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Die Welt · 1901-11-01 · 44 (1.11.1901) · p. 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
5 (1901)
Issue
44 (1.11.1901)
Article
Die Bewegung in Amerika
Date
1901-11-01
Page
7 (sequence 1)
Language
German
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Nr. 44 „Die # Welt*« Seite 7 Südosten führt. Wir bekamen es aber übel. Hätten wilden directen Pfad gewählt, so wären wir schon nach einer Stunde in K a f f i n angekommen, nun aber war unser Weg um zwei Stunden verlängert. Wir reiten die mindestens einen Kilometer breite Ebene durch und betreten den breitesten der Pfade, die den Berg durschneiden, welcher den Wadi Arah von Süden umgrenzt. Dieser Berg ist steiler als der ihm gegenüber liegende, von dem wir soeben herabgestiegen waren. Der Boden hat auch nicht mehr dasselbe Aussehen, er ist steiniger, und die Erde, die von den Steinen aufgehalten wurde, ist reicher, von verwesenden organischen Stoffen mehr geschwängert, der Charakter der natürlichen Waldvegetation hat sich ebenfalls verändert. Auf dem Berge gegenüber herrscht die Eiche ganz vor, man sieht fast nichts anderes, als junge Eichen, sie wachsen auch in ziemlichem Abstand voneinander. Hier ist schon die Eiche, die an und für sich besser entwickelt ist, von grossartigen Mastixbäumen und anderen grossen Terebinthaceen begleitet, man sieht auch sehr schöne Johannisbrotbäume und Gebüsch zwischen den Bäumen. — Etwas höher den Berg herauf finden wir ringsum einige grössere schattige Bäume verfaultes Stroh, welches uns auf Haitestellen von Karawanen schliessen lässt, und wir sind nun in unserer Ueberzeugung befestigt, dass wir uns auf dem richtigen Wege befinden. Bald erblicken wir einige Maschharah, Haufen von verglühter Erde, die darauf hinweisen, dass hier Holzkohle gebrannt wurde. Aus der grossen Anzahl dieser Maschharah zu schliessen, musste man hier die Holzkohle en gros herstellen. Schliesslich verengt sich der anfangs ziemlich breite Pfad und verliert sich vollständig gegen den Gipfel zu. Nun verstehen wir erst, dass wir den von Eseltreibern angetretenen Weg befolgten, die die Kohlen abholten, welche man auf den Bergabhängen herstellte. Wir hatten uns also verirrt. Nun hätten wir eigentlich zurückkehren sollen, zogen es aber vor, quer durch Berg und Thal nach Südosten weiterzuziehen. Und noch volle zwei Stunden umgab uns völlige Einsamkeit von allen Seiten, kein lebendes Wesen, bei dem man den Namen des Thaies, das wir durchquerten, oder des Berges, den wir hinaufkletterten, zu erfahren vermocht hätten. Der Abstieg ins Thal wurde nun sehr schwierig. Unsere Pferde, die doch sonst an Märsche im Gebirge gewöhnt sind, bewegen sich mit Noth und Mühe vorwärts. Wir sind gezwungen, herunterzusteigen und sie am Zügel bergab zu führen. Auch der Charakter der Vegetation verändert sich nunmehr. Das Laub ist nicht mehr so intensiv grün, die Eichen sind nicht mehr so gross. Je mehr wir vordringen, desto verkrüppelter erscheinen sie, bis sie endlich vollkommen verschwinden. Mehr und mehr scheint das Gebirge entblösst. Unten im Thale von neuem ein kleiner, kaum sichtbarer Pfad. Dieses Thal mündet im Westen in die Ebene von Saron. Wenn wir uns dorthin wenden wollten, würden wir leicht unseren Weg zurückgewinnen. Wir wollen aber die uns schon bekannten Gegenden meiden, und so setzen wir unsere Reise durchs Thal gegen Osten hin fort. (Fortsetzung folgt.) Die Bewegung in Amerika. Der officielie Bericht vom letzten Delegiertentag der „Federation of American Zionists" (Juni, Philadelphia) enthält: Die Botschaft des Präsidenten Prof. Richard Gottheil, Bericht des Schriftführers Isidor D. M o r r i s o n, Cassabericht, Ansprache des Führers der canadischen Zionisten Clarence J. de Sola und andere. Dem Berichte entnehmen wir Folgendes: die Federation umfasst 151 Vereine. Davon entstanden im letzten Jahre 34 neu. Diese Körperschaften vertheilen sich auf 24 Staaten und 89 Städte einschliesslich der Insel Manila auf den Philippinen. Während im Jahre 1899 für 1500 Mitglieder Schekel gezahlt wurde,betrug die Zahl im Jahre 1900 3800, und in diesem Jahre sind 7000 eingelaufen, mit den Rückständen dürften 10.000 erreicht werden. Die Haltung der früher dem Zionismus missgünstigen jüdischen Presse ist freundlich geworden. Die Zionisten gründeten zahlreiche Schulen, Unterrichtscurse und Lesehallen. Conferenz der bessarabischen Zionisten. (Orig.-Telegramm der „Welt.") In Kamenetz-Podolski fand ein Delegiertentag der Zionisten Bessarabiens statt, den Dr. Benderski als Rayonsobmann und Dr. Bernstein-Kohan als Ehrenpräsident leiteten. 54 Delegierte waren anwesend. (Ausführlicher Bericht in nächster Nummer. D. Red.). Der Weinbau in Syrien und Palästina. Aus einem Berichte des kaiserlich deutschen Consulates in Beirut veröffentlicht der Berliner „Reichsanzeiger" über den Weinbau in Syrien und Palästina folgende Mittheilungen : Der Weinbau, welcher in Syrien schon im grauen Alterthume gepflegt wurde, hat in den letzten Jahren an Ausdehnung zugenommen.. Während früher die Trauben, so weit sie nicht frisch consumiert wrurden, fast durchgängig als Rosinen zur* Ausfuhr gelangten, werden sie jetzt grösstenteils zur Weinbereitung verwendet. Die Ernte war, entgegen derjenigen des Vorjahres, eine reichliche. Es wurden im Libanon ungefähr 500.000 kg zum Preise von 29—31 Frcs. par 100 kg und in der Bekäa (Schtora, Zahle u.s.w.) 400.000 kg zum Preise von 31 34 Frcs. per 100 kg Wein erzeugt, von welchem 230.000 kg nach Aegypten und 170 000 kg nach Europa ausgeführt wurden. Die Regierung erhebt von dem im Lande bereiteten Wein eine Fabricationssteuer in Höhe von 15% des Wertes, bewilligt aber den nach dem Auslande ausgeführten Weinen eine Art Ausfuhrprämie durch Rückvergütung der Hälfte dieser Steuer. In der Bekaa (Hochebene zwischen Libanon und Antilibanon) befassen sich die Jesuiten und verschiedene Europäer mit der Weinbereitung nach französischer Art, und es ist ihnen gelungen, in den sogenannten Schtoraweinen sehr gute und im Geschmack feine Qualitäten zu erzeugen, die sich namentlich zum Verschneiden mit Bordeauxweinen gut eignen. Die gewöhnlichen Roth- und Weissweine von Schtora und Zahle, weiche mit Wasser gemischt als Tischwein viel getrunken werden, werden mit 20—50 Cent, per Liter verkauft, während die süssen, den Samosweinen ähnlichen Dessertweine des Libanon (der sogenannte Vino d'oro) 40 Cent, bis 1 Frc. per Liter je nach Qualität erzielen. Seit einigen Jahren ist den Libanonweinen eine grosse Concurrenz in den Palästinaweinen erwachsen, die in grossen Mengen von Jaffa und Chaifa nach Europa, namentlich nach Hamburg und Antwerpen, ausgeführt werden. In Palästina sind es besonders die jüdischen Colonien und die deutschen Niederlassungen in Jaffa, Sarona, Jerusalem und Chaifa, denen der Weinbau und die Weinbereitung grosse Fortschritte verdanken. Von den jüdischen Colonien befassen sich speciell Rischon-le-Zion bei Jaffa und Sammarin (Zichron Jakob) bei Chaifa mit der Weinbereitung in aller grösstem Stile und unter Anwendung der modernsten Fabricationsmethoden. An beiden Orten sind sehr ausgedehnte Kellereien angelegt. Die Ergebnisse sind sehr günstige. In Sammarin werden jährlich durchschnittlich 10.000 hl erzeugt. Ein Dampfer der deutschen Levante-Linie verlud anfangs Mai 1901 in Tantura, dem Küstenplatzc von Sammarin, 2710 Fass a 2 hl oder circa 700 t Wein nach Hamburg. Brief aus Capstadt. Cape T o w n, 25. September 1901. Auf Anregung des Herrn D. Goldblatt fand in dessen Wohnung eine Vorbesprechung zur Gründung eines jüdischen Hilfsvereines für die nothleidenden Brüder in Bessarabien statt. Anwesend waren die Herren: A. M.

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