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Die Welt · 1901-04-19 · 16 (19.4.1901) · p. 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
5 (1901)
Issue
16 (19.4.1901)
Article
Wien
Date
1901-04-19
Page
12 (sequence 1)
Language
German
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Seite 12 „Die Welt46 Nr. 16 Wien. (Im Vereine jüdischer Mädchen „Hadassä") findet Sonntag den 21. d. M. im Congress-Bureau, IX., Türkenstrasse 9, ein Vortrag des Herrn Martin Buber statt. Thema: „Das Zion der jüdischen Frau." Beginn präcise i Uhr nachmittags. Gäste sind herzlichst willkommen. Wien. (Jüdisch-akademische Verbindung fU n i t a su. VIIL, J o s e f s t ä d t e r s t r a s s e 14.) Samstag den 20. d. M., 7 Uhr abends, hält Herr Dr. Paul Weisengrün im Locale der Verbindung einen Vortrag über „Jüdische Probleme" (zur jüdischen Tagespolitik). Gäste herzlichst willkommen. Wien. (Der „Allgemeine jüdischeArbeiterverein") veranstaltet Samstag den 20. d. M. im Saale der Tanzschule Leo Dubois, IL, Pfarrgasse 12, das Benefiz- Kränzchen seines Tanzlehrers Herrn Max Richter. Die Gesinnungsgenossen werden ersucht, zahlreich zu erscheinen. Wien. („D er Verein zionistischer Frauen und Mädchen in Fünfhaus") hält am Donnerstag den 25. d. M., 5 Uhr nachmittags, im „Cafe Rudolfsheim" (reservierter Saal), XV., Mariahilferstracse 182, seine zweite General-Versammlung ab. Berichte. Wien. (Literarischer G eselligkeits-V er ein j ü d i s c h er Mädchen „M o r i a\) Sonntag den 14. d. M. sprach in unserem Vereine Fräulein Camilla W ag n e r über das Thema „Was ist Zionismus?" Die Sprecherin, die besonders die ethische Seite des Zionismus hervorhob, erntete viel Beifall. An ihre Ausführungen anknüpfend, referierte Herr cand. jur. B. M. Felsenburg über den „Olmützer Zionistentag und die Mädchen vereine". An das Referat knüpfte sich eine anregende Debatte. Es wurden dabei unter anderem die Beschlüsse gefasst: an hebräischen Spracheursen theilzunehmen und im Sinne der Resolution III des Zionistentages zur Lage der jüdischen Colonisten und Arbeiter in Palästina vorzugehen. Ungarisch-Hradisch. Montag den 8. d. M. veranstalteten die jüdisch-akademische FerialVerbindung „Achiwah" und der Einzel vorein „Zion" eine Passah-Feier im grossen städtischen Redoutensaale. Derselbe war schon lange vor Beginn bis auf den letzten Platz dicht gefüllt. Alle Gesellschaftskreise waren vertreten. Herr Dr. Leopold Kahn hatte in Begleitung seiner Gemahlin Frau Sidonie Kahn der Bitte der beiden hiesigen zionistischen Corporationen willfahrt und das Referat übernommen. Nachdem Herr jur. Arthur Winter die Versammlung und die Wiener Gäste begrüsst hatte, ertheilte Herr Jacob Weissmann Herrn Dr. Kahn das Wort zu seinem Referate. Das Thema lautete: „Pessach im Golus." Herr Di'. Kahn schilderte zunächst das Ueberschreitungsfest zur Zeit des Bestandes unseres Staates und entrollte hierauf das traurige Bild, das im Laufe der Jahrhunderte in der Diaspora die Passah-Zeit stets vorfand. Hierauf wies er nach, dass alle Versuche eines Anschlusses der Juden an die herrschenden Parteien erfolglos waren, und forderte hierauf in zündenden Worten zur Selbsthilfe auf, die lediglich im Zionismus, dessen Programm er entwickelte, zu erblicken sei. Minutenlanger, stets sich erneuernder Beifall lohnte die überaus trefflichen und wirkungsvollen Ausführungen des bewährten Zionistenführers. Das durch diese begeisternde Rede erweckte Interesse documentierte sich darin, dass zahlreiche Fragen über den Stand und die Bewegung des Zionismus an den Herrn Referenten gestellt wurden, die dieser in überzeugendster Weise beantwortete. Auf vielseitige Bitten schilderte hierauf Frau Dr. Kahn in formvollendeter- Rede das Wesen und die Geschichte der Wiener Toynbee-Halle und forderte die Hradischer Damenwelt auf, sich zu derartigen edlen und dem Wohle des jüdischen Volkes dienenden Institutionen zusammenzuschliessen. Nicht zu schildern ist die Begeisterung, die diese Rede der unermüdlichen Führerin der zionistischen Frauen erweckte. Zum Schlüsse sprach noch Herr jur. Theodor Schön die zuversichtliche Hoffnung aus, dass iie Anregungen, die von unseren Wiener Gästen hier gegeben wurden, auf fruchtbaren Boden fallen werclen. Wir glauben, dass dieser Abend von einschneidendster Wirkung für die Geschichte der Hradischer Juden sein wird. Jassy. Der hiesige zionistische Leseclub und die B. B.-Loge „Samoil" haben im Laufe dieses.Winters fast allwöchentlich wissenschaftliche Vorträge veranstaltet, welche zumeist gut besucht wurden. Aus der jüngsten Zeit sind ein Vortrag von Dr. C. Lippe über das Thema „Warum können und sollen Juden sich nicht taufen?" und ein Vortrag von Dr. Heinrich Rurstin über „Wissen und Glauben" hervorzuheben. Stanislau. (Jüdisch-akademische Verbindung „B ar-Kochb a".) Das Ergebnis der in der Plenarsitzung am 2. d. M. stattgehabten Neuwahlen für das VII. (Sommer-) Semester war folgendes: ehem. L. Sztencel X, jur. M. Salz XX, jur. J. Alfert XXX, und in den Ehrenrath : jur. J.Wurzel, Vorsitzender; jur. J. Füllenbaum, Vorsitzender-Stellvertreter. Kolomea. Dank der unermüdlichen Thätigkeit der Leiter des hiesigen „Beth-Israel"-Verein es, der Herren Dr. Rosenheck und Löbl Taubes, kam die Gründung eines Frauen- und Mädchenvereines „Rachel" zustande, die in Gegenwart von 200 Frauen am 13. d. M. stattfand. Herr Dr. Rosenheck begrüsste die Versammelten mit einer tiefempfundenen Ansprache. Hierauf ergriff Fräulein Rosa Pomeranz das Wort zu einer erhebenden Rede. Die Kraft dieser ausgezeichneten Rednerin liegt in der formvollendeten und doch volksthümlich gemüthlichen Sprechweise. Nach den Ansprachen wurde die Wahl der Functionärinnen vorgenommen. Sedziszöw. Am 8. d. M. hielten einige Gesinnungsgenossen aus Rzeszöw Vorträge im hiesigen Rathhause. Besonders haben sich die Herren Ch. Wald und David Horn hervorgethan, deren Reden sehr beifällig aufgenommen wurden. Die Gründung eines Vereines steht in naher Aussicht. Brzesko. Am 15. d. M. fand auf Anregung des Herrn cand. jur. J. Zimmermann im hiesigen Bethause der conservativen Juden eine Versammlung statt, in welcher der bekannte Volksredner Herr L. Taubes aus Kolomea über die Lage der Juden sprach und in einfachen, schlichten Worten das zionistische Programm entwickelte. Die zahlreich versammelten Frommen lauschten mit tiefem Ernste den Worten des Redners und lohnten seine Ausführungen mit lebhaftem Beifalle. Die jüdische Toynbee-Halle, XX., Webergasse Nr. 13. Wer an den Cursen der jüdischen Toynbee-Halle (Hebräisch, Französisch, Englisch, Stenographie, Buchhaltung etc.) theilnehmen will, möge sich Samstag den m d. M. 8 Uhr abends im Locale der Jüdischen Toynbee- Halle anmelden. * Die constituierende General-Versammlung des Vereines „Jüdische Toynbee-Halle" findet Dienstag den 23. d. M. 8 Uhr abends in 3er Toynbee-Halle XX., Webergasse 13, statt. Mittheilungen des österreichischen Landes-Comites „Verband Zion". Das österreichische Landes-Conrite hat nachstehendes Circular an die der Organisation angehörenden Vereine gerichtet: W i e n, Datum des Poststempels. P. T. Wie Ihnen bekannt sein dürfte, hat der Erste österreichische Zionistentag in Olmatz, geleitet von der Erkenntnis, dass die politischen Zionisten berufen sind, den Pionnieren des Zionismus, den nothleidenden jüdischen Colonisten und Arbeitern in Palästina, zuhilfe zu kommen, nachstehende Resolution gefasst: „Alle zionistischen Vereine Oesterreichs werden aufgefordert, in kürzester Zeit Versammlungen und gesellige Abende, welcher Art immer, nicht nur an den Sitzen der Vereine selbst, sondern auch ausserhalb derselben, zu veranstalten, deren Reiherträgnis den nothleidenden Arbeiterfamilien in Palästina zuzuwenden ist. Das Actions-Comite wird angefangen, an alle z i o n i s t ischen Vereine der Welt einen Aufruf im gleichen Sinne zu erlassen. Das Reinerträgnis aller dieser Veranstaltungen wird an das Actions-Comite abgeführt, welches im Vereine mit dem Odessaer das so erzielte Capital derart zu verwenden hat, dass

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