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Die Welt · 1901-08-23 · 34 (23.8.1901) · p. 8

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Journal
Die Welt
Volume
5 (1901)
Issue
34 (23.8.1901)
Article
Ungarische Protestrabbiner
Date
1901-08-23
Page
8 (sequence 2)
Language
German
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•Seite 8 „Pie s^Welt" 34 wur/Je öffentlich.; verherrlicht* imd zw. im Rahmen der Rabbinerversammlung. Die Vefsammliing möge ' sich also darüber aussprechen. Dr. Neumann protestiert nochmals als denkender Mensch (!), als Magyare (!) und als Jude (?!) gegen den politischen Zionismus. Präsident Rabbiner Dr.'Schnitzer : Ich will dem Collegen Dr. Neumann mit einem Worte antworten. Auf das, was College Dr. Singer über den Zionismus sagte, erwidere ich kurz: Hoch das ungarische Vaterland! Dr. Singer sch'liesst sich diesem Ausrufe von Herzen an und verwahrt sich dagegen, dass man als Zionist kein treuer Bürger des Vaterlandes sein könne. Dr. Neümann ruft dazwischen: „Als politischer Zionist nicht/' Man sieht, die Protestrabbiner sind, wenigstens in Ungarn, noch nicht alle. Glauben die Herren wirklich, durch ihre öden talmipa triotischen Proteste unsere grosse Wiedergeburtsbewegung, die das jüdische Volk in allen Ländern des Golus so mächtig ergriffen hat, eindämmen zu können? Das ist gar zu läppisch! Vor einer gewissen Macht müssen selbst höhere Wesen als wir sterbliche Zionisten die Waffen strecken .... ^Hbüi)e. Unser Gesinnungsgenosse Herr L. Koretz in Kopczyce (Galizien) ersucht uns um Aufnahme folgender Zeilen : Achtung, Gesinnungsgenossen! i Mein Freund, der Weinbergs- und Ethrogimgartenbesitzer, Herr Benjamin Fein in Rischon Lezion, hat mir die Zusendung einiger hundert Stück ausgemusterter Pal.ästina-Ethrogim zugesagt, die seiner Versicherung nach ganz besonders schön sind. Ein Attest des Rabbiners Naftali Herz Halevi in Jaffa bürgt dafür, dass die Ethrogim den Anforderungen des Religionsgesetzes entsprechen. Wer also einen schönen Palästina-Ethrog haben will, der wende sich gefälligst baldmöglichst an mich und sende eine kleine Angabe ein. Coulante Bedienung und massige Berechnung Ehrensache. * Wir erhalten folgende Zuschrift: Frankfurt a. M., 13. August 1901. Hochgeehrte Redaction! Den verschiedenen Anregungen, die der zionistischen Studentenschaft gegeben wurden, wie sie am besten einen Theil ihrer Ferialmusse dem zionistischen Ideal weihen könnte, gestatten Sie mir, noch eine, die mir von grosser Wichtigkeit zu sein scheint, hinzuzufügen. Ich meine: Agitationsreisen nach den kleineren O r ts chatten. Bei dem jetzigen Stande unserer Bewegung könnte einst der Geschichtsschreiber des Zionismus zu entschieden falschen Folgerungen gelangen. Denn während man die Verantwortung für die Theilnahmslosigkeit der jüdischen Bürgerschaft in Deutschland ihr selbst zu überlassen gewohnt ist, übersieht man allgemein, dass dies n$r in Bezug auf die grösseren Städte zutrifft, wo der erforderliche Ansporn von den ortsansässigen Zionisten gegeben wird. Ganz anders verhält es sich aber mit den kleineren Ortschaften; da ist die spärliche Anhängerschaft einzig und allein auf den Mangel an agitatorischer Thätigkelt zurückzuführen. So zum Beispiel erklärte mir zu mein ein nicht geringen Erstaunen eine aus einer kleineren Ortschaft hier weilende Dame, dass der ziemlich grossen jüdischen Bevölkerung ihrer Heimat noch keinerlei Gelegenheit geboten wurde, sich mit der zionistischen Frage ernst zu beschäftigen. Dass wir auch mit den Juden kleinerer Ortschaften rechnen müssen, dürfte doch kaum angezweifelt werden. Auch würde sich da vielfach leichter ein Erfolg erzielen lassen, als in den grösseren Ortschaften. Die Kosten solcher Agitationsreisen sind ja gar nicht erheblich und stehen in gar keinem Verhältnisse zu dem Nutzen, der unserer Bewegung daraus erwachsen könnte. Indem ich Sie um gütige Aufnahme vorangehender Zeilen ersuche, zeichne ich mit vorzüglicher Hochachtung und Zionsgruss J. He 11 mann. * Aufruf! Der kürzlich in Wien gegründete „Jüdische Verein jugendlicher Arbeiter" hat neben Agitations- und Bildungszwecken hauptsächlich die Aufgabe, die Interessen der arbeitenden Jugend nach jeder Richtung hin zu vertreten. Ein wichtiger Punkt" ist in dieser Beziehung die Gewährung von Rechtsschutz. Das Lehrlmgsschutz-Comite des Vereines erlaubt sich daher, an die p. t. Advocaten in Wien die Bitte zu richten, sich diesem Comite" zur Verfügung zu stellen. , Zuschriften, die das Rechts schütz-Comite betreffen, wollen an Collegen Geza Klin ger, XX., Klösterneuburgerstrasse 34, gerichtet werden. Mit Zionsgruss zeichnet ergebenst Die Vereinsleitung. Bericht des österreichischen Landescomites „Verband Zion" über seine Thätigkeit vom 9. April bis 7. Juli 1901. In der Zeit vom Ohniitzer Zionistentag bis zum Eintritt der Sommerpause wurden 10 Sitzungen abgehalten, das sind 3 in jedem Monat. Es wurden 18 Circulare in 1398 Exemplaren und 101 Briefe verschickt. Von den letzteren Schriftstücken waren 5 an das Aetions-Comite, 20 an Einzelvereine und die übrigen an einzelne Personen gerichtet. Die ersteren giengen mit Ausnahme der Circulare V und XI durchaus an Districts-Comitcs oder Vereine. Zur inneren Geschichte der Leitung ist nur die mit Bedauern aufgenommene Demission des Herrn Dr. S. Wassermann zu verzeichnen. Da er die galizischen Angelegenheiten zur Erledigung übernommen hatte, zogen wir an seiner Stelle die Herren M. Buber und A. Hausmann als Beiräthe heran, bis die Organisation Galiziens durchgeführt war. Die grosse und umfassende Arbeit dieser Herren verpflichtet uns und die ganze Partei zu Dank. Bei der ersten Sitzung am 9. April hatte sich das Landescomite unter dem Vorsitze seines in Ölmütz gewählten Obmanns, des Direetors Dr. Salomon Krenberger, folgendermassen constituiert: Obniaim-Stellvcrtr.: Cultusvorst. Isidor Gewitsch, 1. Schriftführer A. II. Reich, Ca ssier Samuel Mohr. Gleichzeitig mit der Constituierung wurde die Eintheilung der Referate vorgenommen. Es bekamen zur Behandlung: a) Fragen der geistigen Hebung: Herr Dr. S. Krenberger, b) Prägen der körperlichen Hebung: Herr Dr. Max Rosenthal, c) Fragen der wirtschaftlichen Hebung: Herr Nathan Gross und Herr Berthold Feiwel, d) das Hauptreferat über Organisation: Herr A. H. Reich, e) das Referat über die Organisation der Studentenvereine: Herr Max Bernhardt, f) das Referat über die Organisation "der Mädchen- und F r auen vereine: Frau Dr. Sidonie Kahn, g) das Referat über Agitation: Herr Hugo Reehnitzer, h) das finanzielle Referat: Herr Samuel Mohr, i) Fragen der Presse: Herr Berthold Feiwel, k) Cultusaög'elegenheiten: Herr Isidor Gewitsch. Diese Eintheilung war nach den uns zugewiesenen Themen des Programmes, der Organisation, Agitation und Presse erfolgt. Danach berichten wir auch über unsere Thätigkeit. Programm: 1. Zur Verbreitung und Vertiefung des Baseler Programmes und der Olmützer Programmthesen wurde allen Vereinen empfohlen, darüber Discussionen zu veranstalten und die Studenten während der Ferien mit der Leitung dieser Besprechungen zu betrauen. — 2. In den Wiener Bezirken XII bis XV hat sich ein zionistischer Los- und Sparverein gebildet. Seine Statuten und die der rühmlich wirkenden Prager Vorschusscasse, welche von dem dortigen zionistischen „Jüdischen Volks vereine*4 geschaffen wurden, werden den Vereinen zugesandt, damit sie ähnliche Institutionen ins Leben rufen. — 3. Der Anschlüss an die vom Brünner Vereine „Emunah" ins Leben gerufene Stellenvermittlung und Conditionslosenfonds hat unser Referent zur ehesten Berichterstattung übernommen. Organisation: 1. Hauptsorge und Hauptarbeit war die Organisation der galizischen Zionisten am 16. und 17. Juni. Die siimmtlichen auf dem Boden des Baseler Programmes stehenden Zionsvereine in Galizien erkannten auch das Olmützer Programm an und verpflichteten sich, der zionistischen Landesorganisation

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