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Die Welt · 1901-09-20 · 38 (20.9.1901) · p. 1

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Journal
Die Welt
Volume
5 (1901)
Issue
38 (20.9.1901)
Article
[Ohne Titel]
Date
1901-09-20
Page
1 (sequence 1)
Language
German
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jcteaacfcion und Administration: VII EM '!£ ^rkcrÄasse Nr. 9. Telephon 14199. Erscheint jeden Freitag. Zuschritten sind nicht an einzelne Personen, sondern an die Redaction oder Administration: Wien, IX., Türkenstrasse Nr. 9, zu richten. Unfrankierte Briefe werden nicht angenommen und Manuscripte nicht zurückgesendet. Sprechstunden der Redaction: Montag, Mittwoch und Freitag von 3—4 Uhr. Preise der Anzeigen: Die viermal gespaltene Petitzeile 20 Heller. Der Inseratentheil wird Dienstag abends geschlossen. Einzelne Nummern 30 Heller. Oesterreich-Ungarn: ganzjährig 12 Kronen, halbjährig 6 Kronen. Für das Ausland: Deutschland ganzjährig 13 Mk. 70 Pf., halbjährig 6 Mk. 85 Pf., England ganzjährig 14 Shg., halbjährig 7 Shg., Russland ganzjährig 7 R., halbjährig 3 R. 50 Kop., Schweiz, Frankreich, Italien, Türkei, Rumänien, Bulgarien, Serbien, Griechenland, Aegypten ganzjährig 17 Frcs., halbjährig 8 Frcs. 50 Cts., Amerika ganzjährig 3 Doli. 40 Ct. Nr. 38. Wien, 20. September 1901. 5. Jahrgang Die abgelaufenen Abonnements bitten wir rechtzeitig erneuern zu wollen, damit keine Unterbrechung in der Zustellung erfolge. Unsere Vertretung für Russland hat wietler der Verlag „Achiasaf" in Warschau, Twarda 6, ühernommen, wovon wir unsere Abonnenten in Russland hiemit in Kenntnis setzen. Geldsendungen erfolgen am billigsten in recommandierten Briefen. Anstatt Kopeken werden auch russische Briefmarken angenommen. ^M**M^^M^*MW*^A*M^*W^V^***V*^i**^^M^****ft*%**** Weltzionistentag. Im Zusammenwirken der Massen offenbaren sieh Wnnderkräfte. ."Nimm zehn Schock .Individuen, steck' sie zusammen, lass' sie sich bethätigen — es wird gewiss mehr Arbeit herauskommen, als dieselben Individuen vereinzelt in der gleichen Zeit geleistet hätten, aber keine andere A r t von Arbeit. Nun betrachte eine durch einen Instinkt oder eine Begeisterung verschmolzene Masse. Auch sie ist nur eine Summe von Individuen. Und doch empfindet sie ganz anders, als ihre Glieder isoliert empfunden hätten; sie bewegt sich ganz anders, als jene sich bewegt hätten; sie vollbringt Dinge ganz anderer Art — man möchte sagen : von einer anderen Welt — als jene je vollbringen könnten. Durch einen Instinkt oder eine Begeisterung. Die äussere Wirkung, die Höhe der Anspannung und die Menge der bewegenden Energie mag in beiden Fällen die gleiche sein; Seele, Sinn und Wert werden unsagbar verschieden sein. Der Instinkt ist der rohe Anfang, der wirre trübe Ausganspunkt der allgemeinen Entwicklung, die Begeisterung ihr Gipfel und. ihre Krone. In der Verschmelzung durch den Instinkt sinkt die Masse auf das Niveau ihres am tiefsten stehenden Gliedes hinab; in der Verschmelzung durch die Begeisterung kann sie sich zwar nicht zum Höchsten emporschwingen — denn, dieses ist der Masse verwehrt —, aber sie verkörpert dann doch die schönste Erhebung einer Gesammtheit, sie steht in der grossen .Reinheit da, die nur das Leben für die Idee und in ihr verleihen kann. Dabei darf man freilich nicht an das Bewußtsein denken; in den Bewegungen der Masse äussert sich nur das dunkle überströmende Gefühl. Gerade in diesem aber entspringt die Quelle der tiefsten, und süssesten Geheimnisse unseres Daseins. Ich glaube nicht, dass es Erwägungen dieser Art gewesen seien, weiche einigt' Zionisten hier und dort bestimmten, den Gedanken eines Weltzionistentages aufzuwerfen und zu propagieren. In irgendeiner Form aber dürfte Aehniiches doch bei diesem Gedanken ihnen eingefallen sein, vielleicht nur als leise vorüberhuschende Stimmung, und es ist zu hoffen, dass die Verwirklichung des Planes dieser Stimmung recht geben wird. In erster Reihe jedoch werden sie wohl an den unmittelbaren Nutzen eines solchen Tages für die Bewegung gedacht haben. Weltzionistentag! Das Bild einer ungeheuren Demonstration taucht wohl zunächst auf, einer so grossen Demonstration, dass ihre Schönheit ganz ungetrübt ist von. den Kleinlichkeiten des Alltags. Man vergisst den Widerstand der Zeit und des Raumes, der kargseligen hartnäckigen Mächte. In. einem und demselben Augenblicke gleichsam werde]! die; Zionisten aller Länder aufstehen und für ihre Wahrheit zeugen. In einem und demselben Augenblicke gleichsam wird über der ganzen Erde die Luft von Zionsworten beben. Könnte diese Stunde oder diese Folge von Stunden in voller Reinheit unserer Seelenmacht und ihrem Ausdrucke geweiht sein, könnte mit der Gewalt einer Naturkraft in" e i n e m grossen Strome das tiefe unterirdische gebannte Wollen des Volkes hervorbrechen und durch das Dunkel glühen, die herrlichste 'Vorhcissung — dann dürfte diese Stundenfolge nicht mehr Demonstration, sie müsste Offenbarung heissen . . . . "Das Unzulängliche wird nicht Ereignis werden. Wir müssen uns, wo unser Träumen aufhört, mit der gegebenen Welt begnügen. Aber auch dann liegt in dem Gedanken eines Weltzionistentages viel Starkes und Richtiges. Man hat an den Vorabend, des fünften Congresses gedacht. An diesem Tage — oder an einein benachbarten — seilen an allen Orten der Erde Festversammlungen stattfinden. Der Tag dictiert die Tagesordnung: Vom ersten bis zum fünften Gongresse, oder: Vier Jahre zionistischer Thätigkeit. Manche werden sagen: Warum nicht zwanzig? Warum nicht vierzig? Ich gebe ihnen recht. Ja, man wird nicht umhin können, an diesem Tage über z w e i t a u s e 11 d Jahre zionistische]' Thätigkeit zu sprechen. Alles Gute und Fruchtbare,, das in. diesen, zweitausend Jahren innerhalb des Judenthums geschah, war im tieferen Sinn zionistisch; denn es führte zum Leben. Wird man nun daneben mit sor°"fäl-

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