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Die Welt · 1901-04-19 · 16 (19.4.1901) · p. 9

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Journal
Die Welt
Volume
5 (1901)
Issue
16 (19.4.1901)
Article
Die jüdische Centralbibliothek in Jerusalem
Date
1901-04-19
Page
9 (sequence 2)
Language
German
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Nr. 16 „Die # Welt" Seite 9 Die Mitglieder des Agitations-Comites: Zadoc Kahn, Gross-Kabbiner von Frankreich. 17, rue Saint Georges; Dreyfus, Gross-Rabbiner von Paris, 95, rue Taitbout; Hagenau, Rabbiner, 23, rue d' Hauteville; Israel Levy, Rabbiner; Nephtali Levy, Präsident der Gesellschaft für Talmudforschung; Dr. Alex. Marmore k, Leiter des Pasteur-Institutes; Benno Reitlinger; Weill, Rabbiner; W e i s k o p f, Rabbiner. Jüdische Wissenschaft und Literatur. i. Eleazar Schulmann. (Zu seinem 2ojährigen S ehr i fts t e 11 er-Jubiläum.) Von R. Brainin. Am 14. April feierte die jüdische Intelligenz in Russland das 25jährige Schriftsteller-Jubiläum von Eleazar gleichsam nur eine alte Schuld ein. Diesmal jedoch wird das Ehrenfest eines Schriftstellers gefeiert, der in der Blüte seiner Schaffenskraft, mitten im vollen Getriebe seiner vielseitigen literarischen Thätigkeit steht. Aus einer derartigen Feier kann der Schriftsteller und Forscher Muth und Anregung zur ferneren frischen Arbeit schöpfen, wenn er sieht, dass das Publicum seine Leistungen zu schätzen und zu würdigen weiss. Ein Jubiläum, wie das, welches wir zu Ehren von Eleazar Schulmann in Kiew begehen, bedeutet eine Huldigung für eine lebendige Geisteskraft, für die lebensvolle Gedankenarbeit. Und die Feste sind im Leben des hebräischen Schriftstellers und Gelehrten wahrlich nicht häufig. Das Leben des hebräischen Schriftstellers ist eine lange Kette von Arbeitstagen ohne Feste, von Mühsal ohne Lohn, sein Weg ist mit Dornen gebettet, neben denen die üblichen Rosen fehlen. Daher muss es alle Freunde der hebräischen Sprache und Literatur mit doppelter Genugthuung erfüllen, dass nun einmal einem Manne, der es redlich verdient hat, ein fröh- -stpV. yvr- ::' rfi , , frv:>*>i1 * V " ' -r\ :Ää8P .^•-v^ftr; .Nv <-*l^ ..'VK¥ 7, «-. . 4?'- i V'yfe?&&v ELEAZAR SCHCLMAiNN Schulmann, dem bekannten Erzähler. Gelehrten und Forscher. So oft es mir bekannt wird, dass man den Ehrentag eines jener greisen Schriftsteller, jener literarischen Invaliden feiert, deren Geisteskraft aufgebraucht und deren innerer Quell versiegt ist, thut es meinem Herzen weh, dass unser Publicum seine geistigen Führer entweder erst nach dem leiblichen Tode ehrt oder erst wenn sie abgelebt und mit abgestorbenen Sinnen unter uns umherirren und die Anerkennung nicht mehr imstande ist, sie zu fruchtbarer Arbeit, zu einer Wiederbelebung der Kräfte aufzurütteln. Wenn man ein solches Jubiläum feiert, so löst man damit licher Festtag bereitet wird. Und verdient hat es Eleazar Schulmann redlich. Die hebräischen Leser aller Länder, aber auch aller Kreise, von den schlichtesten Laien bis zu dem wissenschaftlich arbeitenden Fachmanne hinauf haben mit Nutzen von den Früchten seines Geistes gekostet. Es ist unmöglich, im Rahmen eines kurzen Jubiläumsartikels das literarische und wissenschaftliche Portrait unseres Jubilars zu zeichnen. Auch ist jetzt nicht der geeignete Moment, die kritische Sonde an seine Leistungen zu legen. Nur in allgemeinen Zügen will ich dem weiteren Lesepublicum die Bedeutung Schulmanns vorführen. Schulmann bekleidet keine öffentliche, weder eine

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