Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 5 (1901)
- Issue
- 26 (28.6.1901)
- Article
- Gedenket des Schekels!
- Date
- 1901-06-28
- Page
- 16 (sequence 1)
- Language
- German
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Seite 16 „Die & Welt" Nr.. 26 Mittheilungen des Actions-Comites. Alle Zuschriften sind an das Secretariat des Congress-Bureaus, IX., Türkenstrasse 9, zu richten. Gedenket des Schekels! Im Sinne des Punktes I, Abschn. 1, des Baseler Statutes (Die zionistische Organisation umfasst jene Juden, welche sich mit dem Programm des Zionisten-Gongresses einverstanden erklären und Schekelzahler sind) ordern wir die Vereine, Ortsgruppen und Vertrauensmänner auf, unverzüglich an die Einsammlung des Schekels zu schreiten. Der Schekel soll nur von Gesinnungsgenossen eingjehoben werden, da mit demselben das active und passive Wahlrecht für den Congress verbunden ist. Pflicht eines jeden Zionisten ist es aber, alle diejenigen in seinem Wohnorte, die das Baseler Programm anerkenneil, wenn sie auch einer zionistischen Vereinigung nicht angehören, ausfindig zu machen und sie zur Leistung des Schekels zu veranlassen. Jeder Zionist muss seinen Schekel zahlen. Dazu die nöthigen Vorkehrungen zu treffen, ist Sache der Vertrauensmänner. England. London. Die „Benoth r/Aon Association" veranstaltete diesen Sonntag in der Kings Hall einen Unterhaltungsabend, der sieh eines massenhaften Besuches erfreute. Die Schriftführerin Miss Mauerberger verlas ein an sie gelangtes Schreiben Dr. Herzls, in welchem er seine Abwesenheit mit seiner Arbeitsüberbürdung' entschuldigte und welches mit den Worten schloss: „Ich hoffe, dass Ihr Verein die grose Sache, welche wir verfechten, nach Kriiften fördern und in diesem für die Geschicke Israels so bedeutsamen Zeitpunkte sich würdig erweisen wird, jener grossen Frauen in Israel, deren Thaten für unsere Nation eines der glänzendsten Capitel unserer Geschichte bilden." Miss Weinstein entfaltete unter dem Jubel der Versammlung die neue Benoth-Zion-Flagge. Mit Hochrufen auf Dr. Herzl und die Bewegung fand das erfolgreiche Fest seinen Ahschluss. L i v e r p o o l.t Das hiesige zionistische Gentral-Oomite veranstaltete am 9. Juni eine Versammlung, auf der Reverend Dr. Strauss aus Bradford und Rabbi G. Ravinsclni Reden hielten und die Versammlung aufforderten, für die Jüdische Colonialbank mit aller Kraft zu agitieren. M ancheste r. Auf Einladung des zionistischen Central: comitos sprach hier Rabbiner Dr. Juda Leib Landau in mehreren glänzend besuchten Versammlungen und führte der zionistischen Sache viele neue Anhänger zu. In der „Young men's Zionist-Assoeiation" führte Dr. Landau aus, dass die jüdische Nation im Gegensatze zu den vielen grossen Nationen, die, nachdem sie den Gipfel des Glanzes erreicht hätten, dem Untergange verfielen, das Glück beschieden gewesen sei, sich zu wiederholtemnalen zu verjüngen. Darin wurzle die Kraft des .Judenthums, denn nur die Jugend sei imstande, anscheinend unüberwindliche Schwierigkeiten zu überbrücken und das scheinbar Unmögliche möglich zu machen. Nach diesem Vortrag fand ein von den hiesigen Zionisten zu Ehren des Gastes veranstaltetes Bankett statt, bei dem die Herren Wissilefski, Raffalovitch, Turtledove und Sortmann in reinem Hebräisch auf Dr. Landau toastierten. Sonntag früh besuchte Dr. Landau die Talmud-Thora- Schulen. Er wurde vom Präsidenten und dem Ausschusse empfangen, besichtigte die einzelnen Classen und zeigte sich von den empfangenen Eindrücken sehr befriedigt. Nachmittags sprach Dr. Landau im zionistischen Arbeiterverein über das Thema „Zionismus und Socialismus". Er sagte, die Juden hätten der Welt nicht nur den Begriff des Monotheismus, sondern auch der socialen Reformen gegeben. Die hohen Ideale persönlicher Freiheit, der Liebe zur Arbeit, der Sabbathruhe, waren Producte jüdischen Geistes. Das neu zu gründende jüdische Gemeinwesen werde die alten jüdischen Social-Principien mit den modernen Errungenschaften der'-Social-Wissenschaft vereinen. Wir sollten uns einfür allemal bewusst sein, dass wir nur von der Selbsthilfe etwas zu erwarten haben. Sonntag sprach Rabbiner Landau in einem Massen-Meeting, dem Reverend Dr. Solomon präsidierte. Der grosse Saal war zum Erdrücken voll. Unter den Anwesenden bemerkte man die leitenden Persönlichkeiten der verschiedenen jüdischen Institutionen, die Präsidenten der Synagogen, alle Rabbiner und die Repräsentanten der sephardischen Gemeinde. Es wurden zahlreiche hebräische Reden gehalten. Dr. Landau antwortete in fliessendem Hebräisch. Von Dr. Herzl war folgendes Begrüßungsschreiben eingelangt: „Grössen Sie die versammelten Gesinnungsgenoscn auf das Herzlichste und sagen Sie ihnen, dass unsere Sache glänzend steht. Jetzt heisst es mit erhöhter Energie zu arbeiten, um unsere Sache einem glücklichen Ziele zuzuführen. Ich rechne auf jedes einzelnen Mitwirkung; nur dann können wir auf einen schnellen Erfolg rechnen." Der Vorsitzende Dr. Solomon erklärte am Schlüsse des Meetings, dass er durch die Ausführungen Dr. Landaus vollkommen für die zionistische Sache gewonnen worden sei. Sowohl er als auch Reverend J. H. Valentine und andere Nota- ' bilitiiten zahlten den Schekel. v-.. G 1 a s g o w. Auf der letzten Vereins Versammlung der „Bnei; Zionu, die am 0. Juni in der Brendalbane Hall stattfand, entspann sich eine lebhafte Debatte über die Methode des Hebräisch- Unterriehtes, an der sieh die Herren Oppenheim, Harry Baker und andere betheiligten. Amerik a. Phil a d e 1 p h i a. Auf einem Meeting der hiesigen Dele- - gierten zur IV. Jahres-Conferenz der amerikanischen Zionisten, das unter Vorsitz Mr. Gabriel H. Mayers stattfand, wurde beschlossen, folgende Er gänzungs-Antrage zur Geschäftsordnung {der „American Zionist Federation" einzubringen: „Kein Mitglied, das nicht Aetionär der Jüdischen Colonialbank ist„ soll als Delegierter zum Zionistencongress und zur Jahresconvention der Fedeji-ation oder als Mitgliede des Executiv-Comites der Federation und des Actions-Comites wählbar sein", ferner: „die Wahl der Delegierten in den Zionistencongress niüss von der Jahresconvention der Federation bestätigt werden." Auch wurde beschlossen, -eine Resolution zu beantragen, die der Freude Ausdruck gibt über den Empfang der zionistischen Deputation durch den Sultan ''und den Führern das unbedingte Vertrauen der Federation und das treue Festhalten an den Beschlüssen des I. Baseler Congresses kundgibt. **3*JSf\}*+***+S**l*Sf^+****^^ An die Vertrauensmänner! Zur Erstattung des Rechenschaftsberichtes für den kommenden Congress werden die Vertrauensmänner ersucht, folgenden Fragebogen auszufüllen, eventuell an die Ihnen untergeordneten Vertrauensmänner weiter leiten zu wollen : 1. Wieviel Vereine existieren in Ihrem Bezirke, Rayon und Lande? 2. Wie lauten ihre Namen und ihre Wohnsitze? 3. Wie gross ist die Mitgliederzahl jedes Vereines? 4. Wie gross war 'die Mitgliederzahl jedes Vereines im Vorjahre? 5. Wieviel neue Vereine sind seit dem IV. Congresse entstanden? 6. Welche Vereine haben sich in der Zeit seit dem IV. Congresse aufgelöst?- 7. Worin bestand die Thätigkeit der Vereine? 8. Waren die Vereine rein zionistisch oder verfolgten sie auch Nebenzwecke? 9. WTie stellt sich percentuell die Zahl der Zionisten jeder Stadt zur Zahl der dort wohnenden Juden? £ Es wird gebeten, die Namen deutlich und mit lateinischer Schrift zu schreiben. Das Secretariat des Actions-Comites. ^VVMMMWWyWW¥WA^M^WW»W^A^^^^ Schekelhefte für England. Es wird hiermit zur Kenntnis gebracht, dass Schekel- und Spendenblocks für England. Wales, Schottland, Irland nur von der English Zionist Federation, London E. C, 32, Duke street Aldgate, zu beziehen sind. Herausgeber and verantwortlicher Redacteur: Berthold falwelH^ Biu^ Bergmann). p Wien, VIII., SchüCMiseigasae 11.