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Die Welt · 1901-08-16 · 33 (16.8.1901) · p. 15

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
5 (1901)
Issue
33 (16.8.1901)
Article
Bielitz
Date
1901-08-16
Page
15 (sequence 2)
Language
German
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Nr. n : „Die & Welt4* Seite 15 mcvhe Rede, in der. er, einen Theil der- Gegner des Zionismus einer scharfe.» Kritik unterzieht und die Erfolge des ,Zionismus; bespricht, Hedner erörtert ferner das Gegenvvartsprogramm der Zionisten und betont besonders die Bedeutung der Turnvereine und einer echt jüdischen Jugenderziehung. Ein Stück Gegenwartsaibeit will auch die „Emunah" durch die Verwirklichung ihres Ferialprogramms leisten, und zwar sind die Progr ammpunkte, deren Ausführung die Verbindung in der nächsten Zeit mit allem Eifer betreiben wird: 1. Die Anregung der Gründung eines Creditinstitutes für die hiesige iirme Judenschaft; 2. die Abhaltung von Cursen über Handelswissenschaft, Nationalökonomie etc., für welche die Verbindung sämmtliche Lehrkräfte beistellt; 3. die Erweiterung der Vortragsabende, die neben den usuellen Vorträgen auch der Geselligkeit Rechnung tragen sollen; 4. Agitation in der Umgebung von ßielitz. Lebhaften Beifall erntete ein herzliches Sympathieschreiben des Herrn Dr. Markusfeld. Bundesbrudercand.ph.il. V. Spitz richtete einen warmen, gefühlvollen Appell an die Anwesenden, worauf stud. jur. L. Felsen einen Ciaviervortrag mit grosser Meisterschaft zum Vertrag brachte, der ebenso stürmischen Beifall fand, wie ein Violin vortrag dos Bundesbruders stud. jur. J. J a k o bowitsc h. Den Schluss des Commerses bildete ein animiertes Tanzkränzchen. München. Samstag den 17. Juli hielt der „V. J. St." die übliche Semester-Schlusskneipe ab. Hierzu waren als Gäste die beiden Herren Rabbiner, sonstige Vertreter der Cultusgemeinde, der Vorstand der Loge „B'ne Brith", sowie zahlreiche Co mmili tonen beider Hochschulen erschienen. Stud. med. Sichel X gab den Semesterbericht, aus dem die reiche Thätigkeit des „V. J. St.", der nunmehr bereits 25 Active zählt, und seine Erfolge deutlich lurvorgiengen. Nach einigen mit stürmischem Beifalle ausgezeichneten Gesangsvorträgen des Herrn Rapaport ergriff stud. med. David R u e c k das Wort zu der inhaltsreichen gedankentiefen Festrede, in der er mit formenschönen Worten an der jüdischenGeschichtenachwies.dassnurein grosses Zusammengehörigkeitsgefühl dem Judenthum Halt geben könne, dass alle. Juden mit unlösbaren Banden geeint werden müssten; im weiteren Verlaufe seiner Rede wandte sich Redner mit scharfen Worten gegen die „säbelrasselnden" jüdischen Verbindungen, die wähnten, man könne den tief eingewurzelten Judenhass mit der Waffe in der Hand ausrotten. Die Aufgabe der jüdischen Studentenschaft sei vielmehr: Selbsterziehung zum Verständnisse des Judenthums, zu geistiger und körperlicher Wiedergeburt. Tiese hohen Ziele zu verwirklichen und zu propagieren, habe der „V. J St.* sich zur Aufgabe gesetzt. Nach diesen mit lebhaftem Beifalle aufgenommenen Ausfühl ungen, sprach Rabbiner Doctor Finkenscherer den Dank der Gäste aus, worauf der officielle Theil geschlossen wurde. Daran reihte sich die Exkneipe, in der noch manches ernste und heitere Wort gesprochen wurde, und die alle Theilnehmer bis in die frühe Morgenstunde beisammenhielt. — Zu erwähnen wäre noch, dass der Verein eine wohlgelungene Festzeitung herausgab, die ein Freund des Vereines, Herr Kunstakademiker R o s e nbäum in künstlerischer Weise ausstattete. Cöthen (Anhalt). Der hiesige akad. zionistische Verein „Kadimah" hat alhn Grund, auf seine Thätigkeit im abgelaufenen Semester ordentlich stolz zu sein. Dank den ernsten Bemühungen des bisherigen Präsidiums wurde am Anfange dieses Semesters die Vereinsbibliothek ins Leben gerufen, welche jetzt schon, nach wenigen Monaten ihres Bestehens, über 400 Bände verfügt, darunter die besten und wertvollsten Werke auf dem Gebiete der jüdischen und allgemeinen Wissensehaft und Literatur. Auch liegen in der Bibliothek eine Menge zionistliche wie andere Zeitungen und Journale auf. ■ Besonderen Dank verdient unser'Vorsitzender Herr Gurland, der stets, lür eine Fülle von Stoff für die wissenschaftlichen Abende gesorgt hat. Auch die Mitglieder des Vereins suchten nach Kräften unsere junge Organisation in die Höhe zu bringen. Das bisherige Präsidium wurde aufs neue gewählt. Es sind dies die Herren : stud. techn. A. G u rl an d als Vorsitzender, cand. ing. B. Kartzinel als Schriftführer und stud. techn. W. S algaller als Cassenwart. Im Laufe des Semesters wurden wiederum eine Reihe von Referaten erstattet und die wichtigsten Fragen im Zionismus erörtert. Besondere Beachtung gebürt den Referaten der Herren : Pewsner, cand. ing., über „Die Probleme des politischen und culturellen Zionismus", Gottesmann, stud. cam., über „Die wirtschaftliche Bedeutung Palästinas" und „Der Zionismus — eine Utopie?" zu welchen sich viele hiesige und auswärtige Gäste, darunter auch christliche Commilitonen, eingefunden haben. Der Erstgenannte suchte in einem Referate eine Parallele zwischen den beiden Richtungen zu ziehen, und zog daraus die Consequenz, wie sie vereint ein harmonisches Ganzes bilden und zum richtigen Ziele führen können. Letzterer malte uns in den schönsten und hellsten Farben den Glanz Palästinas und lieferte uns an der Hand der besten Quellen einen höchst interessanten Beitrag für das Verständnis dieses innerhalb unserer Bewegung immer actuellen Gegenstandes Auch die geschäftlichen Sitzungen des Vereines waren nicht uninteressant, denn auch da wurden zum Theil mehr oder weniger allgemein zionistische Fragen berührt. Ebenso verfehlten die gemüthlichen Abende ihren Zweck nicht, und trugen vielfach zur Pflege der Geselligkeit, zur Eintracht und zum engeren Zusammenleben der Mitglieder bei. B. K—1. Mittheilungen des österreichischen Landes-Comites „Verband Zion". Folgende Tage sind für unsere Sitzungen bestimmt : ' August 19. September 5. und 19. October 10. „ 24. November 14. „ 28. December 12. „ 23. An diesen Tagen sind die Mitglieder der Leitung von 7 Uhr abends an im Congress-Bureau, IX., Türkenstrasse 9, zu sprechen. Ebendahin sind alle Zuschriften an das Landes-C omite oder den „Verband Zion" zurichten. Das Landes-Gomite hat alle für Oesterreich wichtigen Fragen des Programmes,der Organisation, Agitation und PressezurBehandlung übernommen. Spenden. Für die Colonie „Bene Jehuda": Hugo Schachtel, Rawitsch K 5.86, Dr. B. Singer, Tapolcza K 3.—. Zusammen K 8.86. Für die Arbeiter in Palästina: M. Z., Wien, anstatt eines Telegrammes zur Vermählung seines Freundes Heinrich Rosenzweig mit Fräulein Pepka Frischmann in Vittencz (Ungarn) K 1.— . Wir machen unsere Leser auf das Inserat der Weinhandlung Robert Beyer aufmerksam. Correspondenz der Administration. Die Schriftsteller Lazarus, K o h n, W i 11 n e r, Frenk, L. Abr. Cohn, N. G n e s i n, A lferowi tsch, Mirenburg, Zatu I o wsky, Salomon Biber, Blumgarten, Levin Lipmann (sämmtlich in Warschau), T.riiiks in Zwanietz, Pritzker in Biala- Ze'rkow, Klein mann in Berdyczew, A. Gr Druj an o w in Druga, Lewin in Maletsch, M. M. Horo witz in Odessa, Süsskind Ra bin owitsch in Poltawa werden um gefallige Angabe ihrer genauen Adresse ersucht Aeltere Ntimmern der „Welt" ■ der Jahrgänge 1897, 1898, 1S99 und 1900, ebenso Jargon-Nummern der Jahrgänge 1900 und 1901 — vorzüglich zur Agitation geeignet, werden gegen Voreinsendung, von blossem Porto geliefert. Ein 5 "Kilo-Paket, ca. 100 Nummern, kostet für Oesterreich- Ungarn und Deutschland K 0.72. Für grössere Sendungen als Fracht in Säcken oder Kisten richten sich die Spesen je nach Gewicht und Entfernung, nud kommen selbstverständlich billiger. — Gegen Voreinsendung eines beliebigen Betrages für Behälter und Fracht wird dann ein entsprechendes Colli geliefert. Weinhandlung Robert Beyer, Wien Kellerei: XVI., Grundsteingasse Nr 34. Lager und Verkauf von nur echten Naturweinen in Flaschen und Gebinden. Lager von echt franz. Cognac, Cuba- und Jamaica-Rum. Bestellungen werden ins Haus zugestellt. Bestellungen bitte man zu richten XVIII/1, Währingerstrasse 100.

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