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Die Welt · 1901-10-18 · 42 (18.10.1901) · p. 14

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
5 (1901)
Issue
42 (18.10.1901)
Article
Zweierlei Juden
Date
1901-10-18
Page
14 (sequence 2)
Language
German
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Seite 14 „Die # Welt" Nr. 42 derttausond Kron<m zur Unterstützung der Cholera-kranken. Was er (»rühriyt, ist sein Kigentlnmi. bloss wenn es nicht die Cholera wäre, die unicr den Arbeitern herrscht, hat er die ganzen himdertlauscml Kronen zu ersetzen. Und glauben Sie, unsere zwei Aerzte. der Ib'/.irksarzt und der l'ezirkshauptinann, werden alieh niS|$inen einzigen Heller zin iiek^eben V .Fällt ihnen nicht ein! Sie* werden die Cholera const alleren, das* einem die Ilaare zu Berge stehen. Die Zeitungen werden '— hiezu habe ich fiinfzigtausend Kronen reserviert --- einen Höllenlärm erheben und die Einstellung der Arbeilen verlangen: aber diese werden bereits vorher eingestellt sei»], das wird <ler I »ezirkshauptniann aus eigener jYhichtvollkomnienheit besorgt haben, weil er es besorgen niusste. Kv nniss die Leute i-olien'ii, die Kranken, die Verdächtigen und die (Gesunden, und damit hat jede Arbeit, aufgehört. Ist, aber die Arbeit von auitswegen eingestellt,, so ist die Vis major vorhanden, und die Verpflichtung existiert für Sie nicht mehr, den Hafen in der festgesetzten Krist zu vollenden. Und existiert diese Kr ist nicht für Sie. so sind die zwanzig Millionen auch bereits geborgen." Tulpeiithal stand wortlos da. Ks \v,\v ein (icfiihl der K>eschiinnmg. das sich seiner bemächtigt hatte. Kr hielt sieb für eine Autorität, und dabei war ihm nicht in den Sinn gekommen, dass das Kehl heim Hafenbau noch zu retten, ja sogar noch ein grosser Cewinn heraus/.usehlagcn wäre. Dieses fable, ausgedörrte Jiingel niusste kommen und ihn eines besseren belehren. Wenn er die Cescliichte selbst arrangierte? Nein das gieng nicht, "Moriz würde Lärm erheben, und dann hat er ja bereits das Schriftstück in der Tasche, das ihm fünf Millionen sicherte. (Jefahr? Nein, (Jefabr ist keine vorhanden. Kr bestiehl, nicht... er ist ein YVohlthäter. Moriz wird sieh sehr zornig goberden, wenn Knnnv die Cattin des (2 rufen Brandt wird? Mag er zürnen! Kr wird sein (Jehl nehmen und reinen Mund halten. Ks wäre ebenso sein Schaden, wenn die Ceschiehte aufkäme und das (Jehl zurückerstattet werden müsstc. Noch gieng er einige Minuten sinnend auf und ab, dann blieb er plötzlich vor Moriz stehen: .AVann reisen SieV* fragte er ihn. ..Heut Abend. In aller Stille, natürlich. Ich werde von Hosenstein einen achttägigen Urlaub verlangen. Audi müssen Sie mir die zweima I bundcrtfüiifziglauseud Kronen in barem Celde geben, ohne dass er davon erfährt.' „Ich werde das (Jehl in der Hank aufnehmen und Ihnen vor Ihrer Abreise hier übergeben." ..Das wäre in Ordnung." ..Und Sie haben volles Vertrauen zur Sache, Herr Kischl? Keine bedenken, keine Furcht?" „Nichts von alledem. Ich setze meinen Kopf zum Pfände, dass der Streich gelingt. Und .ärgsten Falles, was riskieren wir? .Nichts! Wir würden ja das (Jehl zurückbekommen! Verlassen Sie sich auf mich. Nicht die fünf Millionen allein sind es, die mich leiten: es sind die schönen Augen des Fräulein Knuny, es ist die die ich liebe, die ich anbete und die ich höher schätze, als hundert ^Millionen." Tulpenthal niusste die Lippen fest aufeinanderpressen, damit er nicht höhnisch grinse. Kr hätte den Kerl da ohrfeigen mögen, der sich mit seiner schäbigen .Jammergestalt neben seine aristokratisch stolze Tochter .Knnnv zu stellen, auf ihre Hand zu hoffen wagte. Aber ein genialer Mensch war er trotzdem, ein Mensch, mit dem man sich vertragen niusste. und deshalb bemühte er sieh, freundlich zu lächeln: „Lieber Herr Fiscal, zuerst das Geschäft, dann das Vergnügen. Sie müssen jetzt Ihren Kopf klar haben; von den andern Hingen sprechen wir nachher.*' „Auf meinen Kopf können Sie sich ruhig verlassen. Herr Ich gehe jetzt zurück in das Coniptoir und komme am im mich von ihnen zu verabschieden und das (Jehl zu l'aron. Abend, luden." „Ich erwarte Sie mit vielem Vergnügen." „Das Vergnügen ist ganz auf meiner Seite. Herr I.aron." „Litte, lieber Herr Kischl! Und da Sie gehen wollen, leben Sie wohl!*' „Ich empfehle mich Ihnen. Herr Tiaron." „Auf Wiedersehen, Herr von Tischt!" (Fortsetzung folgt.) Pension. Gebildete Familie nimmt einen Knaben von neun bis zwölf Jahren in Fliege. Gleichaltrige Kinder im Hause. Gefallige Zuschriften unter „K. %." an die Redaetion der „Welt". Wegen Raummangels mussten zahlreiche Vereinsnachrichten diesmal wegbleiben. Mitteilungen des österreichischen Landes-Comites „Verband Zion". Folgondo Tage sind für unsere Sitzungen bestimmt: Oct ober 10. und 2i. November 14. „ 28. D e e o m b er. 12. „ 23. An diesen Tagen sind die Mitglieder der Leitung von 7 Uhr abends an im Congress-Bureau, IX., Tiirkcnsirnsse 9, zu sprechen. Ebendahin sind alle Zuschriften an das L a n des- C o in i t e oder den „V e r b a n d Z i o n" zu richten. D a s L a n d e s - G o m i t e Ii a t alle f ü r Oesterreich wichtig e n K rage n d e s P r o g r a ni m e s, d e r O r g a n i s a t i o n, A g i t a t i o n u n d P r e s s e z u r 1J e h a n d hing ü b e r n o m m e n. Mitteilungen aus dem Publicum. Sonntag den 27. October 1. J. um 2 Uhr nachmilags findet in dem Bethause „Beth-lsrael;\ 1h, Leopoldsgasse 29, die Trauung des Fräulein Therese R u x h a u m, Tochter unseres Gesinnungsgenossen, des Religionslehrers Herrn Leopold B u x Ii a u m, mit. Herrn Gustav S ü s s k y n d statt. Die im Inseratentheile unserer heutigen Nummer angezeigten Classiker von J. L. Pollaks Buchhandlung, Wien, XV., Maruihilterstrasse 140, zeichnen sich durch guten Druck, Papier, elegante Einbände, sowie billigen Preis aus. Briefkasten. M. E—r in Wien: Das Gedicht zeugt von Begabung ist aber für uns noch zu wenig ausgereift. L. F. in Rzeszow : Leider ungeeignet. F. P. in Breslau : Bitten um Geduld. Wir haben noch auf einige Wochen hinaus ältere Verbindlichkeiten. Vigilans in Budapest: Selbstverständlich sind die zwei jüdischen Gedichte (von A. R e i s e n und Morris R ose nt'eld), die in der jüngsten Nummer des „Egyenlöseg" abgedruckt sind, nicht aus dem Originale, sondern aus der Uebersetzung Berthold Fei weis ins Ungarische übertragen. Köstlich ist die Klammerbemerkung nach dem Namen A. Reisens (zionistischer Dichter). Die Redaetion des „Egyenlöseg" möge doch einen modernen hebräischen oder Jargondichter nennem, der „nichtzionistisch" ist. Spenden. Für zionistische Zwecke : Verein „ZerubabeP, Odessa: Bujukanski Rubel 1 9i, Pruschiner R. —.55, Faier R. —.44, Taubis R.—.58, Schwarz iL —.50, Mirkovitz R. —M, Epstein R. — .42, Kohn R. —.25, Mtinaris R, 2.78, Fridman R. —.15, Saiatz R. —.8:}, Trager G. R. — .21, Blidi R. —.50, Rubinstem R. 1.5(i, Tehetehelnizky R. —.^0, Mindelsohn R. 1.77, Lembersky R. — .20, Osilewsk'v IL —.21, Leidermann R. —.12, Wölk* Ii. — .OS, Eideimann R. —.20. Helis R. —.10, Magidowitz R. —.8(5, Ackermann R. —.50, Kirschblum R. 10.(15, Borschewsk y R. —.05, Schifrin R. —.52, Pischik R. —.15, Dasehcwsky R, —.1:;, Kaleka R. — .00, üdler IL —.30, Aksehod R. J.'-, Silberstein R. —.10, Schegal R. —.25, Futran R, —.25, Träger J. R. —.52, zusammen R. 30.17, hiervon ab R. —.45 Postporto, bleiben IL 29.72 Kr. 75.07, „Frez Israel", Braila Kr. 8.40, „Bnei Zion", Berlad Kr. 3.30, Section Herzl, Tinerimeo- •Moinesci Kr. 2.—, Summe Kr. 88.83. Für die Arbeiter in Palästina: Sammlung am n^n nnfctr m Leipzig: Raskin, Zivvjan, Glikin, Eidenstein. Konsiantinowski, Weingarten, Silberkweit, Weissbrut Kr. 13.41, Sammlung Erew Jörn Kipur in Nadvvorna Kr. 9.20, H. Nagelberg in Nadworna Kr. 2.—, Summe Kr. 24.01. Jüdischer Nationalfonds: Familie K. in Wien Kr. 2.—. Berich t i g u n g: Die in Nr. 40 für die Universität in New-York ausgewiesenen Kr. 120 wurden nachträglich für eine Universität in Jerusalem gewidmet. Druckfehler: Für die Colonie „Bene Jehuda" wurden nicht Kr. 297.54, sondern Kr. 290.25 abgeführt.

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