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Die Welt · 1901-06-14 · 24 (14.6.1901) · p. 1

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Journal
Die Welt
Volume
5 (1901)
Issue
24 (14.6.1901)
Article
[Ohne Titel]
Date
1901-06-14
Page
1 (sequence 1)
Language
German
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■ Redaction und Administration: WIEN IX., Türkenstrasse Nr. 9. Telephon 14199. Erscheint jeden Freitag. Zuschriften sind nicht an einzelne Personen, sondern an die Redaction oder Administration: Wien, IX., Türkenstrasse Nr. 9, zu richten. Unfrankierte Briefe werden nicht angenommen und Manuscripte nicht zurückgesendet. Sprechstunden der Redaction: Montag, Mittwoch und Freitag von 3—4 Uhr. Preise der Anzeigen: Die viermal gespaltene Petitzeile 20 Heller. Der Inseratentheil wird Dienstag abends geschlossen. Einzelne Nummern 30 Heller. Oesterreich-Ungarn: ganzjährig 12 Kronen, halbjährig 6 Kronen. Für das Ausland: Deutschland ganzjährig 13 Mk. 70 Pf., halbjährig 6 Mk. 85 Pf., -England ganzjährig 14 Shg., halbjährig 7 Shg., Russland ganzjährig 7 R., halbjährig 3 R. 50 Kop., Schweiz, Frankreich, Italien, Türkei, Rumänien, Bulgarien, Serbien, Griechenland, Aegypten ganzjährig 17 Frcs., halbjährig 8 Frcs. 50 Cts., Amerika ganzjährig 3 Doli. 40 Ct. Nr. 24. Wien, 14. Juni 1901. 5. Jahrgang Unser Blatt erscheint diesmal, da wir die Express- Nachrichten aus London abwarten mussten, verspätet. Unsere Leser wollen die Verspätung gütigst entschuldigen. ********A***ArtiS^^^^^^**»M»V^^VVM^^*M^M*V^^>*^MV^VVW Dr. Herzl bei den Makkabäern in London. (Orig.-Telegramm der „Welt'.) Dr. Herzl war für Dienstag vom „Makkabäer- Club" in London, der vornehmsten jüdischen Vereinigung zu Gaste geladen. Die Makkabäer veranstalteten Dr. -Herzl zu Ehren in der St. Jarnes-Hall ein Bankett, bei dem Dr. Herzl Gegenstand begeisterter Ovationen war. Wir erhalten darüber nachstehenden telegraphischen Bericht: Das Diner der „Makkabäer" zu Ehren Dr. Herzls erfreute sich eines ausgezeichneten Besuches. Hervorragende Gäste nahmen daran theil, darunter: Professor Vamb ery, Sir Francis Montefiore, Dr. Gaster, Navon Bey. Als Vorsitzender fungierte der berühmte Dichter des Ghettos Israel Zangwill. Er eröffnete den Abend mit einem stürmisch acclamierten Toast auf Dr. Herzl. Dann sprach Dr. Herzl. Seine Rede würde enthusaistisch aufgenommen. Elkan Adler,, ein Bruder des Chief-Rabbi, begrüsste die Gäste. Weiters toastierten Vambery und Montefiore. Dr. G a st.er sprauh den Schlusstoast, dpr ein Dankvotum für den Vorsitzenden enthielt, worauf Zangwill ernst-humoristisch dankte. Die Journalstimmen über dieses Bankett sind günstig und versprechen Erfolge für die zionistische Sache. Das Bankett hat überall den glänzendsten Eindruck gemacht. * Die Reden Zangwills und Dr. Herzls. Wir sind in der Lage , unseren Lesern schon heute die Reden Zangwills und Dr. Herzls bieten zu können. Wir bringen beide Reden in wörtlicher Uebersetzung aus dem Englischen. Der Toast J. Zangwills. Brüder, „Makkabäer44 und: Gäste! Es erfüllt mich mit Stolz, einen Toast auf den Mann ausbringen zu dürfen, der als einer der Unserigen und als Gast hier weilt, zu dessen Ehren wir uns heute hier versammelt haben, auf Dr. Theodor Herzl. An derselben Stelle war es, wo vor fünf Jahren uns Dr. Herzl den hinreissenden Zauber seiner Persönlichkeit empfinden liess und uns staunenden Zuhörern seine kühne Idee vor Augen führte. Wir haben seitdem seine weitere Laufbahn mit warmer Antheilnahme oder bewundernder Gegnerschaft verfolgt. Etwas von dem Gefühl, das der schärfste Imperialist für De We.t empfindet, hat der erbittertste Antizionist für Dr. Herzl. Alle seine Gegner, — diejenigen sowohl, die sicher sind, dass seine Idee unausführbar ist, als auch diejenigen, die sich vor der Erfüllung seines Planes fürchten — müssen zugestehen, dass er für eine (nach ihrer Meinung) verlorene Hoffnung einen wundervollen Kampf geführt hat. Was hat er nicht während dieser kurzen fünf Jahre alles geleistet. Eine Bewegung inauguriert, eine Partei geschaffen, die Bank gegründet, die jährlichen Congresse geleitet, mit dem deutschen Kaiser gesprochen, und selbst durch die schützenden Janitscharenreihen, die den Thron des Sultans umgeben, ist er durchgedrungen, dies alles in einem Zeitraum, wo er noch als Schriftsteller thätig sein musste. Manche von meinen Makkabäer-ßrüdern möchten heute Dr. Herzl nur in dieser letzteren Eigenschaft feiern, aber meine Ansicht ist, dass wir das auch christlichen Vereinen überlassen können. Wir „Makkabäer" dürfen nicht über das hinweggehen, was Dr. Herzl uns Juden bedeutet. Wir müssen ihn als einen Ersten in Israel willkommen heissen, der seines Volkes Jammer fühlt, wie Möses die ägyptische Knechtschaft, und der es versucht, die Juden in das gelobte Land zurückzubringen. In den langen Jahrhunderten des Golus hat die jüdische Nation eine Reihe grosser Männer hervorgebracht — von Maimonid.es bis auf Meyer Rothschild — doch Dr. Herzl ist der erste jüdische Staatsmann seit der Zerstörung Jerusalems» Staatsmänner genug haben wir Juden anderen Nationeu gegeben — ich erinnere an G a m b e 11 a, L as s a 11 e, ü i sr a e 1 i — doch Dr. Herzl ist der erste jüdische Politiker, der sein Leben ganz in den Dienst des jüdischen Volkes gestellt hat. Er hat Vorläufer gehabt — politische Philanthropen, die wert sind, in ewigem Angedenken behalten ,zu werden. Doch Baron Hirsch wählte einen.Boden, bar jeder Anziehungskraft, und Baron Edmund y. Rothschild baute sein Erlösungswerk auf YVohlthätigkeit, statt auf Selbsthilfe auf* Diese Männer hatten die Millionen, aber nicht das politische Genie. Dr. Herzl hat das politische

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