Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 5 (1901)
- Issue
- 20 (17.5.1901)
- Article
- Gedenket des Schekels!
- Date
- 1901-05-17
- Page
- 16 (sequence 1)
- Language
- German
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Seite 16 ,Die # Welt" Nr. 20 Mittheilüngen des Actions=Comites. Alle Zuschriften sind an das Secretariat des Congress-Bureaus, IX., Türkenstrasse 9, zu richten. Gedenket des Schekels! Im Sinne des Punktes I, Absehn. 1, des Baseler Statutes (Die zionistische Organisation umfasst jene Juden, welche sich mit dem Programm des Zionisten-Congresses einverstanden erklären und Schekelzahler sind) ordern wir die Vereine, Ortsgruppen und Vertrauensmänner auf, unverzüglich an die Einsammlung des Schekels_ zu schreiten. Der Schekel soll nur von Gesinnungsgenossen eingehobeh werden, da mit demselben das active und passive Wahlrecht für den Gongress verbunden ist. Pflie|ti eines jeden Zionisten ist es aber, alle diejenigen in seinem Wohnorte, die das Baseler Programm anerkennen,1 wenn sie auch einer zionistischen Vereinigung nicht angehören, ausfindig zu machen und sie zur Leistung des Schekels zu veranlassen. Jeder Zionist muss seinen Schekel zahlen. Dazu die nötliigen Vorkehrungen zu treffen, ist Sache der Vertrauensmänner. England. London. Vorigen Samstag fand eine gutbesuchte Versammlung des „Young Zion Institutestatt, bei der Mr.J. de Haas den Vorsitz führte. Mr. S. Sarna hielt einen instructiven Vortrag über „den jüdischen Charakter und seine Fehler", an den sich eine lebhafte Debatte schloss. Edinburgh. Unter Vorsitz des Mr. Stungo hielt der hiesige Zionsverein vergangenen Sonntag seine erste jährliche General-Versammlung ab. Der erstattete Bericht constatierte ein erfreuliches Anwachsen der zionistischen Bewegung in Edinburgh. Die Neuwahlen ergaben folgendes Resultat: Mr. S. S t ü n g o, Präsident; Mr. A. Lipshitz, Vicepräsident; Mr. J. Eppel, Cassier; Mr. J. Markson, Schriftführer; Mr. M. Stungo, B. Shulman, Z. Levy, P. Eban, A. Berman, M. Taub und J. Levinson Ausschussmitglieder; Mr. J. Fred und B. Stein Reclmungsrevisoren. Giasgow. In den hiesigen „BneiZion" eröffnet Mr. Percy Baker einen Vortragscyklus über die „Geschichte der Juden in Spanien". Manchester. Die hiesige „Young Men's Zionist Association" entfaltet eine rührige Thätigkeit. Der Verein hat nunmehr hebräische Unterrichts- und Conversationseurse eröffnet, die jeden Mittwoch unter Leitung des Herrn W asselefski stattfinden und sich einer starken Frequenz ei freuen. Südafrika. Capstadt. Der hiesige „Dorschei Zion"-Verein hielt am 14. April seine jährliche General-Versammlung ab. Aus dem erstatteten Berichte geht hervQr, dass sich die Mitgliederzahl im laufenden Jahre mehr als verdoppelt hat und damit die Einnahmen des Vereines eine beträchtliche Steigerung aufweisen. Die Opferwilligkeit der Vereinsmitglieder zeigte sich in einer Reihe von Sammlungen, die für die notleidenden Brüder in Rumänien, Bessarabien und Palästina eingeleitet wurden und bedeutende Summen ergaben. Der Secretär des Vereines Mr. Turbo vvi tz theilte mit, dass der Verein ein Haus angekauft habe, in dem er einen Club und eine Bibliothek einrichten werde* Amerika. New-York. Der jüdische Mädchen verein „Hadassa" hielt vergangenen Sonntag die letzte Veranstaltung in dieser Saison ab. Der Vortragende Reverend Dr. Gottheil sprach über das Thema „Zionismus und amerikanische Staatsbürgerschaft". Er legte dar, dass sich der Zionismus mit der Liebe zum Lande, in dem der Jude gegenwärtig lebe, ganz wohl vereinbaren lasse. Das Streben der zionistischen Bewegung, denjenigen Juden, die aller Rechte beraubt und den furchtbarsten Entbehrungen aufgesetzt sind, eine öffentlich-rechtliche Heimstätte in Palästina zu schaffen, verdiene die Unterstützung der besten Amerikaner, geschweige der amerikanischen Juden. An den Vortrag schloss sich ein auserlesenes musikalisches Programm. New-York. Die „American Zionist Federation" wurde diese Woche in der New-Yorker Legislatur gesetzlich incorporiert. In dem betreffenden Schriftstücke werden als Zwecke der Federation angegeben, „die nationale Idee unter den Juden zu verbreiten, im Vereine mit den zionistischen Verbänden anderer Länder daran zu arbeiten, den Juden eine rechtlich gesicherte Heimstätte in Palästina zu schaffen, den Verkehr zwischen dem Wiener Actions-Comite und den zionistischen Vereinen der Vereinigten Staaten zu vermitteln, da,s Hebräische als lebende und Umgangssprache > zujfordern: ' und periodische Veröffentlichungen zugunsten der zionistischen Idee herausgegeben". Die Federation erhält das Recht, iu dem ganzen Gebiete der Vereinigten Staaten Vereine zu gründen und sie ihrer Leitung zu - Unterstellen. Ein englischer ConsularbeKcht. Der letzte Bericht des englischen Consulats in Jerusalem gedenkt in äusserst lobenden Worten des Wandels, den die jüdischen Colonien in Palästina in der Signatur des Landes hej-vorgerufen haben. Sie werden geradezu als Muster rationeller Landwirtschaft hingestellt. Rischon-Lezion ist znm Centrum einer kolossalen Weinproduction geworden. Die mächtigen unterirdischen Keller bargen im verflossenen Jahre über eine Million Gallonen Wein, während ein grosses Verkaufsdepot in Hamburg lagert. Ekron exportiert conserviertes Obst nach Europa. Die Umgebung von Jaffa hat sich durch die Colonie in überraschender Weise verändert. Auf mehr als 1000 Acres hinaus ist die Ebene um Jaffa mit Orangen-Plantationen bedeckt, die infolge des raschen directen Dampferverkehres mit Liverpool starken Absatz finden. Die Jaffa-Orange ist von besserer Qualität als die .spanische und erzielt daher auch höhere Preise. Die 'palästinensischen Weine nehmen es mit den verbreiteteren französischen und italienischen Marken auf, und da sie in viel sorgfältigerer Weise hergestellt sind, werden sie sich bald den europäischen Markt erobern. Jaffa exportiert mehr als eine halbe Millon Kisten Orangen, den vierten Theil seines Gesammtexportes; in nächster Reihe kommen dann Seife, Sesam und Wein. Die Melonen, welche in der Nähe von Jaffa angebant werden, bilden ebenfalls einen bedeutenden Exportartikel. Sie erfreuen sich wegen ihrer Form und ihres Geschmackes grosser Beliebtheit und gehen in grossen Mengen nach Constantinopel und den Städten an der syrischen Küste. An die Vertrauensmänner! Zur Erstattung des Rechenschaftsberichtes für den kommenden Gongress werden die Vertrauensmänner ersucht, folgenden Fragebogen auszufüllen, eventuell an die Ihnen untergeordneten Vertrauensmänner weiter leiten zu wollen : 1. Wieviel Vereine existieren in Ihrem Bezirke, Rayon und Lande? 2. Wie lauten ihre Namen und ihre Wohnsitze? 3. Wie gross ist die Mitgliederzahl jedes Vereines? 4. Wie gross war die Mitgliederzahl jedes Vereines im Vorjahre? 5. Wieviel neue Vereine sind seit dem IV. Congresse entstanden? 6. Welche Vereine haben sich in der Zeit seit dem IV. Congresse aufgelöst? 7. Worin bestand die Thätigkeit der Vereine? 8. Waren die Vereine, rein zionistisch oder verfolgten sie auch Nebenzwecke? 9. Wie stellt sich percentuell die Zahl der Zionisten jeder Stadt zur Zahl der dort wohnenden Juden? - . Es wird gebeten, die Namen deutlich und mit lateinischer Schrift zu schreiben. Das Secretariat des Actions-Comit^s. Herausgeber und verantwortlicher Redacteur: Berthold Feiwel. —Buchdruckerei .Industrie" (S. Bergmann), Wien, VIIL, Schlöaaelgasse 11.