Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 5 (1901)
- Issue
- 43 (25.10.1901)
- Article
- [Nachricht]
- Date
- 1901-10-25
- Page
- 8 (sequence 1)
- Language
- German
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Seite 8 Die 2$ Welt" Nr. 43 Bücher- und Zeitschriften-Rundschau. J|äcbe^Bit)laaf. r.Ttmn» nsain jvnp n^rn^rra ptr*n 153D 4p i fi ä dum ♦a^nai D^ro : n 3 < n *h ♦ci'öp) «wn .«tEnan * :b-iörr ♦D^nn ^ybi rvn&Db n&b w sn^b ♦rtb^n o main ♦,n 713 ♦a^aacra nw« :-pirrr /^D«m, man ♦owin bnb«) Lehrbuch der samaritanischen Sprache und Literatur. Von J. Rosenberg. Wien, Pest, Leipzig. A. Hartlebens Verlag. Catalog and Program of the Departements Preparatory, Rabbinical, Semitic. Hebrew Union College. 1901 /1902. Cincinnafci, College Building, 724 W. Sixth Street. Die Grundlagen des XIX. Jahrhunderts. Von H. St. C h a mb e r 1 a i n. Kritische Urtheile. München, 1901. Verlagsanstalt F. ß ruckmann A.-G. * „Jung-Jucla", Zeitschrift für unsere Jugend (Prag), erfüllt auch in der vorliegenden Nummer vom 28. Tischri ihre Aufgabe, jüdisches Wissen und Wesen den Kindern gerecht zu machen. Wir empfehlen sie jedem jüdischen Hause. Der Preis ist minimal. Die ,.Jüdische Turn-Zeitung" (Berlin) erweist sich als vorzügliches Fachblatt mit interessanten Beiträgen in- und ausländischer Turner. Aus dem Artikel von E. Auerbach protokollieren wir den Satz: „Die jüdischen Turnvereine verdanken dem Zionismus ihr Dasein." Achiasaf. Literarischer und praktischer Kalender für das Jahr 5662. IX. Jahrgang. Herausgegeben vom Verlage „Aohiasaf. Warschau 1901. (Hebräisch.) Dieser Almanach hat sich in der hebräischen Literatur schon das Bürgerrecht erworben und gehört zu den wenigen Erscheinungen der hebräischen Belletristik, die nach Gebür gekauft werden, so dass einzelne Jahrgänge im Buchhandel ganz vergriffen sind. Der vorliegende Jahrgang, ein starker Band von 437 Octavseiten, reiht sich würdig an seine Vorgänger. Die begabtesten hebräischen Lyriker, Novellisten und Essayisten haben einander hier ein Stelldichein gegeben und machen die Leetüre auch für Leser, die anspruchsvoller sind als das Stammpublicum derartiger Sammelschriften, zum Genuss. Eingeleitet wird der literarische Theil des Kalenders durch ein ganz famoses humoristisches Gedicht der Herausgeber, das in der Form eines versificierten Briefes an den Kalendermann und einer kurzen, scharfen Antwort von diesem ein paar Auswüchse unseres öffentlichen Lebens, insbesondere der hebräischen Publicistik, in harmloser Weise ironisiert. Hierauf folgt unter dem Titel „Krieg im Frieden" eine interessante historische Skizze von Doctor S. Bernfeld, die von einem originellen Gesichtspunkte einzelne Erscheinungen der altjüdischen Geschichte, namentlich den langwierigen Culturkampf zwischen Hellenismus und Judaismus in der vor- und nachmakkabäischen Epoche beleuchtet. Ch. M. Bialik zaubert uns in einem Gedichte: „Beim Oeffnen des Fensters" die frische Stimmung eines wetterwendischen Frühlingsmorgens, vom Poetenstübchen aus erfasst, lebendig vor die Seele. Nach einer Skizze von J. Berschadsky und einem Gedichte von A. Huppenstein folgt ein Aufsatz von S. L. Citron, der „Zur Volkserziehung* einige beherzigenswerte Anregungen gibt. Eine hübsche Novellette von M. D. B r a n d s t ä 11 e r, und wieder kommen wir zu einem prächtigen Gedichte, das die Ueberschrift „Messias" trägt und von J. L. Borucho witsch herrührt. Josef Kl a u s n e r stellt über „Geistige Bildung und sittliche Erkenntnis" recht feine, gedankenreiche Betrachtungen an. Von den weiteren Beiträgen verzeichnen wir kurz: Gedichte von M. M. Horowitz, David Frischmann, M. M. Dolitzky, Jacob Kohn, Jacob Kaplan, J. L. G o r d o n (ein kleines, bisher ungedrucktes Epigramm); Novelletten und Skizzen von M. J. ßerdyczewski, A. S. R ab bin o witz, J. Steinberg, M. L. Lilienblum, J. Ch. Tawjew, A. Ludvipol, A. Singer, S. Ben-Zion; überaus interessante Erinnerungen und Denkwürdigkeiten aus den guten Zeiten der alten Chibbath- Zion-Bewegung von A. S. Fried b erg und Mordichai ben Hillel Hakohen; einige judaistische Kleinigkeiten vom Altmeister Lazar Schulmann; biographische Skizzen und literarische Charakteristiken von M. J. ßerdyczewski (über M. L. Lilienblum und David Frischmann), R. Br ainin (überLector Friedmann), Dr. S. Bernfeld (über Zacharias Frankel), J. Ch. Zagorodsky (über J. L. Perez) und der Redaction (über Lazar Schulmann und J. J. Weissberg). Ferner enthält der Kalender eine ausführliche Jahresschau und jüdische Chronik, Nekrologe über die Todten des Jahres und ein bibliographisches Verzeichnis der Neuerscheinungen des jüdischen Schriftthums in verschiedenen Sprachen. M. Z. In einem seiner unter dem Titel „Eine Stimme aus der Wüste" in den Monatsheften des „Woschod" erscheinenden Briefe schildert B e n - A m i unter anderem die jüdische Gesellschaft der Stadt Wilna. Als erfreulichen Gegensatz zu der „Intelligenz" der Stadt, die allen jüdischen Angelegenheiten völlig indifferent gegenübersteht, bezeichnet Ben- Ami das Gros der jüdischen Volksmasse in Wilna, dessen geistiges Niveau das der lithauischen Juden im allgemeinen weit überragt. Dies verdanken die Wilnaer Juden ihren jüdischen Kenntnissen, und nirgends wurde so viel für die Bildung des jüdischen Volkes gethan, wie in Wilna. Die Einwohner von Wilna haben allen voran eine Volksuniversität gegründet, an welcher Vorlesungen aus allen Zweigen jüdischen Wissens gehalten werden, und zwar zu einer Tageszeit, da die jüdische Arbeiterschaft ihr Tagwerk beendigt hat: in den Abendstunden und oft sogar in später Nacht. In der Synagoge für Taglöhner ünd Fabriksarbeiter finden die Vorträge in der Nacht von Freitag auf Samstag in zwei Abtheilungen statt; für einen Theil Hörer von & Uhr abends bis Mitternacht, für die übrigen von Mitternacht bis 3 und 4 Uhr morgens. Samstag nachmittags finden in allen Bethäusern Vorträge statt, die bis in die Abendstunden reichen, und jedes Bethaus hat sein specielles Auditorium. Obwohl diese Vorträge in ihrer Form öfters einseitig und einförmig sind, so bilden sie immerhin eine beständige Quelle, aus der die jüdischen Massen Wissen, Muth und Kraft schöpfen, um den täglichen Kampf ums Dasein zu bestehen. Diese von Ben-Ami so warm geschilderte Volksuniversität wäre wohl auch für westliche Städte nachahmenswert. Vielleicht liegen ihre Anfänge in den segensreich wirkenden Toynbee-Hallen. J. G. Literarisches. Das „Jungwiener Theater zum lieben Augustin'* hat neben der in unserer vorigen Nummer erwähnten Ghetto-Pantomime von Hugo v. Hofmannsthal ein Gedicht von Hugo Salus, „Kleine Ghetto- Liedchen* betitelt, in sein Repertoire aufgenommen. * Einer Mittheilung des Verlages B. Elischer in Leipzig entnehmen wir folgende Daten bezüglich der Verbreitung von Max N o r d a u s Schriften. Von den „Conventionellen Lügen der Culturmenschheit" kamen bisher in der deutschen Originalausgabe 53.000 Exemplare in den Handel; an Uebersetzungen erschienen bisher 13 — die meisten davon in mehreren Auflagen — und zwar: 3 englische (1 Londoner, 2 amerikanische), 1 französische, 1 spanische (21 Auflagen), 1 italienische, 1 portugiesische, 1 schwedische, 1 holländische, 1 japanische (der Uebersetzer, Secretär der japanischen Gesandtschaft in Washington, wurde wegen dieser Uebersetzung seines Amtes enthoben). Das deutsche Original wurde ausserdem in Amerika in zahlreichen Auflagen nachgedruckt. Von den „Paradoxen" erschienen deutsch 7 Auflagen in 26.000 Exemplaren, ferner 10 Uebersetzungen, und zwar ins Englische 8, ins Französische, Italienische, Spanische, Portugiesische, Schwedische, Russische (4 Auflagen von 12.000 Exemplaren), Rumänische und Hebräische je eine. Von beiden Büchern ist vor kurzem im Verlage von B. Elischer Nachfolger in Leipzig eine neue Auflage erschienen. Preis jeden Bandes Mk. 4, geb. Mk. o. Die Förderung jüdischer Dramatik. In zwei vorausgehenden Artikeln1) besprachen wir die beiden Formen, in welchen sieh die junge dramatische Befähigung der Juden verwirklicht: Das deutsch-jüdische Milieudrama und die Bühne der jüdisch sprechenden Juden. Wir haben es uns hiebei nicht versagt, auch die Aussichten dieser beiden Formen kurz zu erörtern. Dem deutsch-jüdischen Milieudrama mussten wir prophe-