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Die Welt · 1901-07-26 · 30 (26.7.1901) · p. 9

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Journal
Die Welt
Volume
5 (1901)
Issue
30 (26.7.1901)
Article
Löbliche Redaction!
Date
1901-07-26
Page
9 (sequence 1)
Language
German
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Nr. 30 „Die £ Welt*4 Seite 9 Löbliche Redaction! Ich will den Raum der „Weit" nicht länger für meine Anschauungen zur Frage der Organisation der deutschen zionistischen Studenten in Anspruch nehmen. Dass ich mit ihnen recht habe, wird die Zukunft lehren. Davon bin ich überzeugt. Ich könnte die Erklärung des Breslauer „Vereines Jüdischer Studenten" Satz für Satz widerlegen, werde dies auch, da es sich schliesslich um eine deutsche Angelegenheit handelt, in der Berliner „Israelitischen Rundschau" thun, aber den Punkten 8 und 9 der Erklärung möchte ich auch hier zur Charakterisierungdes Ganzen eine Stelle aus einem Briefe gegenüberstellen, den derselbe Herr Siegfried Mannheim, der die Erklärung zeichnet, an einen der vom „V. J. Stu geforderten Zionisten schrieb. Dieser hatte vorgeschlagen, bei den Wiener jüdischen Verbindungen Waffen zu belegen, damit nicht erst Nichtjuden in die Angelegenheit sich mischen sollten. Darauf schrieb Herr Mannheim am 12. Mai d. J.: „Sie könnten als Student soviel Commentkenntnisse haben, zu wissen, dass Sie, da die Forderung auf Breslauer Boden gefallen ist, nur bei einer Breslauer (erg.: christlichen oder arischen) Corporation belegen dürfen. Ich schlage Ihnen daher die hiesigen (erg.: antisemitisch-deutschen) D.-C-Burschenschaften vor." Wer hat da die Angelegenheiten vor ein christliches Ehrengericht gezogen? Und wem ist da Verkehrung des Thatbestandes vorzuwerfen?--- Mit Zionsgruss Hugo Schachtel. Bücher und Zeitschriften-Rundschau. Jläcb^ßiolaaf. The Jewish Encyclopedia. Pubiishers' Aunouncement cm the Gompletion ot the First Volume. A Historie Jewish Banquet in the City of New-York. New-York 1901. VIII. Jahresbericht der Israelitisch-theologischen Lehranstalt in Wien für das Schuljahr 1900/1901. Voran gebt: „Der hermeneutische Syllogismus in der talmudischen. Literatur". Ein Beitrag zur Geschichte der Lo^ik im Morgenlande. Von Rector Prof. Dr. Adolf Schwarz. Hilfe für die von der Missernte betroffenen Juden. Literarischkünstlerische Sammelschrift. St. Petersburg, 1901. Die Blutanklage und sonstige mittelalterliche Beschuldigungen der Juden. Eine historische Untersuchung nach den Quellen von Dr. D. C h w o 1 s o n. Nach der zweiten vielfach veränderten und verbesserten Ausgabe von 1880 aus dem Russischen übersttzt und mit vielen Verbesserungen und Zusätzen yom Autor versehen. Frankfurt a. M., 1901, J. Kauffmann, Verlag. n .<pm2bw:$b$p n> S*ow p« aiirb nna -BDjr'Ptnys ,tr^n-:K -h ,pn im »wöins'iB im »jwtk pe -DrxpK n pwn n*bb2 ,jyts:m^scmiKp p» ir:;r* ♦n$p":iPT$-pa / Diana ,sti^ ,x:b%v. r^ib'v, * „Ost und West% Zeitschrift für modernes Jadenthum (Verlag S. Calvary & Co. in Berlin), erhalt sich auch in ihrer jüngsten Nummer auf der gewohnten Höhe. Sie wird allen Anforderungen gerecht, die man au eine moderne illustrierte Revue ihrer Art stellen mag, indem sie es versteht, ihren Lesern Culturbilder aus allen Zonen des Judenthums mit Stifc und Feder in sehr interessanter und lehrreicher Weise vorzuführen. Wir lassen die einzelnen Titel aus dem Inhalte der Juli-Nummer für sich sprechen und führen an: Hans Landsberg: Das Judenthum in der deutschen Literatur. — Emil Kr onb erger: Judenspuren in den Alpenländern. — Dr. Fuchs: Jüdische Bauern auf deutschem Boden. — M. H i r s c h f e 1 d e r : E. M. Lilien. — Dr. M a n a s se : Die Juden in Italien. — M. Sehe r 1 a g und Dolorosa: Gedichte. — Israel Z a n g w i 11: Eine Glaubenstragikomödie. Der Bilderschmuck der Zeitschrift ist reich und prächtig. Die Slutauklagen und sonstige mittelalterliche Beschuldigungen der Juden. Von Dr. D.Ch woiso n. (J. Kau ff in an n, Verlag, Frankfurt a. M.) Wieder einmal die Fachwissenschaft im Kampfe gegen Instmete der Volkssele. Der Titel sagt genug, sowie der Umstand, dass man uns das Buch geschickt hat. Solche Bücher werden entweder aus höchster Langweile gelesen, oder von Leuten, die sich für solche Fragen vom Standpunkte der Wahrheit interessieren. Wir sprechen von Nichtjuden. Und denen, die da guten Willens sind, hat wohl der nächste jüdische Vertrauensmann die Absurditäten aus dem Sinne genommen. Dr. Chwolso n erschlägt also für sein Publicum einen Todten. Aber mit was für Knütteln! Alle Arsenale der Geschichte und Theologie hat er rein ausgeplündert und keinen Dummkopf überhört und unwiderlegt gelassen, wenn er irgendwo gegen das Judenthum geschwätzt hat. Das Vielwissen und die Gründlichkeit des Autors wirken interessant. Sonst ist ja der Streit der Theologen von den Politikern übernommen worden, denen Gelehrsamkeit und Wahrheit in der Judenfrage einen Pfifferling ausmacht; sie arbeiten mit Schlagworten, und im Zujauchzen des Pöbels gehen Stimmen, wie die Dr. Chwolsons, spurlos verloren. Der Verfasser des Buches ist ein guter Christ, wie er sagt, nebenbei als Ehemann getauft, im Staatsdienste befördert, russisch-national etc. Sagt bald : Wir Christen, bald: Wir Juden. Sehr unvorsichtig. Die „Israelitische Rundschau" in Berlin unterstützt die agitatorische Thätigkeit der deutschen Zionisten durch die Gediegenheit ihres Inhalts und ihren vornehmen Ton auf das beste. Von den Artikeln der letzten Woche heben wilden Leitartikel, der den nationalen Trauertag würdigt, hervor, ferner eine geschichtliche Deduction Haiwris und einen Artikel von Leon Paperin, der dem Starken der Wahrheit, Max Nordau, Beifall zollt, trotzdem oder vielmehr weil er entschlossene Consequenzen aus seiner Erkenntnis des Judenthums gezogen hat Im Feuilletontheile finden wir eine interessante Besprechung moderner BarKochba-Dichtungen. Morgengrauen auf Zion. Noch strahlt dir Sonne nicht. Es ringt die Nacht In kalten Schauern mit dem stolzen Morgen. Die Blumen regen sich in zagendem Erstaunen Noch schlafensmücle — tief verborgen. Xoch isfs ein seltsam Harren in den Lüften, Ein kiililes, .scharfes Duften allerwegen. Xoch zittertV wie in keuschem Ungestüm Dem siegesstarken Tag entgegen. Wien. Ernst Muller. Was mir der Klotz erzählt (Bilder aus dem hohen der jüdischen Kleinstadt.) Von »). L. Percz (Warschau). Deutsch von Moria Hermann. T. 1) e r Klotz s e 1 1) s t. In der Mitte des Marktplatzes liegt ein alter, morscher J>a.unistumpf . . . Man hält ihn für tortt wie alles Todte; aber in stiller Sommernacht, wenn alles um ihn in tiefen Schlaf versunken ruht und Mond und Sterne hinter einer leichten Nebeldecke einschlummern, erscheint ein alter Zauberer., fasst ihn mit geheimnisssfollev Macht, und der Klotz lebt auf. Irgendwo in Aegypten liegt ein uralter, verzauberter J\lotz, der Herialler Klötze, der sie jeden Morgen (wenn die Sonne in jungfräulicher Reinheit aufgeht) und jeden Abend (wenn sie beschämt und blutig untergeht) ins Leben ruft. Mein Klotz lässt dann einen wundersamen Ton vernehmen und erzählt mir seltsame Geschichten. Alles, was ich vom »Städtchen erzähle, habe ich vom Klotz erfahren . .

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