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Die Welt · 1901-10-18 · 42 (18.10.1901) · p. 1

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Journal
Die Welt
Volume
5 (1901)
Issue
42 (18.10.1901)
Article
Ein weiterer Fortschritt
Date
1901-10-18
Page
1 (sequence 1)
Language
German
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Redaction und Administration: WIEN IX., Türkenstrasse Nr. 9. Telephon 14199. Erscheint jeden Freitag. Zuschriften sind nicht an einzelne Personen, sondern an die Redaction oder Administration: Wien, IX., Türkenstrasse Nr. 9, zu richten. Unfrankierte Briefe werden nicht angenommen und Manuscripte nicht zurückgesendet. Sprechstunden der Redaction: Montag, Mittwoch und Freitag von 11-12 Uhr. Preise der Anzeigen: Die viermal gespaltene Petitzeile 20 Heiler. Der Inseratentheil wird Dienstag abends geschlossen. Einzelne Nummern 30 Heller. Oesterreich- Ungarn: ganzjährig Kr. 12.—, halbjährig Kr. 6.—, vierteljährig Kr. 3.—. Für das Ausland: Deutschland ganzjährig Mk. 13.70, halbjährig Mk. 6.85, vierteljährig Mk. 3.45, England ganzjährig Shg. 14.—, halbjährig Shg. 7.—, vierteljährig Shg. 3.10, Russland ganzjährig R 7.—, halbjährig R. 3.50, vierteljährig R. 1.75, Schweiz, Frankreich, Italien, Türkei, Rumänien, Bulgarien, Serbien, Griechenland, Aegypten ganzjährig Frcs. 17,—, halbjährig Frcs. 8.50, vierteljährig 4.25, Amerika ganzjährig Doli. 3.40, halbjährig Doli. 1.70, vierteljährig Doli. —.85. Nr. 42. Wien, 18. October 1901. 5. Jahrgang Ein weiterer Fortschritt. * Wie man aus den officiellen Mittheilungen der Parteileitung ersieht, ist die Actionsfähigkeit der Jüdischen Colonialbank eingetreten. Nachdem in den letzten Monaten die Zahl der Subscriptionen 330.000 Pfund und das eingezahlte Capital 229.200 Pfund erreicht hat, ist es in jüngster Zeit, hauptsächlich durch den Eintritt einer Anzahl von gesinnungsgenössischen Firmen, gelungen, die restlichen 20.800 Pfund aufzubringen. Damit ist der in den Statuten vorausgesehene Augenblick der Actionsfähigkeit da. Wir sehen den Erfolg der jahrelangen Mühe und Arbeit. Das erste Werkzeug unserer Thätigkeit ist vollendet. Es wartet darauf, gebraucht zu werden. Gerade jetzt ist es aber nothwendig, für die nächste Zeit die Grenzen der Bankthätigkeit abzustecken. Die Actionsfähigkeit hat eine grosse Bedeutung: sie ist „die formelle Bereitschaft zum Abschlüsse von Verträgen". Sie stellt gleichsam eine latente Kraft vor, die jeden Augenblick in die Erscheinung treten kann. Sie ist in der Entwicklung der Jüdischen Colonialbank das Stadium, in dem diese zum erstenmale nach aussenhin als ein gefestigtes Ganzes, als ein fertiger Organismus dasteht. Der Zionismus brauchte neben der Vertretung durch Personen eine Vertretung durch organisierte Zahlen. Mit der so mühsam errungenen Vertragsmöglichkeit müssen wir vorsichtig umgehen. Wir dürfen unsere Gelder nicht verwenden, so lange wir uns über die unbedingt und im grossen Sinne fruchtbringendste Verwendungsart nicht vollkommen klar sind. Es sind in den letzten Monaten an die Directoren der Jüdischen Colonialbank verschiedene Projecte und Anträge herangebracht worden, die den Zweck haben sollten, möglichst gute Geschäfte zu entrieren. Das Directorium hat sämmtliehe eingelaufene Vorschläge gesichtet, eingehend und voruitheilslos auf ihre Programmgemässheit, Ausführbarkeit und Rentabilität geprüft. Aber für die nächste Zeit wird nicht beabsichtigt und kann nicht beabsichtigt werden, irgend etwas zu unternehmen. Der Jüdischen Colonialbank wird vornehmlich die Aufgabe zufallen, zu thesaurisieren. Es wird also nicht zu gewärtigen sein, dass man die Jüdische Colonialbank mit Unternehmungen thutig auftreten sehe, sondern sie wird in derselben Weise wie bisher arbeiten. Sie wird sich sammeln. Mit aller Sicherheit wird man das Geld anlegen. Es ist nämlich — dies kann heute nicht oft genug wiederholt werden — nach der übereinstimmenden Meinung des Directoriums und des Aufsichtsrathes nicht die Aufgabe der Bank, möglichst rasch zu verdienen. Sie soll, selbst wenn nur eine mässige Dividende für die nächsten Jahre in Aussicht steht, mit äusserster Sicherheit vorgehen. Die judische Bank wird sich mit immer festeren Mauern umgeben. Sie soll das Reservoir bilden, in dem sich das Geld der Zionisten sammelt. Sie soll, wie sie ruhig und sicher dasteht, allerorten anerkannt sein. Wir haben die Grundlinien ihrer Zukunft gezeichnet. Die Zeit des Ausbaues beginnt. Und denen, die schon viel, vor allem aber denen, die noch wenig gearbeitet haben, muss gesagt werden: Auch Eure eigentliche Arbeit beginnt erst jetzt. "Wir haben unserer Bank Ziele gesetzt. Spannt alle Kräfte an, dass sie sie erreiche! Damit die Bank die Action, deren Möglichkeit ihr nun gegeben ist, intensiv und fruchtbar eröffne, muss sie stark sein. Schaffet ihr die Stärke! Ihr könnt es. Denn „die finanzielle Tauglichkeit der „Jüdischen Colonialbank" wächst mit jedem einzelnen Share, der verkauft wird".

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