Mannheim
Compact Memory

Die Welt · 1901-07-05 · 27 (5.7.1901) · p. 15

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
5 (1901)
Issue
27 (5.7.1901)
Article
Sehr geehrter Herr Redacteur!
Date
1901-07-05
Page
15 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3315709-3315905-3315933-3398118--26946-3398189
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Nr. 27 „Die & Welt" Seite 15 und Dr. Ka di s c h erschienen, um Recriminationen gegen die Zionisten vorzubringen, und erklärten auf meine Frage, warum sie dies an diesem Orte thun, dass sie in mir nicht nur den Obmann des Einzelvereines „Fünfhaus" des „Zion", sondern auch den ubmann des Landes-Comites sahen. Die genannten drei Herren stehen Herrn Rappaport sehr nahe. Sollte er nicht von diesem grossen Besuche bei uns gewusst haben? Oder sollte er auch damals nicht meinen Namen gehört haben? Für mich genügt diese doppelte Constatierung. Gewiss auch allen, die offen vorgehen. Mit treuen Zionsgrüssen Dr. S. Krenberger. Wien, 26. Juni 1901. * Wien, 20. Juni 1901. Hochgeehrter Herr Redacteur! Ich möchte Sie höflichst um Aufnahme folgender Zeilen in Ihrem geschätzten Blatte bitten: In dem Hause IT., Krummbaumgasse Nr. 6 wohnt die aus Bels in Russland zugereiste jüdische Auswanderin Rosenblatt, deren Mann in London lebt und seine Familie hierher kommen liess, um sie dann nach London zu sich kommen zu lassen. Nun aber geht es ihm selbst sehr schlecht, so dass er momentan nicht in der Lage ist, die versprochenen Karten zu senden. Indessen ist seine Familie hier der grössten Noth preisgegeben, sie hat kaum ein Stück Brot zu essen und ist dem Verhungern thatsächlich nahe. Edle Menschenfreunde würden hier ein Feld finden, ihre segensreiche Thätigkeit an würdigen Leuten auszuüben. Indem ich Ihnen, hochgeehrter Herr, im voraus für die Veröffentlichung dieser Zeilen danke, zeiche ich hochachtungsvoll J. A. Der Name und die Adresse der Frau ist: Bela Rosenblatt bei Grossberg, IL, Krummbaumgasse 6. f^us dei) \)ei*eii)«0 Voranzeigen, Neutra. Hier ist die Gründung eines zionistischen Vereines bevorstehend, die hauptsächlich den Bemühungen der Herren E. Ne umann, Neuwalde r und Kr a s n i a n s ky zu verdanken ist. Pressburg. Der hiesige „Ahawath-Zion-Verein" hat beschlossen, in diesem Jahre eine eifrige Propaganda für Erez -Jisroel-Esrogim zu betreiben. Es wäre wünschenswert, wenn sich die weitesten Kreise daran betheiligen würden. Brünn. Samstag den 13. Juli 1901 findet im Theatersaale der Schützengesellschaft (Schreibwald) eine Theatervorstellung statt. Zur Aufführung gelangt zum zweitenmale „Das neue Ghetto". Schauspiel in vier Acten von Theodor H e r z 1. Beginn präcise 8 Uhr abends. Karten Vorverkauf: Buchhandlung L. & A. Brecher. Berichte. Wien. (Jheologischer Verein der Hörer an der israelitisch -theologischen Lehranstalt in Wien*.) Der zionistische Gedanke hat nicht bloss das Selbstbewußtsein des einzelnen Juden in hohem Grade geweckt, sondern auch das Interesse für die jüdische Literatur und Wissenschaft und für deren Träger neu belebt. Diese Würdigung der Wissenschaft, zu deren hervorragendsten Vertretern und Verbreitern unstreitig Herr Lector M. Fried mann gehört, zeigte sich besonders in der allgemeinen Theilnahme an der vorwöchentlichen Feier des 70. Geburtstages dieses grossen Gelehrten. Ehrenbezeigungen erwiesen ihm die Cultusgemeinde durch Adresse und Ehrengabe; das Curatorium und der Lehrkörper der jüdisch-theologischen Lehranstalt überreichten eine Adresse in prachtvoller Enveloppe und künstlerischer Ausführung, die Herr Kunstadt besorgt hat. Verfasst war die Adresse von cand. theol. Aptowitzer und wurde vom Obmanne Dr. H u s s vorgetragen. — Das Beth Hamidrasch, an dem der Jubilar fast 38 Jahre segensreich wirkt, war durch den Sprecher Rabbiner Dr. Schmiedl würdig vertreten. — Das österreichische zionistische Landes-Comite' und der Verein „Leopoldstadt-Zion" überreichten gleichfalls Adressen in classischem Hebräisch, von denen die letztere durch Herrn Torczyner abgefasst worden war. Die Deputation der Religionslehrer führte führte Inspector Kanitz. — Es reihte sich eine Abordnung an die andere. Lector Fried mann, der jugendliche Greis, wusste allen freundlich und geistreich zu erwidern. Von Mähr.-Weisskirchen kam eine Diplom mit der Ernennung zum Ehrenbürger. Am folgenden Sabbath wurde der Ehrentag im Beth Hamidrasch-Betlocale von den Lehrern und Hörern gefeiert. Der Sitz des Jubilars war mit Blattpflanzen decoriert. Nachdem Herr Lector Friedmann beim Segensspruche zur Thora das „Schehechionu" gesprochen, wurde ihm von cand. Mehr er, der die Thoravorlesung ausführte, ein eigener gelungener Mischeberach gewidmet. Die vollendete Festrede hielt cand. H a u s n e r. Zugegen war auch als Vertreter der Budapester Schwester-Anstalt Herr Prof. Bacher. — Privatim gratulierten ausserdem Rector Prof. Moses Bloch von der Budapester Landes- Rabbinerschule, Rabbiner P o 11 a k, Dr. Kayserling und Literat Dr. H.Spitzer daselbst. Es kamen noch telegraphische und briefliche Begrüssungen vom „H e b r e w Univ. College" in Cincinati (Dr. Gotthold Deutsch sandte überdies ein sinniges Schreiben). Von Cambridge kam eine Zuschrift von Prof. Dr. Schechter und Frau, von Herrn Ascher namens der „B n e i B e r i t h% von London durch Chief-Rabbi Dr. H. Adler, Dr. Landau und andere. Aus Brooklyn sandte Herr Leibowits ch sein in zweiter Auflage erschienenes, prachtvoll ausgestattetes Werk über „Leon di Moden a". Wie dieses Buch ist auch die Tosseftha des Rector Schwarz über „Tractat Chulin" dem Jubilar zugeeignet. Für die jüdischtheologische Hochschule in Berlin gratulierte Rabbiner Dr. M a y b a u m, ferner Rabbiner Dr. Ungerleider. Geheimrath Lazarus schickte eine warme Begrüssung aus Meran. Ferner brachten Festartikel: „Jewish Chronicle", der Krakauer „Hamagid", der „Hajehudi" in London, die „Neuzeit* und „Wahrheit", „Frankfurter Monatsblätter" und andere. Sämmtliehe Schüler und viele Collegen des Gefeierten stellten sich mit sinnigen Festgrüssen oder Geschenken ein, so Dr. Fr anzi-Grün, Kremsier; Doctor K u r r e i n, Teplitz-Schönau; Dr. Rosenzweig, Kojetein; Bergmann, Friedek und Dr. Rabbinowitsch, Mähr.-Weisskirchen kamen zum Festabende, der von dem Vereine der Theologen im Restaurant K h u n e r am Montag veranstaltet wurde. Es erschienen auch die akademischzionistischen Verbindungen „K a d i m a h", »I v r i a", »A c hi w a", „L i b a n o n i a", Vertreterinnen des literarischgeselligen Mädchenvereines „Hadassah". Viele schickten schriftliche Begrüssungen. Der Obmann des Vereines, Herr Dr. Hu ss richtete eine warme Ansprache an die Erschienenen. Die gelungene und gediegene Festrede hielt cand. Dr. Brett, eine ebenso stimmungs- und gehaltvolle cand. Mehrer in hebräischer Sprache. Dann folgten Reden von Rector Dr. Schwarz über das collegiale Verhalten des Lectors, ferner von Rabbiner Dr. Löwy, Sor (Währing). Münz, cand. Dr. Margulies, Cultusrath Herr Gewitsch für das österreichisch-zionistische Landes- Comite, zum Schlüsse ein sinniges Gedicht des Rabbiners Dr. Jonathan Wolf, der sein Fernbleiben vom Feste entschuldigte. Obercantor Schorr widmete einen selbstcomponierten Mi-Scheberach. Auch auswärtige zionistische Verbindungen und sonstige Corporationen sandten telegraphische Beglückwünschungen zum Festabende, dessen Verlauf ein höchst würdiger und erhebender war, ein Ehrenabend, im vollsten und schönsten Sinne des Wortes — nicht bloss für den Gefeierten, der selbstredendend seinen Dank in sinnigen geistvollen Worten zu kleiden wusste, nicht nur für die ihn nach Gebür würdigenden, sondern auch für das Gesammt-Judenthum, an dem sich auch baldigst das prophetische, verheissungsvolle Wort erfüllen möge: Zur Abendzeit möge Licht es werden! - n. Correspondenz der Administration. Maler Okin in Paris wird um Mittheilung seiner Adresse augegangen. Zweifel & Co., Craiova. Nichts Neues in unserem Verlage erschienen. Mittheilungen aus dem Publicum. („Jüdisches Theater" in Wien.) Unter Leitung des Herrn Gimpel wird eine jüdische Schauspieltruppe von 30 Personen von Samstag angefangen allabendlich im „Bayrischen Hof, IL, Obere Augartenstrasse 1, gastieren. Briefkasten. Boris Katzmann. Sendung kam als „unbestellbar" zurück. Erbitten sofort Adresse. F. ,.S. R." Unmöglieh. A. J. in B. Dank. Nicht geeignet.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.