Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 5 (1901)
- Issue
- 29 (19.7.1901)
- Article
- Über anthropologische, physiologische und pathologische Eigenheiten der Juden
- Date
- 1901-07-19
- Page
- 9 (sequence 2)
- Language
- German
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Nr. 29 Die $i Welt" Seite 9 und andere Hautkrankheiten in der Bibel vielfach erwähnt. Besonders häufig kommen hei den Juden vor: Favus, Plica judaiea, Eczema, Scabies und andere Hautkrankheiten. Dr. Ed. Glatter hat in der Abhandlung: „Das Rassenmoment in seinem Einflüsse auf Erkrankungen/"' veröffentlicht^ was er sammeln konnte über die Krankheitsvorkommnisse bei. den Magyaren, Biithenen, Deutschen und Juden, unter welchen er lange Jahre praktieierte. (C anstatt s Jahresbericht 1864. Bd. VII.) Er schreibt: „Die Juden zeigen die grösstc Immunität gegen Wechselfieber, Convulsionem Tabes mesaraica der Kinder, Entzündung der Respirationsorgane, dagegen Neigung zur Krätze und anderen Hautkrankheiten, zu Gastrointestinal-Katarrhen und Hernien.'* Dr. Glatter erwähnt auch in seiner Abhandlung (1. c.), dass die Phthisis bei den Juden seltener sei, als bei der anderen Bevölkerung. Ob es wahr ist, dass diese fürchterliche Krankheit bei. den Juden seltener sei, kann man nicht genau angeben, weil darüber genaue statistische Daten fehlen. Als Bestätigung dieser Behauptung können zwei Veröffentlichungen aus der letzten Zeit dienen. Die eine stammt von Dr. Gaster in London und ist im „Wratsch" 1898 wiedergegeben. Dr. Gaster hat die Sterbeliste der vereinigten Synagogen Londons mit den Sterbelisten der übrigen Bevölkerimg verglichen für den Zeitraum von 1889—1893 und kam. zum Schluss, dass die Juden in London zweimal seltener an der Schwindsucht leiden als die übrige Bevölkerung. Die zweite Veröffentlichung haben die Aerzte Tostevint, BemJinyer gemacht; sie ist im. „Wratsch" 1901 Nr. 1 wiedergegeben. Sie bestätigen die auffallende Seltenheit der Phthisis bei den Juden in 'Tunis. Für den Zeitraum von 1895—1899 war die Zahl der Sterbefälle bei den Juden 2744, an der Phthisis starben aber in dieser Zeit nur 34 Juden oder 1,24 Procent. Die genannten Autoren haben die jährliche Sterblichkeit an der Phthisis für die Vertreter anderer Nationen ausgerechnet. Es ergab sich, dass von den Arabern 11,3 Procent jährlich, von den Europäern 5,13 Procent, von den Juden aber nur 0,75 Procent jährlich an der Phthisis umkommen. Dr. Schtschepotjew hat eine Veröffentlichung über die Lungentuberculose in der russischen Armee gemacht. („Wratsch" 1900, Nr. 8.) Linter 527 registrierten Erkrankungsfällen an Lungentuberculose waren Christen 469, Mohammedaner 37 und Juden 21. Diese Zahlen verhalten sich wie 22,3 : 1,7 :1. Nach der Nationalität waren in den von ihm aufgezählten Regimentern Christen 88,82 Procent, "Mohammedaner 5,79 Procent und Juden 5,03 Procent, Beim Vergleich der ersten Zahlen mit den zweiten fällt die Thatsaehe auf, dass die Tuberculose am häufigsten vorkommt hei den christlichen Soldaten, am seltensten bei den jüdischen Soldaten, obwohl die Ernährung der jüdischen Bevölkerung in Russland bekanntlich erbärmlich ist, Dr. Sclitschepotjetv hat ausserdem aus der Literatur folgende Veröffentlichungen über die geringere tuberculose Morbidität bei den Juden gesammelt. (1. c.) 1. Der englische Arzt Dr. Stellard behauptet in seinem Buche über das Bettlerthum in London, dass die jüdischen Kinder selten an Serophulose und. Tuberculose leiden. Gibion erwähnt das seltene Vorkommen der Tuberculose bei den Juden in London. 3. Lombroso berechnet, dass in Verona die Sterblichkeit der katholischen Kinder an Tuberculose 6 Procent beträgt, der jüdischen hingegen nur 1 Procent. Er erklärt sich clie^ sen Unterschied dadurch, dass die Juden früh heiraten. 4. Brody findet die Sterblichkeit der katholischen Bevölkerung an Tuberculose n Procent, der jüdischen hingegen nur 5 Procent. Zum Schluss will ich noch erwähnen, dass von den meisten Pathologen nachgewiesen ist, dass die Juden häufiger als die übrige Bevölkerung an Diabetes mellitus erkranken. Dass die Juden einen grossen Procent Farbenblinde geben (nach Zählungen von Dr. Jacobs in London 12 Procent) , habe ich schon erörtert. Meine Herren! Ich glaube durch meinen Vortrag Sir überzeugt zu haben, dass die Juden in anthropologischer, physiologischer und pathologischer 1 Linsieht Eigentümlichkeiten haben, die ihnen angeboren sind und Folgen der Vererbung und Fortpflanzung in ihrem Stamme sind. 9fribcii)e. (Für Form und Inhalt dieser Rubrik übernimmt die Redaction keine Verantwortung.) Vom „Vereine Jüdischer Studenten1' in Breslau erhalt n wir die folgende Berichtigung, der wir mitHinweglassung der nicht streng zur Sache gehörigen Ausführungen, sowie der durch die Zuschrift unseres Breslauer Correspondenten „Hillel" (Vgl. Nr. 28 der „Welt" : Die deutschen zionistischen Studenten) überholten Stellen gerne Raum geben: Bresla u, den U. Juli lüoi. Zur Richtigstellung. 1. Es ist nicht richtig, dass die „Vereine Jüdischer Studenten" von Zionisten ins Lehen gerufen worden sind. 2. Es ist nicht richtig, dass der statutarische Zweck der „Vereine Jüdischer Studenten* „Ptb'ge des jüdischen Volksbewusstseins" umfasst. 3. Es ist nicht richtig, da «»in „Verein Jüdischer Studenten" ein Verbot an seine Mitglieder, ein Amt in irgendwelchen Vereinen anzunehmen, im Hinblicke auf den zionistischen Verein erlassen hat. 4. Es ist nicht richtig, dass aus dem „Vereine Jüdischer Studenten" kein neuer Zionist hervorgegangen sei. 5. Es ist nicht richtig, dass sich der „Breslauer Verein Jüdischer Studenten11 durch angebliche ^charfe Geisselung" getroffen gefühlt habe; der „Verein Jüdischer Studenten" hat nur auf die gehässigen persönlichen Aeusserungen reagiert 6. Es ist nicht richtig, dass dem „Vereine Jüdischer Studenten" von einem Ehrengericht die Belehrung zutheil geworden ist, dass man politische Diff erenzen nicht mit der Waffe austrage. 7. Es ist nicht richtig, dass die zionistische Thätigkeit der zionistisch gesinnten Mitglieder des „Vereines Jüdischer Studenten" mit Zahlung des Schekels erschöpft war. 8. Es ist nicht richtig, dass der „Verein Jüdischer Studenten" zu Breslau die Möglichkeit, die Regelung des Zwistes zwischen ihm und der dortigen zionistischen Ortsgruppe einem jüdischen Ehrengerichte zu unterbreiten, nicht habe in Frage kommen lassen. 9. Es ist nicht richtig, ja sogar eine Verkehrung des Thatbestandes, dass der „Verein Jüdischer StudenteL" zu Breslau die Angelegenheit vor ein christliches Ehrengericht gezogen habe. Für obige Erklärungen sind wir jederzeit gerne bereit, einzutiefen. Verein Jüdischer Studenten zu Breslau. I. A. stud. jur. Siegfried M anbei m X- Wir erhalten ferner in dieser Angelegenheit folgende Zuschrift : Löbliche Redaction! Ich bitte, Nachstehendem in der nächsten Nummer der „Welt" Raum zu geben : Der Vorstand der „Berliner Zionistischen Vereinigung" veröffentlicht in Nr. °27 der „Welt" eine Erklärung, die sieh mit meinem Artikel „Die deutschen zionistischen Studenten" befasst. Dass in derselben die „Vereine Jüdischer Studenten" in Berlin und Breslau nicht auseinandergehalten werden, ist wohl nur eine Folge de* unangenehmen Druckfehlers in meinem Aufsatze. Ueber die Vorgänge in Breslau kann aber naturgemäss der Vorstand der „Berliner Zionistischen Vereinigung" keine Erklärungen abgeben. Ich constatiere auch, dass in der Erklärung die von mir registrierten Thatsachen nicht bestritten werden, was ja auch gar nicht anders möglich ist. Dass ich diese öffentlich daigestellt, ist nur eine Consequenz eines Beschlusses des letzten Delegiertentages