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Die Welt · 1901-08-23 · 34 (23.8.1901) · p. 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
5 (1901)
Issue
34 (23.8.1901)
Article
Pitesci (Rumänien)
Date
1901-08-23
Page
12 (sequence 2)
Language
German
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Seite 12 „Die & Welt** Nr. 34 wurden einzutreiben. Auch in unserer Nachbargemeinde Slatina, die 30 jüdische Familien zählt, sind 1U0 Shares vollbezahit worden* Die . zionistische . Section in , diesem Städtchen ist durch Bemühung unseres eifrigen .Gesinnungsgenossen Herrn Adolf Netzler gegründet worden K. Prag. (Jüdische Volks -Vorschusscass a.) Die Einzahlungen auf Spareinlagen betrugen im Mona!te Juli Kr. 95.283-58. Antheile waren am Ende Juli Kr. 47.100 von 480 Mitgliedern gezeichnet. Im Darlehens- und Escompte- Verkehre wurden im Laufe des Monates Juli Darlehen im Betrage von Kr. 66.665*30 bewilligt, rückgezahlt wurden Kr. 73.359-81. Darlehensstand ultimo Juli Kr. 279,364-31. Prerau. Der jüngst constituirte Verein jüdischer Mädchen „Mirjam" feierte Sonntag den 11. August d. J. sein Gründungsfest, welches eine unerwartet grosse Betheiligung aufzuweisen hatte und in 'ttnimiertester Weise verlief. Die Festrede, welche von der Präsidentin Frl. Emma Furcht gehalten wurde, fand ungetheilten Beifall. So auch die Rede der Vertreterin der „Hadassa" in Wien, Frl. Ina S c h i m m e r. Weiters sprachen der Präses der „Massada*, ing Baa r, der Präses der „Ivria% med. F r a n k 1, und einen wohlgelungenen Toast Frl. Irma Platzek, Cassierin der „Mirjam". Es waren Vertreter der Verbindungen „Ivria", „Makkabäa", des Mädchenvereines „Hadassa" ferner der Ferialverbindüngen flMassadau, „Geula%! des Vereines „Zion" in Prossnitz anwesend. Ein Violinvortrag des Herrn Leopold Po Hak mit Clavierbegleitung des Frl. Hilda Horner und besonders der Gesangsvortrag von Herrn Dr. Tausky fanden grossen Anklang. Zum Schlüsse wurde von den Mädchen eine Theatervorstellung aufgeführt, welche brausenden Applaus erzielte. Um das Gelingen des Festes hat sich besonders Herr Dr. Alfred Low Verdienste erworben. Abgeschlossen wurde die Feier durch ein animiertes Tanzkränzchen. Der Mädchen verein „Mirjam" hat alle Ursache, auf den Erfolg stolz zu sein, und wir sehen darin eine Bürgschaft für das weitere Gedeihen des Vereines. Wien. („Allgemeiner jüdischer Arbeiterverein, Wien".) Der am 4. August von unserem Vereine arrangierte Ausflug nach Kierlingnahm, von herrlichem Wetter begünstigt, einen recht animierten Verlauf. Die Zahl der Theilnehmer betrug zumindest 200. Sämmtliche Ausflügler trügen blauweisse Abzeichen mit der Inschrift: „Ausflug des Jüdischen Arbeitervereines in Wien". Auf der Wiese des Herrn Schauer fanden einige hübsche Spiele, sowie ernste und heitere Vorträge statt, wobei besonders die Collegen M ä r k b r e i t e r und Bochner, ersterer durch seine dramatischen Leistungen, letzterer durch seine humorvollen Vorträge, sich auszeichneten und ungetheilten Beifall ernteten. Hierauf begaben sich die Theilnehmer zurück: ins Restaurant, woselbst ein flottes Tanzkränzchen stattfand. Um halb 9 Uhr abends begann der Abmarsch und in kleinen Gruppen begab man sich, zionistische Lieder singend, zur Station Klosterneuburg-Kierling. Der Ausflug hat dem Vereine viele neue Mitglieder, sowie dem Zionismus Freunde und Anhänger gebracht. G. Wien. (Der „Jüdische Verein jugendlicher Arbeiter" in Wien) hielt Sonntag den 11. August in seinem Vereinsiocale eine zahlreich besuchte Monatsvers a m m 1 u n g ab. Der Obmann, College Grünhut, sprach über Vereinsangelegenheiten, insbesondere über die nächsten Aufgaben der jungen Organisation. Hierauf fand die Ersatzwahl eines Ausschussmitgliedes statt. Für diese Function wurde College Josef W aizn er einstimmig gewählt. Als Cassarevisoren wurden gewählt die Collegen : Heinrich A w i n, Samuel Kessler und Salomon Stock. Hierauf recitierte College Hoppmayer das Gedicht „Baal Tschuba" von Chamisso und College Butterklee „Beim Anblicke eines jüdischen Proletariers" von G r ü n a u. Beide Collegen fanden für ihre brillanten Leistungen den Beifall der Versammlung. Die anwesenden Gäste traten dem Vereine als Mitglieder bei. Mit der Aufforderung', energisch für die Organisation zu agitieren, schloss der Vorsitzende die Versammlung. Mittheilungen des Districts-Gomites für Mähren und Schlesien. Das Districts-Comite hat für den 1. September d. J. einen Delegiertentag der mährisch-schlesischen zionistischen Vereine nach Prossnitz einberufen. Es ist in Anbetracht der Wichtigkeit der Berathungsgegenstände selbstverständliche Pflicht aller Organisationen, dieCohferenz zu beschicken. Die Namen der Delegierten sind rechtzeitig dem ßlstncts- Comite bekanntzugeben. Es handelt sich in erster Linie um Festsetzung eines Agitationsplanes für die Herbst- und Winteragitation und um den Ausbau unserer Organisation. Die Frage der7 SchekeK und;Parteisteuer, ferner die Durchführung einzelner Punkte des Olmützer Programmes bedarf dringend einer gemeinsamen Berathung. Voraussetzung der Beschickung dieser Qonferenz ist der dem Districts-Comite notifizierte Anschiuss >an die Gesammtorgänisation, mit dem einige Vereine, speciell Ferialverbindüngen, im Rückstände sind. : Näheres wird den Vereinen und .Vertrauensnaännern brieflich bekanntgegeben werden.; , :. - Am 31. d.M. findet eine Versammlung in Prerau statt. Am 1. September veranstaltet der „Zioatf in Prossnitz eine Versammlung, die Verbindung „Ivria* einen Commers in Kremsier. Das Districts-Comite. Zweierlei Juden. Roman von Max Viola. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) . „Das wird hübsch werden," meinte Gräfin Mary. „Graf Brandt erscheint bei Eurem nächsten Empfange und wähnt, am selben Abend mit Emmy verlobt zu werden. Mit ihm werden die Grafen Buttenstein und Lohenberg, die Barone Eulern, Sommerberg und Wild kommen, und damit Ihr es wisst: Auch die Gräfin Bornardi nimmt Eure Einladung an, sie wird auf Eurer Soiree er scheinen." „Die Gräfin Bernardi?!" rief Frau von Tulpenthal in höchstem Entzücken. „Die Gräfin Bernardi? Archibald," wandte sie sich barsch an ihren Mann, „Du wirst mir sofort genaue Rechnung legen." „Genaue Rechnung! Ich habe mir die genaue Rechnung längst gelegt. Graf Brandt hat das Vermögen seiner Frau, das er bis auf den letzten Heller durch gebracht hat, zu ersetzen. Das sind anderthalb Millionen. Eine volle Million, vielleicht so gar noch darüber, besitzt er Wucherschulden, die vor seiner Verheiratung bis auf den letzten Heller getilgt werden müssen, weil man ihm sonst das Kissen aus dem Bette auctioniert. Das wären zweieinhalb Millionen. Doch damit ist es nicht genug: Sein Stammgut Lobenstein, welches ich vor anderthalb Jahren für eine Million kaufte, soll ohne jede Vergütung in seinen Besitz übergehen; dann will er eine grosse Apanage und überdies anderthalb Millionen bar auf die Hand. Das wären vier Millionen, ohne Lobenstein und ohne Apanage. Nein, das kann ich derzeit nicht leisten. Ganz ausgeschlossen!'' Frau von Tulpenthal drückte auf den Knopf der elektrischen Klingel. Eine Minute später trat der Diener ein. „Herr Rosenstein soll sofort herüberkommen." Der Diener verneigte sich und gieng. „Was willst Du von Rosenstein fragte ihr Gatte. „Das wirst Du sofort hören, Du weisst doch, dass ich Dir nicht von da bis dorthin traue? Der Hauch aus Deinem Munde ist Lüge/"' „Und der Hauch aus Deinem Munde ist eine Niederträchtigkeit, eine Grobheit. Pfui Teufel!" „Papa!!" schrieen beide Töchter gleichzeitig. „Lasst mich in Rull'!" herrschte er sie an. „Muss ich mich denn in meinem eigenen Hause wie einen Taglohner behandeln lassen? Ich schaffe und schaffe, gebe alles für die Familie hin und zum Schlüsse bin ich ein Lügner, ein miserabler Kerl." „Du brauchst Dich nicht so besonders aufzuregen," meinte seine Frau. „Wir werden ja sofort wissen, ob Du die Wahrheit gesprochen oder gelogen hast." „Möchtest Du mich nicht auch vor Rosenstein compromittieren? Vor dem Schuften? Nun, Du wirst ja hören, was er Dir sagen wird. Er soll Dich aufklären, genau aufklären, dann werdet Ihr mich endlich in Ruhe lassen."

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