Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 5 (1901)
- Issue
- 18 (3.5.1901)
- Article
- Allgemeiner hebräischer Sprachverein
- Date
- 1901-05-03
- Page
- 7 (sequence 2)
- Language
- German
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Nr. 18 „Die 3$ Welt?6 Seite 7 Hebräisch wohl in erster Linie dem Geiste des lernenden Kindes angepasst hat, welches aber auch dem fortgeschrittenen; die Sprache beherrschenden Jüngling und sogar dem reiferen Manne eine Fülle des Wissenswerten auf dem Gebiete der Naturlehre bietet. Am Schlüsse des Werkchens ist ein Vocabulaire der in demselben vorkommenden wissenschaftlichen Ausdrücke und Benennungen angefügt, das eine deutsche und französische Uebersetzung derselben enthält. Der Preis wird mit Rücksicht auf den höheren Zweck, dem es dienen soll, möglichst niedrig, angesetzt werden. Diejenigen Mitglieder des Allgemeinen Hebräischen Sprachvereines, welche den zugesagten Jahresbeitrag leisten, erhalten das Werkchen zum Selbstkostenpreise. Für den Vorstand: M. Friedmann Dr. Leopold Kahn Lector. Hof- und Gerichtsadvocat. f ribüi)e. Wir erhalten folgende Zuschrift: 31, Wolseley Garden, Gunnersbury, London W. Sehr geehrter Herr Redacteur! Sie würden mich sehr verbinden, wenn Sie die Freundlichkeit haben wollten, zu publicieren, dass keine Briefe oder Geldsendungen für den „Share-Club" an mich geschickt werden mögen, sondern an Mr. M. Barnet, 80, Sutherland Avenue, Maida Vale, London W., der das General-Secretariat übernommen hat. Mit Zionsgruss hochachtungsvoll S. Lennox L o e w e. * Werte Gesinnungsgenossen! Der „Allgemeine Jüdische Arbeiter - Verein" veranstaltet Samstag den 25. Mai d. J., 8 Uhr abends, im k. k. Prater (Restaurant „Zum schwarzen Bären") ein grosses Schewuos-Fest mit Vorträgen, Juxpost und Tanzkränzchen. Wir bitten die P. T. Gesinnungsgenossen, für diesen Abend zu agitieren und gleichzeitig keine andere Veranstaltung abzuhalten. Das R e i ncrträgnis fällt den not h leidenden jüdischen Arbeiterfamilien in Palästina zu. Karten im Vorverkaufe sind zu haben in der Redaction der „Welt", IX, Türkenstr. 9, in der „Jüd. Toynbee-Halle", XX., Webergasse 13, bei Herrn Edelstein, IL, Herminengasse 13, 1. Stock, Thür 6, bei Herrn Nathan Gross, IL, Miesbachgasse 14 Thür 9, im Laden des Herrn M. Hammer, IL, Taborstr. 4, im „Cafe zur Börse", L, Wipplingerstrasse, im „Cafe Brammer", IX., Liechtensteiustr. 1, im „Restaurant Ulmann", IL, Malzgasse 1. Wir ersuchen die P. T. Gesinnunggenossen, sich rechtzeitig mit Karten zu versehen, da nur eine beschränkte Anzahl ausgegeben wird. Mit Zionsgruss Das Vergnügungs-Comite des „Allgem. Jüd. Arbeiter-Vereines" in Wien. Jüdische Wissenschaft und Literatur. Zum Josephus Flavius. Aus Anlass der deutschen Neuausgabe seiner Schriften.*) I. Der jüdische Krieg. (Schluss.) Rücken wir einige Thatsachen, einige Charaktere aus dem Buche ans Licht. Da greift der Tragöde seinen Stoff mit Händen : Antipater und Herodes. Das tastende Warum des philosophischen Geschichtsschreibers von Judas Unter- *) Vgl. „Die Welt- Nr. 17. gang findet, wenn es menschliche Ursachen sucht, sein Ende in einer unscheinbaren, mühelosen Kriegsthat des glücklichsten Hasmonäers Johannes Hyrkanus. Der zwang Esaus Söhne, die arabischen ldumäer, Jacob Tribut, seinem Gotte Verehrung zu zollen. Wäre doch ihr Fürst Antipater seinen Pferdehirten ein Tyrann geblieben! Da kroch die Natter, sich krümmend, über die Fliesen der Hasmonäerburg. Eine kalte Natter! Der Mann hat hohe Intelligenz. Tapferkeit und Vermögen bewusst darauf verwandt, dass tausende Judenleichen die Kluft zwischen ihm und dem Throne ausfüllten. Sein Helfershelfer ein falscher Priester. Was war diesem Manne das lachende Lajjfc was seine stolzen, freien Bewohner, wenn nur die Schulter da war, die ihn eine Stufe der Macht höher schob. Zwei Männer fanden sich, nur der millionste Theil des Volkes, und doch siegelte ihr Handschlag den Untergang aller. Geheuchelte Phrasen und offener Verrath ekeln uns an von da sus, bis das Volk in die Schicksale seiner Grossen hineingezogen wird. Und hier sei eine kurze Reflexion darüber gestattet, wieso es möglich sei, dass unbestritten theils Dummköpfe, theils Verräther die Führerschaft in Israel haben konnten und können. Es ist dies eine Folge der berühmten unbegrenzten Dankbarkeit der Juden. Sie geben nicht nur dem Vater für seine erkannten Verdienste freiwillig alle Ehre, sondern auch der Sohn kann sie gegen die leersten Versprechungen ohneweiters erlangen. Siehe die heutigen Judengrössen. Täppisch griff Rom zu, als ihm die Thür geöffnet wurde. Doch rasch wurden ihm die Finger mit Gold gefüllt und noch einmal zog es die Hand zurück. Aber schon sassen die ldumäer im Sattel, Parvenüs des Thrones, die Herrschaft liebend und nicht die Beherrschten. Dreissig Jahre zu spät wurde Antipater vergiftet, Hyrkanus von den Parthern entführt Damals warben dieMänner des zweiten Triumvirats um Anhänger in aller Welt. Antonius machte Herodes zum König der Juden. Er hatte das Reichsschwert öfter in Händen als das Reichsscepter, denn noch lebten Hasmonäer. Sie entwichen aus Rom und griffen unbedenklich Herodes an, wo sie ihn fanden. Das Glück war sein, und auch Antigonus starb. Herodes war ein Mann, keine Kleinigkeit ward ihm zum Hindernis, alles, was Tapferkeit, Grossmuth und Entschlossenheit verlangte, fand in ihm seinen Herrn. Aber auch er glaubte seinen Thron mit Blut kitten zu müssen, und bange war ihm vor seinen eigenen Kindern, denn das waren die Söhne Mariamnes, und deren Vater hiess Aristobulos, Aristobulos der Hasmonäer, Heiss liebte er seine Frau, seine Kinder, und doch schickte seine Furcht sie aufs Schaffot, aufe Schaffot auch den Antipater, seinen Sohn von einem Kebsweibe. So wüthete der Tyrann gegen sein eigenes Geschlecht; das vorgeschriebene Ende des Dramas, dass der Böse seine Strafe finde. Seine Herrschaft glänzte, sein Leben war vergiftet. Unter seinem Sohne hatte Rom schon keine Ruhe, er schürte und hetzte, und was kommen musste, kam. Pilatus war der erste Landpfleger von Juda. Juda fiel! Jahrhundertelang war's im schärfsten Brennpunkte des gegenseitigen Völkerhasses gestanden und hatte hochgemuth das Schwert geschwungen und gesiegt. Es fiel in seiner Blüte. Verschlemmte Römer, weiche Griechenkörper durchbohrte mühelos nordisches Eisen. Juda aber fiel wie ein Fechter, der alle Feinde glorreich besiegte, wie er aber endlich seinen Ueberwinder findet, die letzte Fiber, die ihm noch gehorcht, zum Kampfe härtet und in wüthendem Angriffe den Todesstoss erhält. IL Die jüdischen Aiterthümer. Die fünf Bücher und das Buch der Könige in der Sprache von Hinz und Kunz, unseren Nachbarn, erzählt, das sind die Jüdischen Aiterthümer" des Flavius. Bei gleichlautender Leetüre erltält man den Eindruck eines sanft