Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 5 (1901)
- Issue
- 16 (19.4.1901)
- Article
- Conferenz zionistischer Studenten in München
- Date
- 1901-04-19
- Page
- 8 (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 8 „Die # Welt" Nr. 16 Erreichung unseres^ Zieles hat nun die heutige Conferenz der zionistischen Studenten vereine beschlossen, einen Congress der zionistischen studierenden Jugend am Ende des Sommersemesters einzuberufen. Näheres über Zeit und Ort wird später bekanntgegeben werden." Es wurde auch ein Programm für den Congress provisorisch entworfen, und dieses, lautet: Provisorisches Programm des Congresses der zionistisch en studierenden Jugend. I. Programmreferate: a) über Zionismus; b) über Aufgaben der Jugend und ihre Beziehungen zu den verschiedenen Strömungen und Institutionen im Judenthum. ± Referat über die allgemeine Lage der Juden. 3. Volkserziehung. a) Verbreitung und Ausbau der hebräischen Sprache und Literatur; b) Allgemeine Volksbildung. L Oekonomische Organisation. 5. Palästina und die Bedingungen seiner Colonisierung. 0. Gründung eines Pressorgans für die zionistische Jugend. 7. Der Jargon und die Beziehungen der zionistischen Jugend zu demselben. 8. Gründung von zionistischen Unterstützungsfonds, Lesevereinen und Clubs in Universitätsstädten. 9. Schaffung von Privatdocenturen für jüdische geschieh te und Literatur an den Universitäten, wo die Bedingungen günstig sind. 10. Agitation zur Beschaffung eines Fonds für die Gründung einer Universität in Palästina. II. Propaganda, Agitation, Presse. 11 Eventualis Englische Chronik. London. In der jüngsten Sitzung des Central-Comit^s der „English Zionist Federation" wurde über den gegenwärtigen Stand der zionistischen Bewegung in England Bericht erstattet. Der „Federation"-. haben sich' bisher 75 Vereine angeschlossen, nämlich 24 in London, 32 in den englischen Provinzen, 7 in Irland, 5 in Schottland, & in Wales und 1 in Rangoon-Burma. Die Mitglied erzähl dieser Vereine beträgt über 8500. r Der Vorsitzende bringt zur Kenntnis, dass das Comite bezüglich der palästinensischen Colonisten den Beschlüisen der russischen „Chowewe Zion" und den Ansichten Doctor Nordaus vollkommen beistimmt. Das Comite" habe beschlossen, Geldsammlungen für die palästinensischen Arbeiter zu veranstalten. Redner schlägt vor, die englischen „Chowewe Zion" zur Mitarbeit an dieser Action einzuladen, wiewohl er sich keiner Täuschung darüber hingibt, dass die Herren bei ihren nahen Beziehungen zur „Ica" für ein wirklich entschiedenes Vorgehen, das hier allein zum Ziele führen könne, wohl schwerlich zu gewinnen sein werden. Nach langer Debatte wurde beschlossen, dass die „Federation" einen Aufruf ergehen lasse, in dem die englische Judenheit zu Geld Sammlungen für die palästinensischen Arbeiter aufgefordert werden soll. Ferner wurde beschlossen, dass die „Federation" in Uebereinstimmung mit (Jen Beschlüssen der Odessaer Conferenz zwei Delegierte wähle, welche sich der Deputation der russischen „Chowewe Zion" anzuschliessen hätten, und dass die„Chowewi Zion Association" zur Mitwirkung einzuladen sei. Gewählt wurden hierauf Sir Francis Montefiore und Mr. J. C o w e n zu Mitgliedern der Deputation. fl^ibiitK. Aufruf! Als Obmann des Verbandes „Zion" richte ich folgende Bitte an alle Zionisten und Zionistinnen. Mitten in ihrer Arbeit für unser Volk, in der Blüte ihrer- Jahre raffte der Tod unsere unvergessliche treue Gesinnungsgenossin Rosa Kollmann hinweg. Noch in den letzten Tagen ihres dem Zionsgedanken geweihten Lebens hat sie auf dem Olmützer Zionistentage mit und für uns gewirkt. Rosa Kollmann verdient es, dass ihr Name und Andenken für dauernde Zeiten erhalten werde. Es wurde der Plan angeregt und freudig aufgegriffen, eine Stiftung, die den Namen Rosa Kollmanns trägt, zu errichten, deren Ertrag alljährlich am Todestage Rosa K o 11 m a n n s zur Unterstützung armer jüdischer Kinder verwendet werden soll. Jeder Zionist, der von der Ueberzeugung durchdrungen ist, dass es unsere Ehrenpflicht ist, das Andenken unserer Besten in Treue zu bewahren, möge zu dieser Stiftung sein Theil beitragen. Die kleinsteLiebesgabewird einBaustein zur Erinnerung an Rosa Kollmann sein. Die Redaction der „Welt* und der Unterzeichnete nehmen jede Spende entgegen. Mit treuem Zionsgrusse Dr. S. Krenberger. Wien, XIII/8, Auhofstrasse 222. * * Die Jüdische Centraibibliothek in Jerusalem. Wir erhalten folgenden Aufruf aus Paris : Verehrte Stammesgenossen! Die Juden Jerusalems haben in dieser Stadt eine „Centraibibliothek des Judenthums14 gegründet, welche allen, die sich zu bilden wünschen, offen sein soll. Infolge von hochherzigen Spenden enthält sie bereits mehr als 18.000 " grösstenteils hebräische Bände. Aber diese Bücher sind in einem engen Eaume aufgehäuft, da es an einem geeigneten Locale, das sie aufnehmen könnte, mangelt. Die Gründer der Bibliothek haben also den Gedanken gefasst, zu diesem Zwecke ein Gebäude zu errichten; sie haben sogar einen Grund erworben und die Arbeiten begonnen.. Aber sie konnten noch nicht die genügende Summe aufbringen, die ihnen erlauben würde, diesen Bau zu Ende zu führen. Sie haben bereits [einen Aufruf an unsere Stammesgenossen in Palästina, Russland und England erlassen; in London allein haben sie durch die Subscription mehr als 7000 Francs erhalten, dank dem Agitations-Comite, das sich daselbst gebildet hat Sie haben uns gebeten, ein gleiches Comite zu bilden, um zugunsten ihres Werkes die Unterstützung der französischen Juden anzurufen. Wir haben mit Freuden ihrer Einladung Folge geleistet, um unserer Sympathie für ihre Initiative Ausdruck zu geben. In unseren Augen entspricht es in der That der Würde des Judenthums, die Anstrengungen zu unterstützen, die das moralische und intellectuelle Niveau unserer palästinensischen Stammesgenossen heben und aus Jerusalem ein Centrum selbstloser Studien machen wollen. Indem wir uns diesem Werke anschliessen, haben wirdasBewusstsein,für den wahren Fortschritt des Judenthums zu arbeiten. Da wir Ihre Treue zu dieser edlen Sache kennen, erlauben wir uns, Ihrer Grossmuth den Aufruf der Gründer der „Centraibibliothek des Judenthums" zu empfehlen. Wir nehmen dankbar die Gaben an, die Sie diesem Werke werden spenden wollen»