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Die Welt · 1901-08-23 · 34 (23.8.1901) · p. 9

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Journal
Die Welt
Volume
5 (1901)
Issue
34 (23.8.1901)
Article
Bericht des österreichischen Landescomités "Verband Zion" über seine Thätigkeit vom 9. April bis 7. Juli 1901
Date
1901-08-23
Page
9 (sequence 2)
Language
German
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Nr. 34 „Die # Welt" Seite 9 für Oesterreich, d. i. dem „Verbände Zion", als Mitglieder beizutreten und sich an das für dieselbe geschaffene Organisationsstatut zu halten. — 2. Demgemäss bildete sich gleich das Districts- Comite für Galizien mit dem Sitze in Lemberg. Gleichzeitig war das Districts-Comite für die Bukowina mit dem Sitze in Czernowitz auf dem Delegiertentag der zionistischen Vereine in Suczawa creiert worden. Das Districts-Coniite für Böhmen hat sich'neu constitutiert, das für Mähren und Schlesien ist seit April an der Arbeit, das für Niederösterreich ist gewählt. — 3. Für diese l)istricts-Comites wurde eine Geschäftsordnung, für die Districtsversammlungen Instructionen ausgearbeitet und versandt. 4. Da nach These 16 der „Agitation" sämmtliche Vereine einer Stadt oder eines Bezirkes ein gemeinsames Executiv-Comite bilden sollen und solche schon an einigen Orten entstanden, wurde ein Statut für solche hinausgegeben. — 5. Alle zionistischen Vereine der im Reichsrathe vertretenen Königreiche und Länder wurden zum Beitritt zur Organisation aufgefordert und die Anlage eines Vereins-Katasters den D.-C. zur Pflicht gemacht. — 6. Die Gründung neuer Vereine in Troppau, Pilsen, Holleschau, Prerau etc. wurde angeregt und mit Freude begrüsst. 7. Ein Statut für das Lande scomite, wodurch dessen Competenzen nach allen Seiten hin abgegrenzt werden, sowie eine Geschäftsordnung für dasselbe liegen ausgearbeitet vor und harren der Genehmigung. — 8. Zum heuer abzuhaltenden Congresse nahm das L.-C. dadurch Stellung, dass es dem Actionscomite die Abhaltung eines Arbeit scongresses in den letzten Monaten des' Jahres, sowie die Zustellung von Thesen zu den Referaten des Congresses nach dem Muster des Olmützer Parteitages empfahl. — 9. Die schleimige Einhebung des Schekels und der Parteisteuer ist unser stetes Verlangen gewesen, und wir erhoffen von den Vereinen baldigste Erfüllung. In puncto „Agitation" leisteten wir Folgendes: 1. Zuerst ersuchten wir die Vereine selbst, uns ein Bild ihrer bisherigen Tliütigkeit zu geben und uns über ihre Pläne und Absichten für die Folge zu unterrichten. 2. Gaben wir ihnen selbst einen Agitationsplan bekannt und wiesen ihnen Arbeiten für den Sommer und Herbst zu, was aber in solcher Fülle geschah, dass jeder Verein daraus das ihm besonders entsprechende Thätigkeitgebiet leicht entnehmen konnte. 3. Damit die Geangsvereine, deren Wirken sich als besonders wohlthiitig erweist, gefördert werden, forderten wir von den zionistischen Studentenverbindungen die Sammlung der bei ihnen gebräuchlichsten Lieder und Zusendung an Herrn Rechnitzer, damit er sie den Gesangsvereinen übermittle. 4. Für den Kauf von palästinensichen Ethrogim eröffneten wir in der „Welt" Propaganda. 5. Zur Unterstützung unserer Gesinnungsgenossen bei den Wahlen in den Cultusvorstand von Bielitz und Prag intervenierten wir behufs Sendung eines Redners. 6. Für Eger wurde das böhmische D.-C. zur Absendung eines Redners bestimmt. 7. Die Miete eines Locales für die zionistischen Vereine in der Leopoldstadt (W7ien) bildet eine von uns bereits übernommene Aufgabe. 8. Ein Comite beschäftigt sich seit längerer Zeit mit dem Plane, künstlerisch vollendete und zur Agitation besonders geeignete Ansichtskarten herauszugeben. 1). Die. Gründling eines Agitationsfonds ist das Resultat einer jüngsten Beschlussfassung, und es wird die Ausarbeitung der hiefiir nöthigen Grundlagen erwartet. Presse: 1. Ein ungenannt sein wollender Gesinnungsgenosse hat 50 Kronen gespendet, um einen Preis für Kindermärchen im Sinne unserer Bestrebungen auszuschreiben. Das Landescomite widmete dazu 40 Kronen und wird jetzt die Preisausschreibung vornehmen. — 2. Für die Jugendzeitschrift: „Jüdisches Gefühl'' richtete unser Mitglied Herr Berthold Feiwel in unserem Namen an mehrere bekannte jüdische Schriftsteller die Aufforderung zur Mitarbeit. Wir empfahlen ferner diese Zeitschrift Vereinen von Wiener jüdischen Religionslehrern. — 3. Um die billige Karte von Palästina zu vollenden, haben wir bereits Verhandlungen mit einer artistischen Anstalt eingeleitet, bemühen uns aber jetzt um das dafür nöthige Material. — 4. Die Gründung eines Tagblattes und die Errichtung eines Organes für unsere Verlautbarungen war Gegenstand vielfacher Conferenzen mit einzelnen Personen und wurde im Plenum verhandelt. Die Sache ist sehr schwierig und bedarf gründlicher Erwägung und fester sicherer Fundierung. — 5. Der Antrag auf Herausgabe eines zionistischen Kalenders oder Jahrbuches liegt detailliert einem Subcomite zur befristeten Berichterstattung vor. Nach aussen hatten wir mehrfach Gelegenheit, unsere Tendenzen und Bestrebungen in würdiger Form zum Ausdruck zu bringen. Energisch mussten wir Gegner in die Bahnen der Wohlerzogenheit 'verweisen und Verleumdungen als solche blossstellen. Ein andermal wieder erwiesen wir unsere Disciplin und Organisation, zugleich zeigend., dass das allgemeine jüdische Interesse an uns seinen Hort findet. Wir hegen die sichere Erwartung, dass wir in der agitatorischen Ausbreitung unserer Ideen von allen Vereinen, Coniites und Gesinnungsgenossen ausdauernd werden unterstützt werden. Rundschreiben des Vereines für technische Studien in Syrien und Palästina. Der in der Uebersehrift genannte Verein versendet folgendes Circular: Infolge des Aufrufes unseres Subeomites in Nr. 28 der „Welt" ist uns von gesinnungsgenössischer Seite eine Anzahl von Zuschriften zugekommen, welche Anmeldungen zur Theilnahme an den von uns geplanten palästinensischen Archivarbeiten enthalten. Aus diesen Zuschriften geht hervor, dass viele unserer Freunde über die Art und Weise, wie diese Arbeiten geschehen sollen, noch nicht im klaren sind. Wir sehen uns deshalb veranlasst, zur Aufklärung der Sache Folgendes zur Kenntnis unserer Mitarbeiter zu bringen. Bevor wir an die eigentlichen Arehivarbeiten im Sinne der Anlegung eines palästinensischen Onomastikons treten, wollen wir ein genaues Verzeichnis sämmtlieher von Palästina handelnder Bücher, Broschüren, Zeitschriften etc., um dieselben für unsere Bibliothek anschaffen zu können, in Händen haben. Zu diesem Zwecke ersuchen wir alle unsere Freunde, in den Bibliotheken ihrer Aufenthaltsorte die dort befindlichen Werke der Palästina-Literatur nachzuschlagen, und uns k u r z e Auszüge mit Angabe des Titels, Name des Autors, Verlegers etc., wie auch genaue Adresse des Keferenten, gen. einsenden zu wollen. Wir machen unsere w. Mitarbeiter aufmerksam, dass uns vorläufig nur solche Bücher interessieren, die den Zwecken unseres Vereins (technisch -wissenschaftlich e Studien) entsprechen. Diese Auszüge werden wir Specialreferenten zuweisen, die uns Gesammtreferate über die Palästina-Literatur ausarbeiten werden, nach welchen wir unsere Bibliothek anlegen wollen. Nachdem wir im Besitze einer solchen Bibliothek sein werden, werden wir an die Arehivarbeiten mit gutem Erfolg schreiten können, worauf wir noch zurückkommen wollen. Inzwischen ersuchen wir unsere Freunde, wacker ans Werk zu gehen, da von der Erledigung der bibliographischen Arbeiten die Aufnahme der Archivarbeiten abhäng f. Wir bitten ausserdem, für unseren Verein recht viele Mitglieder zu werben, damit wir imstande sind, unsere Bibliothek reicher zu gestalten und eventuell directe Studien in Palästina vorzunehmen. Auf Anfrage mehrerer Freunde theilen wir mit, dass an unseren Arbeiten nicht aussliesslieh Studierende, sondern — was auch selbstverständlich war — alle Zionisten ohne Standes- oder Berufsunterschied theilnehmen können. Mit Zionsgruss! Der Verein für technische Studien in Syrien und Palästina. Der Golem. (Nach einer jüdischen Volks« a g e.) Von A. S. Rabbinowitz.*) Aus dem Hebräischen von Moriz Zobel. Die Verfolger nahmen überhand, die feindseligen Massregeln häuften sich und wurden unerträglich, das bittere Golus hüllte; die Juden Prags in trostloses Dunkel. Jede Schmach, jede Schuld fiel auf das Haupt des unglückseligen Volkes, und das Blut Unschuldiger floss in Strömen. Vor dem Feinde aber gab es keine Rettung, keine Zuflucht. Eben drang die Kunde von einem neuen judenfeindlichen Decret zu dem heiligen Rabbi in Prag, dem „hohen Rabbi Lob", als er im grossen Beth-Hamidrasch, mit Tallith und Tefillin be- *) „Hadorf Nr, 31.

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