünfte, entsprechende Vorträge und Debatten die Möglichkeit erzielt werde, die jüdisch-nationale Gesinnung der Frauen nicht nur wachzuhalten, sondern auch dort, wo sie bereits eingeschlummert ist, wieder zu erwecken. Die Bestrebungen einiger Damen, unterstützt von jüdischen Akademikern, wurde von Erfolg gekrönt. Seit vierzehn Tagen ist ein derartiger Verein unter dem Namen „Ruth" bereits in voller Thätigkeit. Auf Grund eines von der Statthalterei genehmigten Statuts wurde am 20. d. M. die erste General-Versammlung abgehalten und der Verein endgiltig constituiert. Die in dieser kurzen Zeit bis auf circa 60 angewachsene Mittfliederzahl, wie die täglich neuen Anmeldungen sind Beweis genug, welch grosses Interesse jüdische Frauen und Mädchen am genannten Vereine nehmen, und es ist deshalb bestimmt zu erwarten, dass derselbe gedeihen und seinem Zwecke entsprechen wird. Bis jetzt hat die „Ruth" noch kein eigenes Heim und hält, dank der Opferwilligkeit des Vereines „Haschachar* (Przedswit) ihre geselligen Zusammenkünfte und Vorlesungen in dessen Localitäten ab. F. W. Krakau. (Der akademische Verein jüdischer Hochschüler „Przedswit") tritt jetzt ins IX, Semester. Bei der am 20. d. M. stattgefundenen Neuwahl wurden in die Vereinsleitung gewählt: Präses: Doctor Wahrhaftig, Vicepräses: phil. cand. M. Marguli es, Schriftführer: cand. iur. Vogler, Cassier: cand. iur. J. Nehmer, in den Ausschuss : cand. phil. Her stein und cand. J. Margulies, als Ausschuss-Stellvertreter: Coli. A. Nehmer, Grünzweig und B u 1 v a. Aus dem vorgelegten Rechenschaftsberichte des abtretenden Ausschusses ist zu entnehmen, dass derselbe eine rege Thätigkeit entwickelt hat. Der Verein veranstaltete eine Maklcabäer- und Bar Kochba-Feier etc. Seinen Bemühungen ist es zu verdanken, dass für die rumänischen Emigranten ein beträchtlicher Fonds gesammelt wurde. Ebenso sorgte der Verein dafür, dass die Action zugunsten der palästinensischen Colonisten auch von Krakauer Genossen gefördert werde. Der Verein schloss sich an die österreichische Organisation des „Verbandes Zion" an und nahm durch seine Delegierten am Olmützer Parteitage und an der galizischen Zionisten-Conferenz in Lemberg theil. Es ist auch zu erwähnen, dass die Vereinsmitglieder die Anregung gaben zur Abhaltung volksthümiicher Curse für die jüdische Bevölkerung. Schliesslich sei noch erwähnt, dass es den Bemühungeu einzelner Mitglieder des Vereines gelungen ist, einen Verein jüdisch-nationaler Mädchen „Ruth" ins Lehen zu rufen. Kolomea. Der Verein „Beth-Israel* hat seine Bibliothek als V o 1 lc s b i b 1 i o t h e k dem grossen jüdischen Publicum geöffnet und diese Thatsache placntieren lassen. Der Andrang war so gross, dass lange nicht allen Ansprüchen entsprochen werden konnte. Kolomea. Samstag den 9. d. M. wurde in unserem Vereine die jüdische Toynbee-Halle eröffnet. Schon vor Beginn waren sämmtliche Localitäten des Vereines überfüllt. Um 8 Uhr bestieg der Präsident Herr Dr. Rosenheck die Tribüne, indem er in kurzen Worten den Delegierten der Cultusgemeinde, Herrn M. Herrmann bewillkommnete. Dann et klärte Redner die Bedeutung der Toynbee-Halle und wünschte diesem Unternehmen vollstes Gedeihen. Hernach hielt Herr Taub es einen Jargonvortrag, in dem er ebenfalls die Bedeutung solcher Toynbee-Hallen hervorhob. Czernowitz. (Jüdisch-nationale akademische Verbindung „Zephira h".) Das Ergebnis der Chargenwahlen für das Wintersemester 1901/3 ist folgendes: cand. jur. Abraham Schärf'X, cand. phil. Emil Zapp ler XX» stud. phil. Mendel Herbst XXX- Czernowitz. (Akademischer Leseverein „H umanitasMnCzernowitz) In der am 1. November stattgehabten Plenarversammlung wurden in den Ausschuss gewählt die Herren: cand. jur. Philipp Fleischer, Obmann; stud. jur. Jakob Wechsler, Obmann-Stellvertreter; cand. jur. Markus Sternberg, Schriftführer; stud. phil. Karl G u t h e r z, Cassier; stud. jur. Emanuel Weinbach, Bibliothekar; stud. phil. M. Singer, Zeitungswart. Bojan (Buk.). Am 26. October fand die ordentliche Generalversammlung des hiesigen Vereines „O h a w e Z i o n" statt. Dem Rechenschaftsberichte entnehmen wir: Es wurden vom Vereine Volksversammlungen abgehalten mit den Rednern : Dr. Philipp M e n c z e 1, jur. F.Sommer von der „Hasmonaea" und Löbl Taubes. Für Zahlung von Schekeln und Shares wurde mit gutem Erfolge agitiert. Ein neuer Verein wurde in Nowosielitza von Mitgliedern des „Ohawe Zion" gegründet. Redner: Max K offler von der „Hasmonaea" und Löbl Taubes. Die Neuwahlen ergaben folgendes Resultat: Hermann Gottesmann, Obmann; Naftali Retter, Stellvertreter; Selig Reiner, Cassier; Israel K 1 i n g e r , Schriftführer; Nachman Weiser, Administrator; Isak K u 1 a, Esra Kinzbrunner, Josef Sonnenblum, Beisitzer. Berlin. („V erein jüdischer Studente n.") Der „Verein jüdischer Studenten" zu Berlin (im ß. J. C.) begierig am 7. November die Antrittskneipe des Wintersemesters, die glänzend verlief. Zahlreiche Gäste waren erschienen. Bundesbruder Stein itz hielt die Tendenzrede, in der er die Ziele unserer Bewegung darlegte. Im Namen der Gäste redeten Herr Sanitätsrath Dr. Jastrowitz und Herr B e r g e 1, für den Jüdischen Turnverein „Bar Kochba" Herr stud. Auerbach. Eine Rede auf die Alten Herren hielt Bundesbruder J. Cohn, Alter Herr Dr. H a n t k e antwortete. Die „Fidelitas" hielt die Kundesbrüder und Gäste noch lange zusammen. Bundesbruder E.Cohn sprach auf das Cartell der .,Vereine Jüdischer Studenten" an deutschen Hochschulen, den „Bund Jüdischer Corporationen Der „V. J. St,." wird auch im kommenden Semester eine rege Thätigkeit entfalten. Es werden mehrere grosse Vorträge von Aussenstehenden gehalten werden, für die unter anderen Sr. Ehrw. Herr Rabbiner Dr. Esc helbach er, Herr Dr. Schreiner, Herr Professor W a r b u r g, Herr R. - A. Dr. Löwinsohn bereits zugesagt haben. Ausserdem werden Discussionsabende veranstaltet werden, zu denen Bundesbrüder die Referate halten. Zur ferneren Orientierung werden regelmässige Literatur- und Zeitungsreferate, sowie ganz besonders ein Geschichtscurs dienen, den Dr. Zlocisti (A. H. des „V. J. St.4') abhalten wird. Geturnt wird in der Turnhalle des Reichenhei m'schen Waisenhauses, welche das Curatorium dem Vereine wieder bereitwilligst zur Verfügung gestellt hat. Berlin. („V. j. St.") Das Ergebnis der Chargiertenwahlen im Charlottenburger „V. j. St." : Max ß e r 1 o w i t z, stud. techn., X? Jancu G r ü n b e r g, stud. ehem., XX; Alfred Berlowitz, stud. ing., XXX; Wilh. Majer. c z i k, stud. techn., Cassenwart; cand. ing. Maximilian Hecker, Turnwart. Im Berliner „V. j. St.": E. Rosenkr a n z. X; Bruno Blau, XX; J. hebo w i t z, XXX- Berlin, Die jüdischen Studenten aus Rumänien haben sich in Berlin zu einem Verein „Ivria" mit jüdisch-nationaler Tendenz constituiert. Zur Weckung des nationalen Empfindens dienen wöchentliche Vorträge mit anschliessender Discussion aus dem Gebiete der jüdischen Geschichte und Literatur," Zeitungsreferat*1 etc. Zur Hebung der Körperkraft ist ein offizielles Mitturnen im Jüdischen Turnverein „Bar Kochba" beschlossen worden. Der Verein zählt bereits L2b Mitglieder, u» d es ist mit Sicherheit zu erwarten, dass ihm auch die übrigen jüdischen Studenten aus Rumänien beitreten werden. Der Vorstand für das Wintersemester 1901/19Ö-J besteht aus: A. Hornstein (l Vorsitzender), M. G r ü n b e r g °2. Vorsitzender), J. Grünberg (Schriftführer), L. Maller (Cassier), alle an der Technischen Hochschule. Charlottenburg. (V erein Jüdischer Studente n.) Mit Beginn des Wintersemesters ist an der Technischen Hochschule zu Cnarlottenburg ein „Veein Jüdischer S udenten" gegründet worden. Mit denselben Tendenzen, wie die durch den „Bund Jüdischer Corporationen" zusammengefassten gleichnamigen Vereine an verschiedenen Universitäten, strebt sie darnach, in studentischen Kreisen jüdisches Empfinden zu wecken und an der Fortentwicklung eines lebendigen Judenthums mitzuarbeiten. Am 2. November fand der Gründungscommers im Saale des Resiaurants „Tniergartenhof* unter Betheiligung zahlreicher Gäste statt. In einer eindrucksvollen Festrede schilderte cand. ing. Hecker in prägnanten Worten die trübe Lage der Juden

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