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Die Welt · 1901-07-19 · 29 (19.7.1901) · p. 13

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Journal
Die Welt
Volume
5 (1901)
Issue
29 (19.7.1901)
Article
Bielitz / -ff.
Date
1901-07-19
Page
13 (sequence 2)
Language
German
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Nr. 29 „Die & Welt Seite 13 gnügungen, zu einem sehr angeregten und nahm einen sehr animierten Verlauf. Bei dem Wettlaufen, •-Springen und -Kugelwerfen, im gen die Herren Kranz, Fischer und S i i b i g e r Preise davon. Gesaimsvorträge boten die Damen G o 1 dm ann, die sich um den Verein sehr verdient machen, ferner die Herren Polaczek, L ö w y und G o 1 d m a n n. Nächster Nachtausfhig ist auf den Kiimczok geplant. —ff, Kolomea. Der Verein * Rachel a* in Kolomea veranstaltete Sonntag den 23. v. M. im grossen Stadtgarten ein Volksfest. iias den Veranstalterinnen alle Ehre macht. Ein grosser Theil d-»s Verdienstes gebührt hiebei allerdings der akademischen Verbindung „Hasmonaea" aus Czernowitz, die bereitwilligst ehvge Mitglieder zur Assistenz entsendet hatte und dem Feste «in vornehmes Gepräge gegeben hat. In den Pavillons, die unter Leitung des Ingenieurs Reich sehr prächtig geschmückt wurden, schalteten die Damen der „Rachela". Hervorgehoben sei namentlich der Palästina- Pavillon. Ueberall sah man die „Hasmonaer" mitthätig. Stürmische Begeisterung erwachte, als diu Musik „Dort wo die Ceder" intonierte, und brausende Hochrufe auf den Zionismus wurden laut. Unter Leitung des Obmannes dos Herrencomitös Dr. Rosenheck fand schliesslich in den Sälen des „Beth Israel" ein Commers statt, der bis zum Morgen währte. Stadtarzt Dr. Rosen heck war der erste Sprecher und toastierte auf die akademische Verbindung „Hasmonaea", die ihrem durch die jüdische Geschichte hochberühmten Namen alle Zeit Ehre mache, worauf namens der „Hasmonaea" Rechtshörer Kassner erwiderte und auf die „Rachela" und auf das Herrencomite* toastierte. Ks sprachen noch phii. Kriegs mann auf den Zionismus und der Volksredner Taubes auf die jüdische Eiligkeit. Den Damen aus der „Rachel a", die erst kürzlich gegründet wurde, gebürt für die schöne Veranstaltung volles Lob. Nadwörna. Sonntag am 30. v. M. hielt Herr H. L. Gottlieb aus M.-S z i g e.t im hiesigen Zionsvereine einen überaus gelungenen zionistischen Vortrag. Das Vereinslocal war von Zuhörern überfüllt. Redner erntete stürmischen Beifall. Bei dieser Gelegenheit erfuhren wir, dass Herr Gottlieb sein Blatt ..Zion'4 wieder herauszugeben beabsichtigt, Ch. K. Nagy-Tapelcsäny (Ungarn). Ueber Initiative des Herrn Moriz Grausz fVmd am 13. d. M. eine Versammlung der hiesigen Gesinnungsgenossen statt, in der Herr Adolf R e i c h e n t h a 1, Sehuldirector in T y r n a u. d^n Vorsitz führte. Nach einer kurzen, die Ziele des Zionismus darlegenden Eröffnungsrede beantragte Herr R e i c h e n t h a 1, am 17. d. M. im Volksgarfcen (Nepkert) die constituierende Generalversammlung des hiesigen Zionsvereines abzuhalten. Dieser Antrag wurde unter stürmischen Zustimmungsrufen angenommen. S. Samuel. Köln. In einer von der Zionistischen V e r einigung für Deutschland einberufenen Versammlung sprach vor kurzem Rechtsanwalt Dr. Bode nheime r-Köln im grossen Saale des Colosseumsüber „Zionismus und Judentag". Der Zionismus, der heute r och vielfach angefeindet werde, müsse, nach des Redners Meinung, wie jede Wahrheit über Verdunkelung und Unduldsamkeit siegen. In dem Bewusstsein, dass ihr Ziel nicht in allernächster Zukunft erreicht werden könne, befassten sich die Zionisten mit den Aufgaben der Gegenwart. Es sei ein Unrecht, zu sagen, dass der Zionismus praktisch nichts geleistet habe; die Veranstaltung von Congressen, die Stärkung des Zusammengehörigkeitsgefühls und des Stimmesbewusstseins, die Gründung einer Colonialbank seien beachtenswerte Leistungen. Der Zionismus sei der natürliche Bundesgenosse aller jener Bestrebungen, die auf die moralische und physische Stärkung des jüdischen Volkes gerichtet seien. Der Kampf um die Erhaltung und Wahrung der staatsbürgerlichen Rechte der Juden stehe hier an erster Stelle. In Preussen seien die Juden nicht vorwärts-, sondern rückwärtsgeschritten durch die Schuld der jüdischen Assimilationsfanatiker. Zwischen dem Geschäftschristenthum von Strebern und dem selbstbewußten Judenthum sollte das Tischtuch zer schnitten werden. Der Judentag weide zeigen, dass gerade diejüdischen Millionäre, die den Neid der christlichen Bevölkerung erregten, nichts von den Zionisten wollten. Der Judentag sei nichts als eine Etappe zum Zionismus. Herr Wolf fsoh n- Köln betonte, der Zionismus wolle aus dem zum Almosen herabgesunkenen Schekei wieder eine allgemeine Abgabe der Judenheit machen. Der Redner wandte sich sodann in scharfer Weise gegen gewisse jüdische Zeitungen, die anlässlich der Audienz Dr. Herzls beim Sultan gehässige Darstellungen gebracht hatten. „Was dort gesprochen worden ist", äusserte der Redner, „ist im Interesse der Sache noch nicht für die 0 Öffentlichkeit reif, jedenfalls hat es sich um sehr ernste Dinge für die gesammte Judenheit gehandelt Heute wisse-i wir, dass der Sultan ein wahrer Freund der Juden ist, und wer jetzt noch den Zionismus eine Utopie nennt, spricht wider besseres Wissen." Der Redner forderte sodann noch zur allgemeinen Zahlung des Sehekels auf und appellierte an den Wohlthätigkeitssinn der jüdischen Kreise zugunsten der Jüdischen Colonialbank, die die erste Judenbank sei, die kein Geld verdienen wolle. („Köln. Ztg.") Frankfurt a. M. Sonntag den % Juni hat die hiesige „Frankf. Zionist. Vereinigung" einen Ausflug veranstaltet. Gegen 3 Uhr trafen die Theilnehmer — circa 70 an der Zahl — beim Sandhofe ein, von wo aus man im geordneten Zuge, unter Vorantragung zionistischer Embleme und unter Absingen hebräischer Lieder durch den Waid über Forsthaus nach Isenburg marschierte. Gegen 5 Uhr kam man in Isenburg an, wo man im grossen Saale der Turnhalle mit denjenigen Damen und Herren zusammentraf, die es vorgezogen hatten, die Bahn vu benutzen: da sich viele Freunde unseres Vereines angeschlossen hatten, betrug die Gesammtzahl der Anwesenden 120—150 Personen. Herr G o i t e i n, Präsident der hiesigen „Frankf. Zionist. Vereinigung", begrüsste in einer kurzen Rede die Anwesenden, gedachte der freudigen Botschaft aus Constantinopel und dankte den Gästen für ihr zahlreiches Erscheinen. Hierauf wechselten ernste Reden mit heiteren Vorträgen und Liedern. Es sprachen die Herren Rubi nstein, Birken stein, Steinberg, Wr o 1 p e und Herr Glücksohn, Präsident des Vereines „Bnei Zion", und zwar letzterer hebräisch. Besonders verdient machte sich die Grossherzogl. Altenburgische Hofopernsängerin Frl. E. G r o s s k o p f, dann die Herren Grosskopf, der eine als Violinvirtuose, die beiden andern als Sänger, sowie die Damen W o 1 p e. Der Ausflug hat uns auch zwei sehr beherzigenswerte Anregungen gebracht, erstens zur Gründung eines zionistischen Frauenvereines, zweitens zur Gründung eines jüdischen Turnvereines, welch letztere unmittelbar bevorsteht. München. Im „Verein Jüdischer Studenten" an der Universität München, üb.«r dessen Thätigkeit wir schon des öfieren berichten konnten, wurden im Laufe des Semesters folgende Vorträge abgehallen : jur. G o i t e i n : Jüdisches Proletariat in Holland, England und Amerika. med. P e r 1 i t z : Daniel Danieli (v. Voss). jur. Levi: Centrai verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens. jur. B. Meyer: Nächstenliebe und 'Feindesliebe im Lichte des Judenthums. rer. techn. Lob: Wirtschaftliche und sociale Zustände im alten jüdischen Reiche. med. Spier: Christliche Geistesheroen in ihrer Beziehung zum Judenthum. jur. Löwenstein: Werther, der Jude. An sämmtliche Vorträge schlössen sich Discussionen an, an denen sich Gäste wie Vereinsbrüder rege betheiligten. Für den weiteren Verlauf des Semesters sind noch folgende Vorträge angesetzt: Den 3. Juli: Zahnarzt Hausmann: Heine und das J udenthum. Den 10. Juli: med. Calvary: Referat über die Vorgänge innerhalb des Judenthums während des letzten Jahres. Am 19. Juli, hält der „Verein Jüdischer Studenten" seine Schlussveranstaltung ab, wozu er alle jüdischen Studenten und die Spitzen der Münchener Bürgerschaft einladet. Mittheilungen aus dem Publicum. Dienstag den 23. d. iVL, um :7412 Uhr vormittags, findet im Festsaale der Wiener Universität die Promotion unseres Gesinnungsgenossen Hiilel S u s s m a n n, a. H. der „Bar-Kochba*, zum Dr. juris statt. * Unser Gesinnungsgenosse Herr Samuel Bettelheim in Pressburg, Begründer und derzeitiger Präses des dortigen Vereines „Ahawath Zion", hat sich mit Frau Natalie Wahl geb.* L i p s c h i t z, Tochter des Herrn Leopold Lipschitz," Präsidenten der isr. orthodoxen Landeskanzlei verlobt. (Wir gratulieren unserem wackeren Gesinnungsgenossen von Herzen. — Die Redaction.)

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